Nine Inch Nails – Not the Actual Events (CD-Review)

Nine Inch Nails – was soll man über diese Legende noch sagen! 1988 in Cleveland, Ohio von Trent Reznor gegründet, entwickelte sich seitdem zu eine hervorragende Karriere, die es nur wenige in diesem Genre geschafft haben. Nine Inch Nails ist keine „herkömmliche“ Band an sich, sondern eher ein Musikprojekt, das eigens der Realisierung von Reznors musikalischen Einfällen dient. Im Studio sind weitere Musiker ebenso wie Tontechniker gerne gesehen, dienen aber lediglich als Assistenten. Der Meister selbst spielt alle Instrumente selber ein. Allein das verdient Bewunderung und Respekt. Immerhin ist nun mittlerweile Soundtrack-Kollege Atticus Ross das zweite feste Bandmitglied, was NIN zum Duo aufsteigen lässt. 8 Alben, 2 EPs, 3 Remix- Werke und weitere Projekte wie Soundtracks und weitere Bands Reznors zeigen, wie vielseitig er agieren kann. Zuletzt begeisterte 2013 das Werk „Hesitation Marks“.

Am 23.12.2016 erschien nun endlich eine brandneue EP genannt „Not The Actual Events“. 5 brandneue Tracks sind darauf zu finden, wie sie diesmal klingen, erfahrt Ihr jetzt: „Branches / Bones“ macht den Anfang. Dumpfe, dröhnende Industrial Klänge und gescheiter Industrial Rock bestimmen hier das Klangbild. Darüber thront Reznors Organ, welches eingängig und aufreibend zugleich agiert. Starker Opener! „Dear World“ hingegen ist eine extrem unterkühlte Techno / Wave Nummer, die kälter nicht sein könnte. Passend zum Namen der EP, spiegelt es genau das wieder, was aktuell auf der Welt passiert. Einfach nur perfekt und sehr empfehlenswert! Düster wird es mit dem Monumental-Werk „She’s Gone Away“. Old School mit Neuzeit-Methoden und -qualität. Die Fans der ersten Stunde werden sich augenblicklich verlieben. Typisch verstörende Atmosphäre, abwechslungsreicher Gesang, ein ordentliches Klanggewitter, verschachtelt, pure Schizophrenie. Ihr seht schon: das muss gehört werden! „The Idea Of You“ ist wieder etwas ganz anderes. Hier gibt es gescheiten Industrial Rock und dramatische Klavier-Piano-Klänge mit geflüstertem Gesang, der urplötzlich in pure Eskalation umschlägt. Diese krassen Wechsel, dieses Gespaltene, dieses Wahnsinnige – das ist genau das, was unsere heutige Zeit ausmacht. Das ist NIN, wie sie „geboren“ wurden. „Burning Bright (Field On Fire)“ könnte die EP nicht besser ausklingen lassen. Rock, Industrial, Wave, undefinierbare Sounds, Terror, Eingängigkeit, alles was geht wird hier gemischt und zu einem genialen Soundbrei verrührt. Für mich eines der genialsten Stücke der NIN-Geschichte!

Fazit: NIN sind wieder zurück und das mit einem Knall, der sich gewaschen hat! Alles, was hier passiert, hat seine Gründe und ist so tief verwurzelt und verschachtelt, dass es schwer zu erklären und aufzuzeigen ist. Was Fakt ist, habe ich oben ja bereits erwähnt. Die aktuelle Zeit wird genau so dargestellt, wie sie eben ist. Krank, kalt, schroff, einlullend, umgarnend, eskalierend, aufrüttelnd, gefühlvoll, dramatisch – und das teilweise alles auf einmal! Wer hier nicht geweckt wird, dem ist nicht mehr zu helfen! Vom Sound her geht es für Reznor und Ross back to the roots, was die Fans der ersten Stunde wirklich feiern und lieben werden. Damit möchte ich enden, bedanke mich herzlichst bei NIN und Euch, sage bis bald, wünsche viel Spaß beim Anhören und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Branches / Bones
02. Dear World,
03. She’s Gone Away
04. The Idea Of You
05. Burning Bright (Field On Fire)

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VÖ: 23.12.2016
Genre: Alternative Rock, Electronica, Industrial Rock, Industrial Metal, Dark Rock
Label: The Null Corporation

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