Circus of Fools – REX (CD-Kritik)

Circus of Fools

Öffnet die Manege, es geht wieder los! Knapp drei Jahre nach dem erfolgreichen Debütalbum „Raise the Curtain“ (2015) ist der Zeitpunkt gekommen, auf den alle Fans gewartet haben. Mit „REX“ bringt die auf sieben Musiker angewachsene Band Circus of Fools aus Tübingen nun am 31. August einen zwölf Songs umfassenden Langspieler via Bleeding Nose Records auf den Markt.

Eingestiegen wird mit „Testimony of an Ignorant Prick“. Der zarte Gesang von der neuen Sängerin Carolin Saia paart sich ganz hervorragend mit den tiefen Tönen von Sänger Tim Strouken. Es wird die Geschichte von Herrschen und Unterdrücken behandelt, hier kann man auf jeden Fall einige zeitpolitische Einflüsse bzw. Parallelen finden. Auch in „Caligula“ kann man die Harmonie zwischen den Stimmen deutlich spüren und wird von der Musik förmlich mitgerissen. In „Watch Me“ liegt der Fokus vielmals auf der Stimme von Carolin. Was man hier deutlich hört, ist das klare Schlagzeug. Im Vergleich zum ersten Album, wo das Schlagzeug „aus der Dose kam“, wurde bei REX nicht gekleckert, sondern mit satten und echten Schlagzeugaufnahmen ordentlich geklotzt. Diesen Song wurde auch vollkom- men zurecht als erste Singleauskopplung gewählt. In „Sideshow – das letzte Sandkorn fällt“ denkt man kurzzeitig, man hätte die Band gewechselt – ordentlich Power und ein gehöriger Einfluss Neue Deutsch Härte und demzufolge auch ein deutscher Text erwartet den Hörer hier. Definitiv hat man hier mit die höchste Ohrwurmgarantie. „Fallen Paradise“ lässt es da deutlich ruhiger angehen. Volle und druckvolle Klänge, die durch mehrstimmigen Gesang erzeugt werden, reißen mit und bilden eine schöne Symbiose mit den tiefen Klängen, die das Album im Allgemeinen dominieren. „Styx 2.0“ ist zu 100% aus der Feder von Sänger Tim Strouken. Obwohl er schon einige Jahre älter als die Band ist, wurde er im Circus of Fools Look neu aufgenommen und wartet nun darauf von den DJs der Republik gespielt zu werden, um die Tanzflächen zu füllen. Tatsächliche Zirkusstim- mung kommt mit „Drag Me onto Your Orbit“ auf. Zirkustypische Melodien paaren sich mit Swing und fast gesprochenem Gesang, der sich im Refrain zu einem melodischen Highlight entwickelt. In „Sisyphos Was Wrong“ findet man eine kleine Besonderheit auf dem Album. Der einzige ruhigere Song des Albums führt einen stimmungstechnisch in die verschiedensten Sphären, was unter anderem durch die vielen Rhythmen und Tempo- wechsel erzeugt wird. Dadurch kann man ihn auch nicht als klassische Ballade bezeichnen, er ist allerdings der Song des Albums, der dieser Bezeichnung am nächsten kommt. Der Refrain ist mitreisend, die Strophen teilweise melancholisch, was seinen ganz eigenen Charme entwickelt. Bei „Smile Baby, Chelsea Smile“ leiht Antoine Marionette seine Stimme. Hier kann man eine ganz besondere Mischung und Komposition hören. Definitiv schwer vorstellbar aber hervorragend dargebracht.Der letzte Part des Albums wird eingeleitet mit „Ride on, Euphoria!“. Der Gesang klingt bedrohlich, panisch und auch ein bisschen abgedreht. Hört man genau hin, erkennt man die Stimme von Ex-Sängerin Charlotte Lauel, die die Band 2017 verlassen hat. Eine sehr nette Geste der Band, diesen Song so zu präsentieren. „Another World Within“ scheint erstmal ruhig zu sein, steigert sich aber durchgehend auf vielen musikalischen Ebenen und findet seinen Höhepunkt in einem grandiosen Gitarrensolo. Auch im letzten Track „From Dusk till Dawn“ wurde ein Gastsänger eingeladen. Dieses Mal aber das krasse Gegenteil John Gahlert von Deadlock sorgt mit seinen markanten Growls für ein einzigartiges Klangerlebnis bei düsterer Stimmung. Auch dieser Song wurde bereits als Single ausgekoppelt und bildet so auch einen direkten Kontrast zu „Watch me“.

Fazit: Deutlich tiefer, düsterer und markanter als zuvor zeigen sich Circus of Fools in REX. Die Instrumente wirken durchdachter, ausgereifter, fast schon erwachsener als im Vorgängeralbum. Was nochmal positiv zu erwähnen ist, ist der satte Schlagzeugklang, der auf ganzer Linie überzeugen kann. Das Album ist von vorne bis hinten hervorragend aufgenommen, schön strukturiert und kann mit mehreren Highlights aufwarten. Definitiv ein Muss für alle Fans, aber auch für Freunde von Goth Rock, Metal und Neuer Deutscher Härte. Hier wird die breite Masse der schwarzen Szene bespielt und beglückt.

Tracklist:

01.Testimony of an Ignorant Prick
02. Caligula
03. Watch Me
04. Sideshow : Das letzte Sandkorn f“llt
05. Fallen Paradise
06. Styx 2.0
07. Drag Me onto Your Orbit
08. Sisyphos Was Wrong
09. Smile Baby, Chelsea Smile (feat. Antoine Marionette)
10. Ride on, Euphoria!
11. Another World Within
12. From Dusk Till Dawn (feat. John Gahlert)

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VÖ: 31.08.2018
Genre: Gothic / Melodic Death Metal
Label: Bleeding Nose Records (Soulfood)

Circus of Fools im Web:

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