Saltatio Mortis – Brot und Spiele – Klassik & Krawall (CD-Kritik)

Saltatio Mortis

Als hätten die Spielleute von Saltatio Mortis nicht schon genug erreicht im letzten Jahr, legen sie jetzt noch eine Schippe drauf! Brot & Spiele war das dritte Album in Folge, welches auf Platz 1 der Albumcharts landete, der Vorgänger Zirkus Zeitgeist erreichte Goldstatus, es wurden unzählige Konzerte in ausverkauften Hallen gespielt und, und, und. Das sind Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen könnte, aber daran war für die Band nicht zu denken. Bereits von Zirkus Zeitgeist gab es eine zweite Version, diese hieß ohne Strom & Stecker. Jetzt folgt die zweite Version von Brot & Spiele. Uns erwartet wieder eine Doppel CD – Brot & Spiele – Klassik & Krawall – vollgepackt mit Spielmannspower.

CD 1 ist eine Neuinterpretation vom bekannten Album. Dieses Mal mit imposanter Orchesterbe- gleitung, ungeahnten tiefen und heroischen, musikalischen Aufwartungen. Die Reihenfolge hat sich ein bisschen gewandelt und lediglich der instrumentale Opener „Ein Stück Unsterblich- keit“ und „Mittelalter“ wurden nicht neu interpretiert. Bei Letzterem bedauere ich das etwas, hier hätte mich doch interessiert, was man aus diesem Partysong noch alles hätte rausholen können. Die Songs sind und bleiben klasse. Jedes für sich war in der „normalen“ Version schon ein Highlight, aber was in Klassik und Krawall gezaubert wurde, ist bombastisch. Die Songs bekommen ein vollkommen neues Gewand. Etwas ruhiger und gediegener, dafür mit einer unfassbaren musikalischen Tiefe, die wirklich beeindruckend ist. Aus einigen schnellen Passagen wurde das Tempo herausgenommen und dafür die Intensität gesteigert. Das ist sehr schön zu hören vor allem in „Brunhild“, oder auch bei auch „Dorn im Ohr“. Mithilfe der klassischen Elemente schaffen sie es den Songs noch viel mehr Aussagekraft und Stärke zu verleihen. „Große Träume“ beispielsweise ist Gänsehaut von der ersten Sekunde an. Aleas Stimme fügt sich so harmonisch an die Klänge der Streicher an, als wäre sie genau dafür gemacht. Bei Songs wie „Nie wieder Alkohol“ wird durch das Spektrum an Höhen zu Beginn sogar eine richtige Katerstimmung erzeugt. Unfassbar fantastisch gelöst! Wenn man noch einen Song herausheben möchte, dann ist es definitiv „Spur des Lebens“. Der Song ist eh schon so unfassbar emotional und alle vermittelten Gefühle bekommen noch viel mehr Nachdruck und jede einzelne Sekunde geht direkt ins Herz. Nach CD1 ist man einfach nur vollkommen geflasht und überrascht, was man aus augenscheinlich perfekten Songs noch her- ausholen kann.

Als purer Kontrast, böser Bruder oder Gegenteil folgt mit CD2 ein absolutes Feuerwerk! Jeder der schon einmal das Glück hatte Saltatio Mortis live zu erleben, weiß, dass die Spielleute keine halben Sachen machen, sondern jede Halle zum Beben bringen und keinen Stein mehr auf dem anderen lassen. Diese Power und diese Energie wurden festgehalten und finden hier eine perfekte Plattform. Nach den ruhigen Minuten, die man eben im Klassikteil erleben durfte, wirkt die Krawallseite noch energiegeladener. Das Konzert in Oberhausen wurde auf einen Silberling gebannt, der einen guten Eindruck vermittelt, wie es live abgeht. Schon nach den ersten Klängen ist man in Konzertlaune und will nichts anderes mehr als tanzen. Die Konzerte der „Brot & Spiele“ Tour wurden eröffnet mit „Ein Stück Unsterblichkeit“ und so hat es dieser Song nun doch noch auf Klassik & Krawall geschafft. Der nahtlose Übergang zu „Große Träume“ sorgt für Ausraster im Publikum und man hört förmlich die Energie, die beim Konzert in der Luft lag. Auf der Tour wurde den neuen Songs sehr viel Platz geboten, um zu überzeugen und so finden sich neben „Große Träume“ auch alle anderen Songs von Brot & Spiele auf der Tracklist. So manche Band bietet neuen Songs eher eine kleine Plattform und spielt hauptsächlich alte Klassiker, gespickt mit nur 6-8 Neuerscheinungen. Bei Saltatio Mortis finden sich unter den 18 gespielten Tracks aber nur vier Songs, die den Fans schon lange bekannt waren. Dazu gehört natürlich der Weckruf „Wo sind die Clowns“ vom Zirkus Zeitgeist Album. Ein Song der einen von der ersten bis zur letzten Sekunde feiern lässt. Dieser hätte auf keinen Fall fehlen dürfen. Vom Album „Das schwarze Einmaleins“ gibt es dann noch „Wachstum über alles“ zu hören. Hier bin ich immer wieder überrascht, auf Platte einer der Songs, die ich am wenigsten mag, aber live eine unfassbare Granate! Abgerundet wird das Konzert dann mit zwei wirklichen Klassikern. „Eulenspiegel“ und „Spielmannsschwur“ beenden einen wirklich wundervollen Abend voller Energie.

Fazit: Brot & Spiele in der Klassik & Krawall Edition ist schon etwas ganz besonderes! Im ersten Teil voller Emotionen und mit einer unerwarteten musikalischen Bandbreite vertont und dann, zack, auf die Fresse wandelt sich alles und man wird mit Energie und Leidenschaft überschüttet. Die beiden Abschnitte zu vergleichen fällt unfassbar schwer, weil sie so gut für sich selber stehen können. In Kombination erwirkt das eine nur eine Steigerung der Intensität des anderen. Im Kontrast wirken Klassikteil und Krawallpassagen nur noch viel intensiver. Jetzt hätte ich den Wunsch nach beiden in Kombination. Die starke Bühnenpräsenz, die volle Ladung Energie gepaart mit der musikalischen Explosion des Orchesters. Eine Klassik & Krawall Tour, das ist das, wonach das Fanherz jetzt schreit!

Tracklist:

CD1
01. Brunhild (Klassik)
02. Dorn im Ohr (Klassik)
03. Besorgter Bürger (Klassik)
04. Sie tanzt allein (Klassik)
05. Ich werde Wind (Klassik)
06. Heimdall (Klassik)
07. Brot und Spiele (Klassik)
08. Nie wieder Alkohol (Klassik)
09. Spur des Lebens (Klassik)
10. Europa (Klassik)
11. Träume aus Eis (Klassik)
12. Große Träume (Klassik)

CD2
01. Ein Stück Unsterblichkeit (Krawall Live)
02. Große Träume (Krawall Live)
03. Dorn im Ohr (Krawall Live)
04. Wo sind die Clowns? (Krawall Live)
05. Brot und Spiele (Krawall Live)
06. Wachstum über alles (Krawall Live)
07. Europa (Krawall Live)
08. Besorgter Bürger (Krawall Live)
09. Spur des Lebens (Krawall Live)
10. Heimdall (Krawall Live)
11. Brunhild (Krawall Live)
12. Ich werde Wind (Krawall Live)
13. Träume aus Eis (Krawall Live)
14. Nie wieder Alkohol (Krawall Live)
15. Sie tanzt allein (Krawall Live)
16. Mittelalter (Krawall Live)
17. Eulenspiegel (Krawall Live)
18. Spielmannsschwur (Krawall Live)

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VÖ: 22.03.2019
Genre: Mittelalter Rock
Label: We Love Music (Universal Music)

Saltatio Mortis Live 2019:

21.03.19 Memmingen, Kaminwerk
22.03.19 Nürnberg, Löwensaal
23.03.19 CH-Pratteln, Z7 Konzertfabrik
29.03.19 Bremen, Pier 2
30.03.19 Leipzig, Haus Auensee
04.04.19 Heidelberg, halle02
05.04.19 Hannover, Capitol
06.04.19 Osnabrück, Hyde Park
11.04.19 Frankfurt a.M., Batschkapp
12.04.19 Gotha, Stadthalle
13.04.19 Köln, E-Werk
16.08.19 Oranienburg, Schloss Oranienburg
17.08.19 Weissenfels, Schloss Neu – Augustusburg
23.08.19 Magdeburg, Festung Mark
30.08.19 Wertheim, Burg Wertheim
31.08.19 Görlitz, Landskron Kulturbrauerei

Saltatio Mortis im Web:

Homepage

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