System Noire – Do Not Pass That Door (CD-Kritik)

System Noire

System Noire ist ein Dark Electro / Synthie Pop Projekt aus Hannover, das 2012 von Björn Miethe ins Leben gerufen wurde. Mit einer Kombination aus stampfenden Beats und klare, eingängige Melodien entwickeln System Noire ihren ganz eigenen Stil vom treibenden und tanzbaren Sound. Im letzten Jahr entwickelte sich das Soloprojekt nicht nur zu einer kompletten Band, die seither durch den Keyboarder Daniel Gosewisch bereichert wird, sondern sie veröffent- lichten zudem noch im Juni 2016 ihre Debüt-EP „On The Other Side“ (feat. Henrik Iversen). Im Dezember 2017 folgte eine weitere EP namens „Dead Inside“, die neben den Titeltrack gleich mit 6 Remixen aufwartete, via darkTunes. Frei nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“ wechselte das Hannoveraner Duo im April 2018 mit dem gesamten Backkatalog zum Label Danse Macabre Records. Lange mussten die Fans warten, doch nun ist es endlich soweit: System Noire bringen am 25. Mai 2018 ihr Debütalbum „Do Not Pass That Door“ auf den Markt.

„Resurrection“ eröffnet als Intro mit orchestralem Soundteppich das erste Album von „System Noire“. „I Believe“ nimmt den Sound des Intros auf, allerdings mit hartem EBM-Beat, verfremdeten Voices und Industrial-Elementen. Der Track ist sowohl druckvoll aggressiv, aber auch melodisch sehr schön gemacht. Mit „On the other Side (V2.0)“ treffen wir auf einen alten Bekannten: Die erste Single von „System Noire“ aus dem Jahr 2016. Die neue Version 2.0 des Titels kündigt eine andere Ausrichtung der Band an. War die erste Version teilweise mit mehr melodiösen Elementen schon fast mit einem Bein im Synthiepop hängend, ist dieser bei der neuen Version zugunsten einer Ausrichtung ins Aggrotech bzw. Industrial verschwunden. Die Stimme ist stark verfremdet und in die Tiefe verzerrt, die Ohrwurmmelodie ist aber noch da. Die neue, aggressivere Machart kommt dem Text in seiner Aussage durchaus entgegen. War die erste Version noch irgendwie geschmeidig, wirkt die neue eher schroff. Das Tempo zieht an mit „Awake“ (Vs. Synth Attack) — eine Coproduktion von den ehemaligen beiden Labelkollegen. SynthAttack passen zur harsheren Ausrichtung bestens. „Why“ befand sich als Remix von „Desastroes“ auf der letzten EP „Dead Inside“. Auf dem Album erscheint „Why“ als düsterer, langsamer Dark Electro Song mit balladesken Qualitäten. „Dead Inside“ ist wieder ein typischer „System Noire“ Titel mit viel Drive, Beat und einem schönen Synthie-Thema. „Who am I“ befand sich als Remix von „Binary Division“ auf der EP „On The Other Side“. Der Track entpuppt sich hier als EBM getriebenes, chiques Instrumental mit interessanter Melodie- führung. Er sticht durch seine filigranen Arrangements aus dem Album heraus. Ein weiterer synthie-melodischer und sehr eingängiger Titel ist „Never Surrender“. Mit der Stimme eines Predigers beginnt „Voices (feat. Unterschicht)“ und begleitet den Titel bis zum Ende mit weiteren Zitaten. Das Oldenburger Dark Electro/Industrial Projekt „Unterschicht“ zeichnet sich für diesen Remix verantwortlich. Der nächste Track „Downfall“ startet sphärisch. Ganz langsam entrollt sich das Thema auf breiten Synthteppichen zu einem zweiten, wunderschönen Instrumental. Das ist eine tolle Überleitung zum nächsten Remix „Never Surrender (Ruined Conflict Remix)“. „Ruined Conflict“ aus Cleveland verwandeln den Track in eine tolle melodische Version — perfekt für den Tanzboden. „Viaje Introspectivo (feat. Alien Nation)“ befand sich ebenfalls auf der EP „Dead Inside“. „Die Reise nach innen“ ist ein Aggrotech-Track mit einem soften Soundteppich und kommt schön spacig rüber mit kraftvollem Beat. „XMH“ aus Niederlanden bestreiten den vorletzten Remix „Dead Inside (XMH Remix)“, der einen sehr interessanten Einstieg besitzt und mit unglaublicher Geschwindigkeit losdonnert. Der Remix klingt, als hätten ein paar böse Kinder maliziös an den Reglern gespielt. Ein bisschen Irre das Ganze, aber durchaus cool! Der letzte Titel „Voices“ ist ein Remix von dem Bochumer Projekt „ES23“. Eine solide Dark Electro Nummer, die sich von dem Original deutlich absetzt.

Fazit: Das erste Album der Hannoveraner wurde nach den EPs „On the other Side“ und „Dead Inside“ gespannt erwartet. Es enttäuscht nicht, denn es bietet eine schöne Bandbreite an elektronischer Musik und die Remixe und Kooperationen mit anderen Bands zeigen ein interessantes und vielfältiges Spektrum von Einflüssen auf ihre Musik. Etwas überrascht hat mich der Einsatz des verzerrten und teilweise sehr stark verfremdeten Gesangs, denn Björns Stimme ist auch ohne allzu starke verzerrte Unterstützung schon sehr ausdrucksfähig. Dies sei wohl der etwas stärkeren Ausrichtung auf die harsheren Sphären der elektronischen Musik geschuldet. Ihre größte Stärke ist die Kombination von kräftigem, straightem Rhythmus, aggressiven und druckvollen Synthie-Arrangements in Verbindung mit eingängigen Melodien. Davon ist ihr erstes Album Zeugnis. Gut gemacht!

Tracklist:

01 Resurrection
02 I Believe
03 On the other Side (V.2.)
04 Awake (Vs. SynthAttack)
05 Why
06 Dead Inside
07 Who Am I
08 Never Surrender
09 Voices (feat. Unterschicht)
10 Downfall
11 Never Surrender (Ruined Conflict Remix)
12 Viaje Introspectivo (feat Alien:Nation)
13 Dead Inside (XMH Remix)
14 Voices (ES23 Remix)

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VÖ: 25.05.2018
Genre: Dark Electro / Synthie Pop
Label: Danse Macabre Records

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