Kirlian Camera – Hologram Moon (CD-Kritik)

Kirlian Camera

Eine wahre Legende, ein Urgestein der Szene meldet sich mit einem Knall zurück: Kirlian Camera! Seit 1980 kommt herrlicher dunkel-romantischer, mal dunkel-tanzbarer flotter Dark Wave, Electro-Pop und gesunder Gitarren-Sound aus dem sonst so sonnigen Parma, Italien. Aktuell sind neben der attraktiven Elena Alice Fossi und ihrem Kameraden Angelo Bergamini (Haupt-Akteure) noch Keyboarder und Drumpad-Maschinist Falk Pitschk (seit 2005) sowie Bassist Andrea Artusi (seit 2010) und Gitarrist Kyoo Nam Rossi (seit 2010) mit an Bord. Das letzte Album „Black Summer Choirs“ er- schien 2013, 2015 noch eine Best of und 2017 die EP „Sky Collapse“, die das neue Album vorankündigte.

Am 26.01.2018 erscheint es nun unter dem wundervollen Namen „Hologram Moon“. 12 brandneue Perlen sind drauf und Eskil Simonsson, Sänger von Covenant, ist sogar zweimal zu hören. Wie alles klingt, erfahrt Ihr jetzt. Eröffnet wird die neue Platte durch die „Holograms“. Und so kommt das Intro auch daher. Monumental. Leise, dennoch kraftvoll. Verzaubernd. Ab der Mitte setzt Elenas wunderschöne Stimme ein und es wird sehr atmosphärisch. Direkt aus dem Raumfahrtzentrum zu Euch kommt der Titeltrack der Vorgänger-EP „Sky Collapse“ mit Eskil Simonsson. Gute Idee gewesen, die Beiden harmonieren perfekt miteinander. Eine feine, tanzbare Dunkel-Romantik-Perle ist draus geworden, die Ihr Euch unbedingt anhören müsst! Es folgen die „Lost Islands“ und Angelo beweist erneut sein Können an den Maschinen. Verzweigte Elektronik, ein starkes Stück elektronischer Klangkunst, eine betörende seichte Finsternis mit leichten Lichteinfällen und wundervoller Gesang. Etwas dramatischer auf der Emotions-Ebene wird es mit „Polar IHS“. Und die Polarnacht wird hier perfekt eingefangen. Etwas kalt, aber monumental und wunderschön. Da schmilzt jedes Eis! Und noch mal mit Eskil! „Helium 3“ ist doch mal schon alleine vom Namer her ein cooler Name. Noch cooler wird es durch das Klanggerüst, das da wabert. Man fühlt sich direkt in den Weltraum versetzt. Denn die Geräusche erinnern direkt daran. Wo wir gerade im endlosen Raum sind, präsentiert sich der „Kryostar“. Flott, tanzbar, rhythmisch, macht Stimmung und gute Laune. Ab in die „Ballrooms on Mars“ wie sie The Crüxshadows, beziehungsweise im Original T. Rex besangen. „I Don’t Sing“ ist ein witziger Name, denn Angelo singt hier trotzdem. Aber er meint da sicher was anderes. Findet es doch durch Anhören heraus! Coole Nummer geworden mit freakig-genialer Elektronik. Das Ende ist etwas verstörend. Zwitschernde Vögel, ein Schuss ertönt, Menschen reden wie wild durcheinander. Das ist eindeutig typischer Kirlian Camera Humor! Mit „The Storm“ wird es etwas kitschig-nostalgisch. Denn Elena singt in einem leichten Chanson, natürlich vor passender Kulisse. In einem Uralt-Film oder in einer hoch dramatischen Love-Story der perfekte Soundtrack! Auch ohne diese Kulisse ist es ein starkes Stück Musikgeschichte geworden. Gerade im gigantischen KC-Kosmos. Die „Eyes Of The Moon“ hat auch noch nie direkt jemand besungen. Zeit wurde es, dachten sich die Beiden und haben es einfach gemacht. Sie wachen über Euch, wissen ganz genau was ihr tut. Die Augen des Mondes. Sehr lyrisch und wunderschön umgesetzt. „Equation Echo 01“ ist ein weiteres, monumentales Zwischenstück nach „Helium 3“. Die verspielte Elektronik ist immer so genial! Vor allem wird für das folgende Stück immer ein Teil des vorherigen Zwischenstücks verwendet. Wie auch bei dem recht düsteren, dennoch atmosphärischen „Haunted River“. Solch bild- und soundgewaltiges Album braucht auch ein ebenso gewaltiges Finale. Und wer wären KC, wenn sie das nicht machen würden. „Traveller´s Testament“ nennt sich das Ganze und es macht seinem Namen ALLE Ehre! Einfach nur gigantisch, was da passiert!

Fazit: Wahrlich beeindruckend, das neue KC Werk! Abwechslungsreich, tanzbar, dunkel-romantisch, geniale Elektronik, Elenas einzigartige wunderschöne Stimme, Ekils Gast- beiträge, ein wundervolles Cover Artwork – eindeutig aus der KC Schmiede! Und intergalaktisch gut! Um mal das Album Thema widerzuspiegeln. Hauptsächlich geht es natürlich um den Weltraum, seine Weiten, seine Wunder. Aber auch andere Naturphäno- mene wurden vertont. Ein sehr Soundtrack-artiges Album, eine riesige Dokumentation gar! Und unverkennbar Kirlian Camera! Es braucht eben Zeit, um solch ein Werk zu kreieren.

Tracklist:

01. Holograms
02. Sky Collapse (feat. Eskil Simonsson of Covenant)
03. Lost Islands
04. Polar-IHS (feat. Eskil Simonsson of Covenant)
05. Helium 3
06. Kryostar
07. I Don’t Sing
08. The Storm
09. Eyes Of The Moon
10. Equation Echo 01
11. Haunted River
12. Travelers‘ Testament

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VÖ: 26.01.2018
Genre: Dark Wave, Electro-Pop
Label: Dependent (Alive)

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