HAEDZOR – Lust, Frust und andere Gewächse (CD-Review)

lust-frustDer Name Gunnar Kreuz ist nicht mehr wegzudenken. Ob nun Kreuzheim oder aktuell mit The Sexorcist – der Dark Electro (bei Projekt 2 mit vornehmen Look und Electro auf EBM-Wurzeln) liegt ihm einfach sehr gut. Reichen tut ihm das allerdings nicht. Der Gedanke an ein eigenes Projekt keimte einfach zu sehr und Pause – das gönnen sich andere. Vor 6 Jahren bereits prägte der Projektname HAEDZOR ihn für die elektronische Musik, alles konnte in eine Schublade gepackt werden, 2012 folgte dann aber erst einmal Kreuzheim. Pure Velvet. Design, die die Grafiken basteln und TRICONE Studios (zuständig für den musi- kalischen Feinschliff) unterstützen ihn nun bei Band Nummero 3.

Am 08.10.2016 erschien nun das Debüt-Album Lust, Frust und andere Gewächse. Alles Eigenproduktion, Label gibt es nicht. 11 Tracks sind drauf. Die „Neue Welt“ darf beginnen. Spacige, abgedrehte Sounds wecken schon mal die Spannung, richtig feine Sounds gesellen sich dazu, ein kleiner Stampfer entwickelt sich daraus. EBM, Dark Electro, eine fesselnde Stimme, das Ganze als starker Klangteppich, überzeugende Lyrics – welch fabelhafter Startschuss! Gunnar hat durchaus eine sehr schöne Welt! Die Single „Verloren im Paradies“ ist schon ein ganz anderes Kaliber. Stampfender EBM, tiefkehliger Gesang, ein herzlicher Refrain aus Synthie-Klängen und wohligem Gesang – coole Mische, coole Lyrics, perfekte Singlewahl! Der „Höllenritt“ macht seinem Namen alle Ehre. Perfekter Dark Electro, schneller cooler Gesang, genau so schnelle Rhythmik, Coolness-Faktor 1000. Der Ritt wird Euch gefallen! Einziger Minuspunkt: an einigen Stellen ist Gunnar leider schlecht zu verstehen, da könnte deutlicher gesungen werden. Übrigens sind auch hier gewisse EBM-Anteile zu vernehmen. „Wolfsmoor (Moorgeflüster)“ verrät schon sehr viel. Besonders jetzt vor Halloween. Gute Vibes und ordentliches Futter für´s Tanzbein erwarten einen hier auf jeden Fall. Besonders gruselig ist der Song allerdings nicht, ich finde es eher witzig. Gut gemacht ist es in jedem Fall. Immerhin gescheites Disco-Futter an Halloween, braucht man ja auch! Und eine kleine böse Note ist ja auch dabei. Ein Besuch bei eben jenem Moor wäre durchaus interessant. Ob es zu empfehlen ist? Das überlasse ich Euch. „Untergang“ sticht musikalisch sehr heraus. Heroische Trauermelodien, eine gewisse Schwere, deftige Lyrics, tiefster Gesang, Marschmusik. Neben all der Tanzmusik muss es auch so was geben, gerade wenn es von Gunnar kommt. Lasst Euch infizieren und folgt seinem Wort! Das „Lustspiel“ hingegen bringt etwas feuchten Humor mit. Es wird schlüpfrig gemäß dem Album-Namen! Der perfekte Anheizer für gemeinsame Stunden. „Feuer, Eis und Krautsalat“. Sau witzig, typischer EBM-Kontext im Dark Electro Gewand, typischer Festival-Song. Muss man mal gehört haben, herrlicher tanzbarer Blödsinn! Ihr habt vorhin den Grusel-Faktor vermisst? Hier ist er in Gestalt von „Ein seltsam alter Mann“. Passender Gesang, dröhnender Dark Electro, normaler und tiefkehliger Gesang, fesselnde Lyrics, super erzählt. Echt super Song! „Rosemarie (… man tötet nicht)“ ist einer meiner Favoriten. Sehr toll erzählt, klasse gesungen, wundervolle Melodien, tolle Lyrics. Daumen hoch Herr Kreuz! „Wenn der Himmel fällt“ kennen einige bestimmt schon. Seit Anfang Juni schon ließ sich da hinein hören. Lohnen tut es sich in jedem Fall. Feiner Dark Electro, ein Hauch EBM, tiefkehliger Gesang, interessante Atmosphäre, gute Worte, spannende Melodien, tragische Note. Einfach toll gemacht! „Synthetik Sinfonie I“ wird vielen ein fettes Lächeln und Herzenaugen aufzaubern. Das Liedlein erinnert nämlich an alte Nintendo-Zeiten und endlose Stunden in digitalen Welten. Tolle Sounds, die sofort verzaubern, nehmen den Hörer auf eine erneute Reise mit. Welch grandioser Abschluss und absoluter Oberfavorit!

Fazit: Das ist ein Album, das man mal gehört haben muss! Abwechslungsreich, total crazy, lustig, teilweise düster, tanzbar, Horror-Fans werden beglückt – hier bekommt eigentlich jeder was! Alles typisch Gunnar, man hört einfach dass es seins ist. Ich finde das Album gut, Laune macht es, einen Denkanstoß gibt es – was will man mehr. Spannung ist groß, was uns da noch erwartet. Jemandem wie Herrn Kreuz fällt doch immer was ein. Vielleicht schafft er es hiermit sogar, Dark Electro- und EBM-Fans gleichermaßen zu begeistern. Musikalisch hat es funktioniert, ich drücke beide Daumen. Damit ende ich, bedanke mich bei HAEDZOR und Euch, bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Neue Welt
02 Verloren im Paradies
03 Höllenritt
04 Wolfsmoor (Moorgeflüster)
05 Untergang
06 Lustspiel
07 Feuer, Eis und Krautsalat
08 Ein seltsam alter Mann
09 Rosemarie (… man tötet nicht)
10 Wenn der Himmel fällt
11 Synthetik Sinfonie I

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VÖ: 08.10.2016
Genre: Dark Electro
Label: Haedzor

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