Leaves´ Eyes – Sign Of The Dragonhead (CD-Review)

Leaves’ Eyes

Gleich zu Beginn des neuen Jahres lassen Leaves’ Eyes mit neuem Material die Herzen ihrer Fans höher schlagen. Seit 2003 ist die Symphonic Metal Band um Alexander Krull und ehemals Liv Kristine nun schon aktiv und hat sich eine riesen Fanbase erspielt. Ehemals, denn Goldkehlchen Liv stieg 2016 aus. Seitdem ist die neue Dame am Mikro niemand Geringeres als Elina Siirala, die nebenbei auch bei EnkElination und Angel Nation die Zügel in der Hand hält. Im selben Jahr veröffentlichte die Band zur Feier des Einstiegs die EP „Fires in the North“ inklusive der Neu- interpretation von „Edge of Steel“. Das letzte Album, noch mit Liv, „King of Kings“ erschien 2015.

Am 12.01.2018 erscheint nun das erste Album mit Elina und das insgesamt siebte ihrer bisherigen 14-jährigen Bandgeschichte. Sign of the Dragonhead heißt das gute Stück. 11 brandneue Stücke sind hier vertreten. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. Die bereits Vorveröffentlichung „Sign of the Dragonhead“ in seiner Position als Herz- und Titelstück hat die ehrenvolle Aufgabe des Openers. Hymnisch, gigantisch, nordisch, betörend, verzaubernd, fantastisch gesungen von Elina, gut gegrowlt von Alexander. Starker Opener, perfekter Appetizer, sehr vielversprechend! Donnerte eben noch epischster Symphonic Metal, prescht bei der zweiten Auskopplung „Across the Sea“ Folk Epic Symphonic Metal aus den Boxen. Alle braven Seeleute, die je die Meere befahren haben, werden hier geehrt. Natürlich bevorzugt die Nordmannen. Aber egal wer genau angesprochen wird: jeder Seemann, jede Landratte mit Vorliebe für folkigen Epic Metal und legendäre Melodien wird hier belohnt! Danach wird es melancholisch, romantisch, elegisch, episch mit „Like a Mountain“. Etwas dunklerer Symphonic Metal schleppt sich da tonnenschwer durch die Boxen in´s Herz, während Elinas herzzereißende Worte in romantische Gefilde entführen. Eine weitere, höchst geniale Folk Epic Symphonic Metal Hymne ist „Jomsborg“. Alex und Elina berichten hier im Wechselspiel von der alten Festung der Jomswikinger im Bereich der Mündung der Oder, die im 12. Jahrhundert zerstört wurde. Ihre Lage ist unbekannt, die Lokalisierung umstritten. Das alles erklärt den entsprechenden Aufbau des Stückes und es ist eine perfekte Story für die Band, die sie genauso perfekt erzählt! Vom Stil her geht „Völva“ in eine ähnliche Richtung. Die Völva ist der altnordische Begriff für eine Seherin, Wahrsagerin, Hexe, Zauberin, Prophetin oder Schamanin. In der germanischen Mythologie ist sie auch als Wala bekannt. Dementsprechend mystisch, magisch, betörend-verzaubernd geht es hier auch musikalisch und stimmlich zu. Mit „Riders on the Wind“ nehmen uns Elina und ihre Jungs mit auf einen ausgelassenen Mittelalter-Metal Ausritt durch Irland. Irische Luft, Meer, hoch zu Pferde, diese wunderschöne herrlich fröhlich ausgelassene Musik dazu im Ohr, die den Ritt begleitet. Im Mittelteil wird der Ritt dann etwas holpriger und düsterer. „Fairer than the Sun“ übertrifft „Like a Mountain“ um ein zigfaches an Pathos, Tiefe und Emotionalität. Auch wenn man beide Stücke nicht vergleichen kann und das bei einer Ballade ein leichtes ist. Dieses hier ist orchestral, romantisch, zerbrechlich, engelsgleich. Einfach nur wunderschön gesungen von Elina! Und schon dröhnt es wieder mit „Shadows in the Night“ und das Gaspedal wird etwas mehr durchgedrückt. Welch beeindruckende Inszenierung! Ein eigenes kleines Wikinger-Theaterstück! Die „Rulers of Wind and Waves“ präsentieren sich als wundervolles, mystisches, instrumentales Kleinod. Elina ist elfengleich kurz zu hören und die typischen Wikinger-Geräusche. Das Herz- und Titelstück der letzten EP, „Fires in the North“, darf natürlich auch nicht fehlen. Gerade dieses Brett vertritt die Nordmannen in jeder Hinsicht. Für das Ende haben sich Elina und ihre Jungs was ganz Feines ausgedacht. „Waves of Euphoria“ nennt sich das Ergebnis. Und das ist wirklich einfach nur höchst genialer Epic Symphonic Dröhn Metal! Es dröhnt, scheppert, headbangt, walzt und betört in jeder einzelnen Sekunde! Würdiger Abschluss für so ein Werk!

Fazit: Es gibt Bands, die schaffen es, sich mit jeder Veröffentlichung zu steigern. Leaves´ Eyes sind da ein gutes Beispiel. Ihr Symphonic Metal wird immer ausgereifter, orchestraler, filmreifer, gigantischer, opulenter, gefühlvoller, nordischer. Und Elina ist die perfekte Neubesetzung! Möge diese neue Energie, diese neue Konstellation lange erhalten bleiben und mögen das Schiff dieser Band sie weitere 14 Jahre + mehr tragen! Abwechslungs- reichtum, das Befahren neuer Horizonte, das Vertiefen bereits beschrittener Wege, Kraft und Ehrgeiz treiben diese Metal Macht voran.

Tracklist:

01 Sign of the Dragonhead
02 Across the Sea
03 Like a Mountain
04 Jomsborg
05 Völva
06 Riders on the Wind
07 Fairer Than the Sun
08 Shadows in the Night
09 Rulers of Wind and Waves
10 Fires in the North
11 Waves of Euphoria

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Vö: 12.01.2018
Genre: Symphonic Metal
Label: AFM Records

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