The Mission – Another Fall From Grace (CD-Review)

another-fall-from-graceWir schreiben das Jahr 1986. Wayne Hussey und Craig Adams verlassen The Sisters Of Mercy nach einem Streit mit deren Sänger Andrew Eldritch und gründen The Mission. Wayne als Sänger und Gitarrist, Craig am Bass. Zunächst tourten sie unter dem Namen The Sisterhood. Dieser Name wurde jedoch von Eldritch beansprucht, woraufhin der Bandname folgte, der so vielen aus der Szene ein Begriff sein muss und es mit den folgenden Platten schnell schaffte, an den Erfolg von The Sisters of Mercy anzuknüpfen. 9 Alben an der Zahl sollten es werden, genügend Live-Alben und Kompilationens, tausende Evergreens & Singles und 5 DVD´s. 1996 die erste Trennung aufgrund von nicht funktionierender Zusammenarbeit und rückläufigen Plattenverkäufen, 1999 die erste Wiedervereinigung. 2003 eine große Pause, April 2007 ein neues Lebenszeichen. Oktober 2007 das zweite Ende der Band, Abschiedstournee und Beginn von Hussesys Solo-Karriere. Seit 2011 wieder aktiv. Man sieht, wie durchwachsen die Band-Historie ist, zerstören konnte man sie aber nie und so darf man auf weiteres gespannt sein. 2013 machte zuletzt das Album „The brightest Light“ von sich reden.

Am 30.09.2016 erscheint nun endlich der 10. Longplayer namens Another Fall from Grace. Von Altmeister Hussey und Tim Palmer produziert, warten dieses mal viele Gast-Beiträge von Größen wie Gary Numan, Martin Gore (Depeche Mode), Ville Valo (HIM), Julianne Regan (All About Eve) & Evi Vine auf Euch. 12 brandneue Tracks sind es geworden. Das Herz- und Titelstück „Another Fall from Grace“ beginnt. Wunderschöner, getragener, elegischer Wave. Atemberaubend schöne Gitarren, starke Drums, ordentlich Wumms und Herzblut. All das bietet diese Perle. Der Gesang, der uns da entgegen säuselt, gibt uns den Rest. Perfekter Startschuss für The Mission 2016! Die Single „Met-Amor-Phosis feat. Ville Valo (HIM)“ ist ebenso wundervoll geworden. Die beiden Stimmen harmonieren perfekt, dazu feinsten Wave Country Rock und eine wohltuende Düster-Romantik – fallen lassen ist hier erwünscht! „Within The Deepest Darkness (Fearful)“ kommt eher etwas bedrückend und creepy daher. Leicht orientalisch, schleichend, bitterkalt, Horror-Stimmung. Der absolute Halloween-Soundtrack, starkes Lied! „Blood On The Road“ hat seinen Namen sehr verdient. Road Wave Rock at its best, Herzblut, Eingängig- keit, geiler Gesang, es packt sofort. Man möchte mit einem fetten schwarzen Auto auf die Route 66 und einfach nur das Leben spüren, dabei läuft das Liedlein. Perfekt! „Can’t See The Ocean For The Rain“ ist die Sonntags-Hymne und ver- leitet zum Spaziergang am Wasser in einer riesigen Parkanlage im Herbst. Die Single „Tyranny Of Secrets“ ist dagegen ein anderes Kaliber. Dröhnende Instrumente, fiese Stimmung, fieser Gesang, Anklage. Kann man sich ja vorstellen bei dem Namen und der Thematik! „Never’s Longer Than Forever“ ist eine wunderschöne, zerbrechliche, seidenweiche, bittersüße, tief be- rührende, herzzerreißende, dennoch sehr himmlische Ballade. „Bullets & Bayonets“ kommt wie der Name schon verrät sehr mystisch und militant daher mit einem Hauch Ägypten und verdammt elegisch. Richtig feines Teil! „Valaam“ tritt als kurzes Intro auf. Kurz, aber knackig und hat es in sich. Ein düsterer Chor und ein Erzähler mit tiefer dunkler Stimme. Echt fett! Direkt wird in „Jade“ übergeleitet. Hoch dramatisch, verdammt tief, geile Gitarren, sehr zerbrechlich, bittersüß, tief berührend. Richtig feines Stück! „Only You & You Alone“ ist eine großspurige, packende, mitreißende Ballade, die einfach nur Freude macht. Genau so wie da besungen muss das laufen, dann ist es wahre Liebe! „Phantom Pain“ ist mein absoluter Oberfavorit neben dem Vorgänger. Bittersüß, tiefster Gesang, traurige Gitarren-Klänge, treibende Drums, wunderschöner Wave Rock, leichte Blues-Elemente, Worte wie Dorne, längstes Lied mit 7:26, einfach nur beeindruckend und oberaffenmäßig geil – der perfekte Ausklang, ohne jeden Zweifel!

Fazit: Was für eine fette Platte! Auf der Homepage von The Mission wurde es so beschrieben: der perfekte Spagat zwischen „First and last and always“ von den Sisters und „God´s own Medicine“ von TM. Das stimmt absolut, die Scheibe beeindruckt einfach nur. Nach ist 30 Jahre her und die Jungs um die Altmeister Hussey und Adams haben es immer noch drauf. 1000 % The Mission mit neuen Elementen und alten Stärken. DAS ist Gothic meine Damen und Herren! Zu beanstanden habe ich, dass NIRGENDS steht, wo die Gäste genau mitmachen. Man kann es nur erahnen abgesehen vom Duett mit Herrn Valo. Das sollte dringend überarbeitet werden. Das soll auch meine einzige Beschwerde gewesen sein. Die Fans werden es lieben – jeder der noch schwarz ist sollte das mal gehört haben! Damit ende ich, bedanke mich bei den Herren und Euch, lege dieses Album wärmstens an´s Herz, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Another Fall From Grace
02 Met-Amor-Phosis
03 Within The Deepest Darkness (Fearful)
04 Blood On The Road
05 Can’t See The Ocean For The Rain
06 Tyranny Of Secrets
07 Never’s Longer Than Forever
08 Bullets & Bayonets
09 Valaam
10 Jade
11 Only You & You Alone
12 Phantom Pain

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VÖ: 30.09.2016
Genre: Rock, Wave, Gothic Rock
Label: Eyes Wide Shut

The Mission im Web:

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