Victor Love – Technomancy (CD-Review)

Vittorio D’Amore ist aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Seit seiner ersten Band Dope Stars Inc. geht es immer weiter bergauf für ihn. Epochate und My Sixth Shadow sind nur weitere Bands, bei denen er ebenso aktiv war. Nebenbei bastelt er Remixe und produziert Hacking The Wave. Genug Alben, Konzerte und Festival-Gigs sind dabei entstanden, alles sehr erfolgreich. Genug Fans spricht er mit seinen Industrial Rock Ideen auch an. Nun macht sein Solo-Projekt Victor Love von sich reden. Letztes Jahr erschien die EP „The Network“, dieses Jahr folgte die zweite EP „Bitchcraft (feat. KMFDM)“.

Am 13.05.2016 erschien nun das offizielle Debüt in Form des Albums „Technomancy„. Alle Tracks, die darauf zu finden sind, sind Kooperationen mit anderen Bands. 10 Stück sind es geworden. Es eröffnet das Herz- und Titelstück der letzten EP „Bitchcraft (feat. KMFDM)“. Gewaltig, verzerrt, ausladender Industrial Rock, perfekte Vereinigung beider Bands. Ein Opener, der Euch wegblasen wird! „Irrationality (feat. Spiritual Front)“ dürfte auch schon einigen bekannt vorkommen. Ein sinnliches, erotisches, packendes Lied, das einfach nur begeistert. Erster Favorit! „Cocaine (feat. Deflore)“ ist genau so aufgebaut, wie man es sich schon zwecks des Namens denken kann. Abgefuckter, abgespaceter, dreckiger Industrial Rock mit rap-ähnlichem Gesang. Einfach nur derbes Geschrubb, was einem sicher erst nach mehrmaligem Hören gefällt. Ich mags, aber ist halt ne sehr große Geschmacksfrage. Noch mehr passt „The new System (feat. Aborym)“ in diese Kategorie und legt noch einige Schippen mehr drauf. „Surrenders (feat. Deathstars)“ ist eine Verneigung vor den großen Helden des Industrial Rock und geht arg in Richtig Old School. Faszinierende Nummer, weiterer Favorit! Übrigens mit 5:38 auch das längste Liedlein der Platte. Besonders witzig finde ich „Machine Gun (feat. Army Of The Universe)“. Sau cool gemacht, Rap-Gesang, abgespaced, aufgedreht, verrückt, klingt einfach nur lustig. Die Nummer bekommt ein Sternchen für den Spaßfaktor! Dazu zähle ich auch „I curse you (feat. Zu)“. Psychedelisch, rockig, hymnisch im Refrain, Rap-Gesang beim restlichen Text. Cool gemacht! Richtig geile Solos sind auch zu hören, die einem ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubern. „Blind or dead (feat. The Enigma TNG)“ ist eine richtig typische Industrial Rock Säge, die einfach nur nach vorne geht, einen äußerst hymnischen Refrain besitzt und schon fast ein Ohrwurm werden könnte. „Can´t you remember (feat. Hate Inc.)“ ist eine richtig schöne, herzliche, traurige, tiefgehende Industrial Rock Ballade geworden. Kommt sau geil, weiterer Favorit! Zum Abschluss wird noch „Black Dreams (feat. Orax)“ dargeboten. Geile Melodien, düster, starke Bässe, nette Sound-Teppiche, geile Atmosphäre. Ein richtig feines Industrial Instrumental, das da aus den Boxen wabert und zum Tanz auffordert. Weiterer Favorit und hervorragendes Ende!

Fazit:
Victor Love ist schon ein Tausendsassa. Alles, was er anfasst, funktioniert. Alle Projekte klingen unterschiedlich. Sein eigenes und das dazugehörige Album, welches uns hier vorliegt, ist das bisher heraus stechendste. Tolle Kooperationen, jedes Lied klingt anders, für jeden Geschmack ist was dabei. Seinen Stil hört man immer raus, die Stile der anderen Bands mischen sich prima dazu. Allen wird hundertpro nicht alles gefallen, die psychedelischen Sachen sind schon nicht so einfach. Aber gut gemacht ist alles und das coole Cover passt super zum Titel. Industrial Rock Fans und Freunde etwas anderer Musik kommen hier voll auf ihre Kosten.

Tracklist:

01. Bitchcraft (Feat. Kmfdm)
02. Irrationality (Feat. Spiritual Front)
03. Cocaine (Feat. Deflore)
04. Surrenders (Feat. Deathstars)
05. Machine Gun (Feat. Army Of The Universe)
06. The New System (Feat. Aborym)
07. I Curse You (Feat. Zu)
08. Blind Or Dead (Feat. The Enigma Tng)
09. Can’T You Remember (Feat. Hate Inc.)
10. Black Dreams (Feat. Orax)

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VÖ: 13.05.2016
Genre: Cypherpunk, Industrial Rock, Electronic
Label: Metropolis Records

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