Jen Majura – InZENity (CD-Review)

Jen Majura

Evanescence-Gitarristin und Multitalent Jen Majura holt mit “InZENity” zu ihrem längst überfälligen Solo-Zweitschlag aus. Sowohl der Titel des Zweitlings als auch die sympathische, hochenergetische Persönlichkeit hinter dem Werk lassen nicht weniger als höchst mitreißenden, unterhaltenden Wahnsinn mit großer Musikalität zu und erwarten. Und genau das bekommen ihre Fans auch: 11 Songs, die vor Ideenreichtum, irren Gitarrenlicks und ansteckenden Refrains nur so sprudeln – 200% Jen Majura eben und nicht zuletzt das bislang persönlichste Werk der Ibanez- und ENGL-Botschafterin. Brachiale Axt-Unterstützung erhält der liebenswerte Workaholic zudem von den langjährigen Freunden Alex Skolnick (TESTAMENT), Jeff Waters (ANNIHILATOR), Mattias IA Eklundh (FREAK KITCHEN), Jan Zehrfeld (PANZERBALLETT) und Nico Schliemann (GLASPERLENSPIEL), die allesamt irrwitzige Gastsoli beigesteuert haben. Anschnallen und festhalten also, wenn Jen Majuras “InZENity” losgelassen wird! (Pressetext)

Am 24.11.2017 kommt nun endlich der Nachfolger „InZENity“ auf den Markt. Wie die 11 brandneuen Songs klingen, erfahrt Ihr jetzt. Natürlich, wie könnte es anders sein, beginnt es richtig fett. „All the other Ones“ fegt eine richtig heiße Nummer auf´s Parkett. Und es stimmt wie hier besungen: Jen sticht einfach raus und ist nicht wie die anderen! Und sie beweist, dass sie auch richtig gut singen kann! Was für ein Befreiungsschlag für alle Andersartigen! Da folgt auch schon das Herz- und Titelstück „InZENity“. Dadurch, dass Jen den Titel auch genauso singt, wie er da steht, wirkt es teilweise etwas befremdlich. Aber genauso, dass es richtig cool klingt und außergewöhnlich (damit auch selbstständig) klingt. Old School Rock Metal, Trash, Melodic, paar orientalische Einschläge, viele Breaks, höchst geniale Riffs, verschiedenste Gesangsformen – muss man mal gehört haben! Es wird etwas sanfter, melodischer, elegischer mit „Leave me“. Jen kann also auch „romantisch“. Und dennoch genügend Bombast, metallische Härte und der Mittelfinger angesichts der Thematik. „Drama Queen“ hingegen zeigt sich als explosives, höchst geladenes, ober- cooles Granatenteil! Jen gibt sich rotzig, frech, rockig und wie gesagt obercool. „Bully Lies“ entpuppt sich als wahre Trucker-Hymne. Also Cowboy-Hut auf, Weste an, rein in die Stiefel, Arsch in den Bully geschwungen und ab auf die Route 66, während man dieser wunder- baren CD zuhört. „Lied ohne Namen“ präsentiert Jens akustische Stärken. Akustik-Gitarre, Klargesang, Rockröhre, leichte Trommeln. Richtig toll! Und gleichzeitig bekommen viele noch ihr Fett weg, denn sie lässt sich durch Angriffe und negative Presse nicht runter kriegen. Sie macht immer ihr Ding und das ist sehr lobenswert, weiter so! „Sick Brain“ ist ein sehr passender Titel für die nächste Nummer, denn nach dem Akustik-Ausflug mixt Jen Slipknot mit Trash Metal und rockt Euch den Arsch weg! Fettes Teil, also hoch mit Euch, abgehen und headbangen! „Stupid Piece of Wood“. Durchaus amüsierender Titel, der nachdenklich macht, während man breit schmunzeln muss. „Du dummes Stück Holz“ singt Jen hier in alter Korn, Rage Against The Machine, Hard Rock Manier. Entweder ein Mensch oder eine nichtstaugende Gitarre, die hier gemeint sind? Findet es raus, es lohnt sich! Ebenso witzig liest sich „Tobi didn´t show up for Breakfast“. Whatever uns das sagen soll! Aber es ist ein richtig umwerfendes, episches Instrumental! Ebenso rätselhaft ist „Like Chuck Norris“. Zumindest zunächst. Es gibt so unheimlich viele Sprüche und Witze über ihn – die hier sicher nicht gemeint sind. Aber die Vorstellung ist witzig! Nein, Jen meint wohl sein Verhalten in „Texas Ranger“. Da ist man doch gerne mal wie Chuck Norris. Und nebenbei bekommt er ein geniales musikalisches serienverdächtiges Erbe. Damit sind wir auch leider, leider schon wieder am viel zu frühen Ende. Aber dafür nimmt uns Jen noch mit, „Far away“ in ihre Welt. Und die ist ebenso wunderschön wie faszinierend und eigenständig. Richtig schön erzählt, super musikalisch untermalt, man bekommt einen super Einblick wie und wer Jen ist. Toller Schluss! PS: Lasst die CD ruhig laufen, nachdem der vermutlich letzte Ton verklungen ist. Dann gibt es noch einen feinen sauberen Ausklang.

Fazit: Ein Multitalent, für die Musik geboren, für Rock und Metal jeder Art auserkoren. Abwechslungsreich, derbe rockig, prominente Unterstützung für den Zweitling, vielseitiges Stimmwunder, Saitenvirtuosin – wer will da meckern! Kritiker gibt es immer, aber Jen macht eindeutig klar, dass sie das weder beeindruckt noch bestimmt. Die Frau hat ihren Weg gefunden, meistert ihn bravourös, man sieht sie ständig mit anderen Bands, aktuell mit Evanescence – da hat es jemand geschafft und will dennoch noch weiter. Der Zweitling toppt das Debüt und gibt einen richtig guten Einblick zur Person und ihren Talenten. Wer sie kennenlernen möchte, möge hier unbedingt zugreifen! Ob nun mit Anderen oder solo – Madame Majura rockt!

Tracklist:

01. All the other Ones
02. InZENity
03. Leave me
04. Drama Queen
05. Bully Lies
06. Lied ohne Namen
07. Sick Brain
08. Supid Piece of Wood
09. Tobi didn’t show up for Breakfast
10. Like Chuck Norris
11. Far away

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VÖ: 24.11.2017
Genre: Rock & Metal
Label: Saol (H’Art)

Jen Majura im Web:

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