Xandria – Theater Of Dimensions (CD-Review)

Es gibt Neuigkeiten aus Bielefeld! Seit 1994 sind Xandria am Start, 1997 wurden sie aufgelöst, seit 2000 lärmen sie sich konsequent durch die Lande und werden dabei immer lauter und mächtiger! 2 Bassisten haben sie bisher ausgetauscht ebenso wie einen Drummer, Dianne van Giersbergen ist aktuell die dritte Frontfrau. Die aktuelle Besetzung jedoch ist stärker denn je! Mit Marco Heubaum an der Gitarre, dem zweiten Gitarristen Philip Reste- meier und dem Schlagzeuger Gerrit Lamm sind immerhin noch genügend bekannte Gesichter dabei und auch die „Neuen“ Steven Wussow am Bass ebenso wie Dianne sind wahrlich keine Unbekannten auf dem Gebiet des Metal. 6 Alben, eine Best of und eine EP gibt es von den Bielefeldern bisher, das letzte Werk „Sacrificium“ und die EP „Fire & Ashes“ haben sie in der aktuellen Besetzung aufgenommen. Seitdem sind sie getourt und haben sämtliche Festivals besucht. Ihre Anhängerschar ist riesig geworden. Das haben sich die Symphonic Metaler auch sehr verdient!

Am 27.01.2017 erscheint nun endlich der lang ersehnte siebte Longplayer Theater Of Dimensions, der schon durch das Cover-Artwork und das vorveröffentliche Lyric Video zu „We Are Murderers (We All)“ feat. Björn Strid of Soilwork verrät, in welche Richtung es gehen wird. Und es wird deftig. 13 brandneue Monster warten darauf, entfesselt zu werden. Wie die Monster klingen, erfahrt Ihr jetzt: Der Opener „Where The Heart Is Home“ fährt schon mit stolzen 6:53 auf und erweist sich als wahrer Gigant. Epochal, epischste Ausmaße, monströser Aufbau, orchestral, feinster Opern-Gesang von Dianne und Chor, dazu gibt es ordentlichen Symphonic Metal und klassische Keyboard-Sounds. Was für ein gigantischer Auftakt! Hier ist das Herz wahrlich daheim! Die extrem elegisch ruhige Verschnaufpause in der Mitte der Perle bringt Euch gleich noch mal sicher nach Hause! Mit „Death To The Holy“ wird es dann gleich thematisch eine Spur krasser. Allerdings erschaffen Xandria mit diesem epischen Gigant neue Heiligtümer. Also alles gut! Und sie schaffen den/dem Heiligen / Hei- ligtum ein würdevolles Begräbnis. Wahr- lich anbetungswürdig! Mit „Forsaken Love“ kommt eine super sanfte, elegi- sche, tiefe, tieftraurige, tief berührende Ballade daher. Genau das Richtige nach so viel Gedröhn! Direkt im Anschluss wird wieder ordentlich theatralisch ge- schreddert mit der zweiten brandneuen Single „Call Of Destiny“. So hat man Xandria selten gehört! Die neuen Stärken stehen ihnen verdammt gut und sie brillieren einfach sehr damit! Absolut top, headbangen garantiert! Das bereits erwähnte „We Are Murderers (We All)“ zusammen mit dem inbrünstigen heiß geliebten Gesang von Björn Strid, seines Zeichens Frontmann von Soilwork, ist das wohl krasseste, was Xandria bisher gemacht haben! Gleich- zeitig ist es eine fette Kampfansage gegen Bestie Mensch und ein fetter Mittelfinger! So muss das! Ich hoffe, so eine Zusammenarbeit kommt erneut zustande und Björn darf das nächste Mal noch mehr beisteuern. „Dark Night Of The Soul“. Die Abgründe der menschlichen Seele werden immer tiefer; Dinge kommen in´s Rollen, die nicht mehr aufzuhalten sind. Das Ganze tragen Xandria durch wunderschönen Gesang von Dianne und Klavierbegleiung vor. Drums und ein Orchester schalten sich dazu. Auch die Gitarristen sind nicht untätig. So muss Symphonic Metal, wunderschönes Lied! „When The Walls Came Down (Heartache Was Born)“. Alleine schon die Namen der Songs sind episch genug. Die Thematiken werden verschärft; was eigentlich anhand der Entwicklungen in der Welt und von Bestie Mensch überall Einzug finden müsste. Xandria machen es und brechen mit ihrer Wucht jede Mauer! „Als die Mauern kamen, war der Herz- schmerz geboren“. Was für ein Titel. Und sehr individuell anwendbar. Und wie inbrünstig Dianne das auch noch vorträgt. Einfach mächtig! „Ship Of Doom“, das „Schiff des Untergangs“ oder auch „Untergangsschiff“, hinge- gen ist unmissverständlich. Piraten-Attitüde, düstere Atmösphäre, leichte Rap-Parts, ein unheilvoller Count- down. Das Schiff hat seinen gerechten Anstrich erhalten! „Célilí“. Folklore, russische Atmosphäre, Humppa-Folk- Symphonic Metal, Partylaune, wun- derschöne Melodien, ein Hauch ver- wegene Abenteuerlust. All das fällt mir bei diesem Liedlein ein. Allerfeinstes Instrumental, durchaus ein absoluter Favorit! Der „Song For Sor- row And Woe“, also das „Lied für / über Trauer und Weh“, hat seinen Namen absolut verdient. Trauer, hoch dramatischer Gesang, Theatralik, Gewalt, Bombast, Schnelligkeit. Viel- leicht hilft es Euch in schweren dunklen Zeiten. „Burn Me“ ist ein weiterer Favorit. Ähnliche Stimmungen und Bilder wie bei dem Instrumental werden hier verwendet und es wird deftig. Ich möchte meinen, Dianne hat hier Hilfe von einer Kollegin. Wer das ist, kann ich leider nicht sagen. Auf jeden Fall: der absolute Burner, wie man hier sehr passend sagen kann! „Queen Of Hearts Reborn“„Königin der wiedergeborenen Herzen“. Epischer geht es doch gar nicht mehr! Nach all dem Krach kann hier mal wieder entspannt werden. Zumindest kurz, denn ein heiliges Inferno bricht auch hier los! Der Königin wird gerecht gehuldigt, Dianne und ihre Jungs liefern Meisterleistungen und Abwechslung im Klangbild. Was will man mehr! Dianne beweist hier auch, welch Stimmspektrum sie mitbringt. Sehr beeindruckend, Hut ab! „Theater Of Dimensions“„Ein Theater der Dimensionen“. Ein Name, der einem lyrische Wohlgefühlsströme über die Zunge jagt! Mit diesem Herz- und Titelstück beschenken Xandria ihre Fans mit einem 14:22 minütigen Epos, das es so noch nie von ihnen gab! Einfach der absolute Wahnsinn, das perfekte Endstück, ein Lied das Musikgeschichte schreiben wird – wenn auch für Xandria höchstpersönlich! Welch ein grand de final!

Fazit: Zusammenfassend kann man festhalten: Xandria legen ein Werk vor, das sie noch nie zuvor gemacht haben! Theatralik, absolute Härte, Wucht, orchestral, Theaterkunst, Klassik, Chor, Orchester, höchste Lyrik, ein mega Gesangsspektrum von Dianne, Höchstleistungen der kompletten Besetzung. Wie Ihr seht, ist „Theater of Dimensions“ ein wahres Meister-Über-Werk geworden, das Ihr unbedingt haben müsst! Dianne beweist erneut, wie gut sie zu Xandria gehört! Fest steht: mit diesem Album machen die Bielefelder auch noch dem letzten Kritiker klar, dass sie Symphonic Metal alleroberster Güte sind! Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Xandria und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Where The Heart Is Home
02 Death To The Holy
03 Forsaken Love
04 Call Of Destiny
05 We Are Murderers (We All)
06 Dark Night Of The Soul
07 When The Walls Came Down (Heartache Was Born)
08 Ship Of Doom
09 Céilí
10 Song For Sorrow And Woe
11 Burn Me
12 Queen Of Hearts Reborn
13 A Theater Of Dimensions

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VÖ: 27.01.2017
Genre: Symphonic Metal
Label: Napalm Records

Xandria im Web:

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(Photo Credit by Stefan Heilemann)