Betontod sorgten für ordentlich Stimmung in der Münchner TonHalle! (Konzertbericht)

BETONTOD

Wenn man sich auf eine Band immer verlassen kann, dann ist es Betontod! Bereits seit über 20 Jahren und mittlerweile weit mehr als 1.000 Konzerten begeistern die Rheinberger ihre Fans. Pünktlich kurz nach dem Release des neuen Studioalbum „Vamos!“ touren die Männer durch die Hallen der Republik und sorgen für ordent- lich Stimmung. So auch am 13.10.2018 in der Münchner TonHalle. Bereits lange vor offiziellem Einlass sammeln sich alte und junge Punks rund um den Münchner Ostbahnhof. Man sieht bunte Haare, viele Bandshirts, zerrissene Jeans und glückliche Gesichter. Eine ausgelassene, friedliche Stimmung liegt in der Luft und die Vorfreude steigt sekündlich. Die Halle füllt sich nach Einlass langsam aber sicher und kurz vor Beginn sind die ersten Reihen dicht gedrängt.

Turbobier aus dem österreichischen Simmering eröffnen den Abend für Betontod und spielen ein Set von ca. 45 Minuten. Das hat meiner Meinung nach aber auch vollkommen gereicht. Ich muss ehrlich sagen, ich kann mit Turbobier ziemlich wenig anfangen. Die Texte sind mir zu flach, mit der Stimme von Sänger Marco Pogo kann ich mich nicht anfreunden und der Rhythmus fehlt mir auch oft. Von dem her keine guten Voraus- setzungen für einen gelungenen Abend. Sieht man von oben genannten Punkten und der nicht wirklich guten Abmischung ab, muss man aber neidlos anerkennen, dass die Jungs einen guten Job gemacht haben. Es lag definitiv Party in der Luft, die Stimmung heizte sich immer mehr auf, es gab die ersten Pogos und Crowd-Surf-Einlagen. Gegen Ende des Sets war die Laune beim Publikum tatsächlich ausgezeichnet und die Stimmung kratzte am Höhepunkt.

Nach kurzer Umbauphase ertönten die ersten Klänge des Intros, dass auch auf „Vamos!“ zu finden ist. Wie auf der Langspielervorlage ging es auch hier nahtlos in den ersten Song „Zusammen“ über. Das Publikum konnte von dem neuen Song jedes Wort mitsingen, und spätestens als „Revolution“ als zweite Song folgte, grölte jeder im Publikum mit. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass wirklich viele Songs des neuen Albums gespielt werden. Mit „La Familia“ werden wir alle in der Betontod Familie willkommen geheißen und die Stimmung steigt immer weiter. Es folgt ein buntes Repertoire von älteren und neuen Songs, bis es kurz traurig wird. Zwischen dem Partysong „Nie mehr Alkohol“ und dem Betontod-Klassiker „Keine Popsongs“ richten die Männer ein paar ehrliche und rührende Worte an den vor kurzem verstorbenen Graciano Rocchigiani, besser bekannt als Rocky, der im Musikvideo vom Song „Boxer“ die Hauptrolle spielte. Die Beisetzung fand am gleichen Tag wie das Konzert in München statt und es ist Betontod hoch anzurechnen, dass die das Konzert nicht verschoben haben. Andererseits wurde auch erwähnt, dass es sicher nicht in Rockys Sinne gewesen wäre, das Konzert zu verschieben oder gar abzusagen. So hat jeder in der Halle an Rocky, seine Erfolge und sein Leben gedacht, ihm einen tosenden Applaus zukommen lassen und „Boxer“ zum emotionalsten Song des Abends werden lassen. Gänsehaut war vorprogrammiert. Was man über Betontodsongs immer sagen kann, ist, dass sie zeitlos sind. So passt „Dagegenstehen“ hervorragend zur aktuellen politischen Lage in Bayern, das einen Tag vor der Landtags- wahl stand. Das Ergebnis ist mittlerweile hinreichend bekannt und noch wichtiger ist es jetzt, auch in Zukunft weiterhin zusammen- und dagegenzustehen. Mit „Glück auf“ bedienten die Männer ein weiteres Trinklied und spätestens jetzt rotierten die Jungs und Mädels hinter den Tresen. Das Bier floss in Strömen, die Stimmung war ausgelassen und die Laune mehr als hervorragend. Nach den letzten Klängen von „Viva Punk“, was mehr eine Lebenseinstellung als nur ein Song ist, verließ die Band die Bühne. Allerdings ließen sie sich nicht lange bitten und betraten nach frenetischen Zugaberufen erneut die Bühne. Es folgte eine wunderschöne Version von „Niemals untergehen“ und nach einigen weiteren Songs wurde der Abend mit „Auf eine geile Zeit“ beendet. Im Anschluss an das Konzert, als die Band sich von ihren Fans verabschiedete, lief noch der Trinkhallen Hits Coversong „Ich war noch niemals in New York“. Ein gelungener Abschluss für einen rundum gelungenen Abend, der trotz kurzer Technikpannen ewig in Erinnerung bleiben wird.

Fazit: Wenn man auf ein Betontod Konzert geht, weiß man, worauf man sich einlässt. Viel Bier, gute Laune, beste Stimmung, klare politische Statements gegen Rechts und eine Garantie auf einen ewig in Erinnerung bleibenden fantastischen Abend. So war es auch diese Nacht in München. Ein Abend, so schön, dass er kaum in Worte zu fassen ist. Der einzige kleine Punkt, den ich mich traue, zu kritisieren ist, dass mir kurz nach dem Release von „Vamos!“, auf der Tour eben dieser Song auf der Setlist gefehlt hat. Das war es dann aber auch schon mit der Kritik. Ansonsten hat jeder in der Halle jede Sekunde, jeden Ton aufgesaugt um noch möglichst lange davon zu zehren!

HIER gehts zum Interview mit Gitarrist Frank Vohwinkel (Eule).

BETONTOD Live 2018

19.10.2018 Hamburg – Mehr! Theater
20.10.2018 Frankfurt – Batschkapp
26.10.2018 Pratteln – Z7
27.10.2018 Stuttgart – LKA Longhorn
02.11.2018D ortmund – Westfalenhalle 3A
03.11.2018 Leipzig – Täubchenthal

Betontod im Web:

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