Golden Apes – M A L V S (CD-Review)

malvsDie Golden Apes sind eine deutsche Gothic Rock-Band aus Berlin, die 1998 gegründet wurde. Der Bandname basiert auf einem Wortspiel, das sich inhaltlich auf Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra bezieht. Markenzeichen der Band sind melancholisch-atmosphärische Songs und vielschichtige, teils surreale Lyrics. Sänger Peer Lebrecht, Bassist Christian Lebrecht und Gitarrist Eric Bahrs riefen die Apes 1998 in´s Leben. Nach ersten Konzerten mit Scream Silence und Whispers In The Shadow erschien 2000 das Debüt-Album „Stigma 3am“, das noch stark nach den Anfängen von Dark Wave / Postpunk klang. 2001 stieß Schlagzeuger Nestor de Valley dazu, 2009 wurde er durch Joe Finck ersetzt (Nestor trommelt dafür seitdem bei Scream Silence). Live-Keyboarder Sven Wolff wurde festes Mitglied, stieg im November 2009 aber ebenfalls aus und wurde von Dirk Wildenhues ersetzt. (Quelle: Wikipedia) Insgesamt 7 Alben haben sie bisher veröffentlicht, zuletzt begeisterte die EP „The langsyne Litanies“ (2014). Ihre treue Fangemeinde ist ent- sprechend groß.

Am 25.11.2016 erscheint nun endlich das 8. Studioalbum Malvs. 13 brandneue Stücke sind drauf. Das längste Lied mit 6:30 „Cedars of Salt“ beginnt. Hymnisch, düster, orchestral, getragen, widerhallend, gewaltig, scheppernd, beeindruckende Melodien. Über diesem monumentalen Klangteppich schwebt Peers fantastische Stimme. Ein richtiges Goldstück, in das man sich verlieben muss! Perfekter Opener und somit auch perfekter Startschuss für die Apes 2016! „Ignorance“ hingegen präsentiert sich roher und schroffer. Leicht verzerrter Gesang, als stünde Peer in einer Luftblasse. Knallt ordentlich und begeistert sofort! „Halving Moons“ ist das erste freundliche Wave Postpunk Stück der CD. Warmherzig, wunderschöne Melodien, Gänsehaut, tief berührender Gesang, Old School Gothic at its best! Dafür legt „Verity“ wieder mit ordentlichem Gothic Wave Rock los. Dröhnende Drums, verzerrte sägende Gitarren, düstere Synths, angespannte Atmosphäre, hervorragender Gesang. Wie es über Youtube aussieht, ist es auch die erste Auskopplung. „Drown“ ist mit das düsterste, was diese Platte zu bieten hat. Extrem düstere Klänge, verzweifelter Gesang, trauernde Instrumente, Hoffnungslosigkeit, tiefe Melancholie, teils schwere Depression, keinerlei Licht mehr, tief treffende wunderschöne Melodien. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Missing“, nur dass die Instrumente richtig derbe verzweifelt klingen. „Grinding Mills“ entführt in eine Zeit vor dem großen Szenesterben. Als die großen Goth Rock / Wave / Postpunk Helden noch erstrahlten. Die Apes huldigen ihnen damit perfekt! „Occam´s Razor“ hingegen sägt ordentlich am Nervenkleid und die musikalische Depression breitet sich weiter aus. Im positiven Sinne, das sind die Emotionen, die dabei entstehen. Musikalisch allererste Sahne! Eben ein richtig feiner Tieftoner! „Correlation“ beeindruckt mich zutiefst. Melancholische Gitarren, gezupfter Bass, zutiefst melancholischer Gesang. Und das alles reicht in diesem traumhaft schönen 1:21 Stück! Das perfekte Zwischenspiel für „Shadowplay“, was wieder etwas mehr Licht reinlässt. Im Herzen entfacht es eine riesige Flamme. Einfach nur schönster Old School Goth! Wer es schon hören möchte, kann sich die Live-Version vom WGT 2016 ansehen. In eine ähnliche Richtung geht auch „Malady“. Ich glaube, „Cedars of Salt“, „Occam´s Razor“ und „Sermon in the Vale“ gehören thematisch irgendwie zusammen. Alle 3 fallen musikalisch etwa gleich aus, der selbe tief verborgene Okkultismus breitet sich da aus. Etwas magisches, betörendes, schwer greifbares, noch schwerer zu beschreiben. Hört es Euch an, ich bin einfach nur hin und weg! Ihr hört das Herz- und Titelstück „Malus“. Die Offenbarung. Die Eröterung. Die Definition des Titels. Die Krone des Albums. Der Song, der alles vereint. Hier gipfelt alles. Faszinierende Sound-Konstrukte, Melodien aus einer anderen Welt, eine sehr große musikalische Tiefe, ein gewaltiger Soundtrack. Das ist nicht nur Musik – das ist so viel mehr! Als absoluter Höhepunkt der CD wirklich sehr gelungen dieses Instrumental!

Fazit: Was soll ich noch sagen. DAS IST GOTHIC !!! Auf 13 faszinierende Songs klingt die Band um Sänger Peer Lebrecht wirklich vielfältiger und experimenteller als jemals zuvor. Es gibt absolut nix zu beanstanden! Ich kann dieses Werk nur jedem empfehlen, der noch halbwegs Gothic vertritt, sich das Album zuzulegen. Damit ende ich, bedanke mich entsprechend bei Golden Apes und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Cedars Of Salt
02. Ignorance
03. Halving Moons
04. Verity
05. Drown
06. Grinding Mills
07. Missing
08. Occam´s Razor
09. Correlation
10. Shadowplay
11. Malady
12. Sermon In The Vale
13. Malus

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VÖ: 25.11.2016
Genre: Darkwave, Alternative, Gothic
Label: Afmusic

Golden Apes im Web:

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