ÜBERGANG – Zeichen der Zeit (CD-Review)

ÜBERGANG

Wir berichten Euch heute von der aus Göttingen stammdenden Band ÜBERGANG. 2014 haben sie sich gegründet und spielen eine eigenwillige Mischung aus Thrash, Crossover, Hardcore und Punk. Am Mikro steht Sänger Cliff Nastii. Auch bekannt als Stomper 98 Frontmann Sebi. Mit ihrem Sound ordnen sich die Jungs also irgendwo zwischen Bands wie D.R.I., Cro-Mags, Exodus und frühachtziger Deutschpunk ein. Und dennoch ist es etwas ganz eigenes. Sie durften sogar schon das Vorprogramm von Napalm Death bespielen.

Am 24.11.2017 erscheint nun ihr Debüt-Album „Zeichen der Zeit“ über Demons Run Amok Entertainment. Besonders das Cover Artwork kann sich sehen lassen. 13 Tracks sind drauf, wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. Es geht auch gut rockig los, der Gesang wie aus der Gruft, es regnet derben Metal mit derberem Gekrächz. So offenbart sich „Nicht allein“ als recht guter Opener. Mal sehen, was sich im Laufe des Albums noch tut. Danach präsentiert sich das „Vakuum“ und die Nummern geht direkt ineinander über. Ich höre jetzt nicht viel Unterschied zum Lied vorher. Bei „Kampfherz“ erwartet euch derber Speed Trash Metal mit Gesang, der teilweise klingt wie am Rednerpult. Erinnerungen an die Onkelz werden bei mir hier teilweise wach. Also zum eskalieren und abgehen reicht es! „Zeichen der Zeit“ orientieren sich dann eher an richtig feinem Old School Trash Metal. Der Hintergrund gefällt mir verdammt gut! Der Gesang ist pfeilschnell und klingt nach rotzigem Punk. Die Texte sind leider sehr schwer zu verstehen. „Nichts zu verlieren“ pendelt zwischen Trash, Punk und leichten Death Metal Einflüssen. Hier passt der Gesang auch mal sehr gut. Düster, revolutionär, rebellisch. Das erste Lied, das mir halbwegs komplett gefällt. „Illusion“ packt mich besonders aufgrund der Melodien und der Metal klingt teils nach In Flames, teils nach Dimmu, teils nach Exodus. Dementsprechend vielschichtig ist es dann auch. Der Gesang ist eher wieder punkig, teilweise gröhlt da die ganze Truppe. So klingt es zumindest. Ebenso wie das Lied vorher ein Track, der mir halbwegs gefällt. „Leidenschaft“ ist nur noch derber Punk und der Inbegriff von Old School Trash. Der Metal ist gut, der Gesang gefällt mir persönlich nicht, aber er passt recht gut in´s Soundbild. Der Text geht leider extrem unter, Sebi ist kaum bis gar nicht zu verstehen. „Kein Ende“ fährt rotzigsten Punk gemischt mit Old School Trash auf. „Lucy Far“ hingegen vermengt Speed Metal, Trash, teils Death, Punk und Old School Trash mit einer gehörigen Portion Onkelz. Also Eskalation pur! Gegen Ende redet Sebi in der selben Klangfarbe wie er schreit. Oder krächzt. Wie auch immer man das nennt. Noch ein Lied, das mir halbwegs gefällt. „Veränderungen“ ergießen sich in derbem eskalierendem Trash über Euch. Eines der wenigsten Lieder, wo man Sebi mal zu Großteilen versteht! Durchaus recht gut gemacht. „Von innen nach außen“ macht da stilmäßig keinen Unterschied. Was es mit dem Songnamen auf sich hat, weiß ich nicht. Ich verstehe Sebi wieder nicht. Beim „Monster“ muss ich sagen, liebe ich den verwendeten Metal und den Aufbau. Anfangs schreit Sebi da nur wie in einem extrem Schocker. Es wird gruftig. Der Rest klingt wie die bisherigen Lieder. Teile vom Text versteht man und die sind mehr als gesellschafts- und systemkritisch! Und da sind wir auch schon am Ende angelangt mit „Jedes Wort“. Auch hier versteht man nur Textfetzen. Immerhin dröhnt es noch mal ordentlich.

Fazit: Ich tue mir hier echt schwer muss ich sagen. Rein musikalisch haben die Jungs echt was drauf und der Hintergrund Metal ist der absolute Wahnsinn! Was man vom Text versteht, ist auch toll. Eigenwillig ist es auch. Der Rest, also der Gesang, ist Geschmacks- sache. Rein von der Gesangsebene her reißt es mich persönlich nicht vom Hocker. Geschmackssache halt. Ein wirklich richtiger Minuspunkt: die Texte sind kaum zu verstehen. Die gehen total unter und gerade bei so einem Album ist das mehr als schade. Daran sollte meiner Meinung nach unbedingt gearbeitet werden. Ich kann eine Emp- fehlung für diejenigen aussprechen, die Old School Speed Trash mit Punk lieben und den Gesang mögen.

Tracklist:

01. Nicht allein
02. Vakuum
03. Kämpferherz
04. Zeichen der Zeit
05. Nichts zu verlieren
06. Illusion
07. Leidenschaft (im dunklen Gewand)
08. Kein Ende
09. Lucy Far
10. Veränderung
11. Von Innen nach Aussen
12. Monster (im Kopf)
13. Jedes Wort

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VÖ: 24.11.2017
Genre:
Label: Demons Run Amok Entertainment (Soulfood)

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