Schiller – Morgenstund (CD-Kritik)

Schiller

Seit 20 Jahren gilt SCHILLER als wegweisend und stilbildend. Immer wieder setzte er neue Maßstäbe in der elektronischen Musik. Sein neues Album MORGENSTUN“ überrascht mit einer Klangfülle, die sich tief aus dem schillerschen Elektronik-Universum erhebt und dabei faszinierend organisch klingt: Klar und kraftvoll, opulent und sphärisch, äußerst jung und eigenständig. Seinen hypnotisch-poetischen Sounds, komplexen Kompositionen und Arrangements gibt der Elektronik-Rebell so viel romantische Seele, dass sie zum Soundtrack des Lebens werden. (Quelle: networking Media)

„Willkommen“ in der Welt von Schiller — die übliche Willkommenszeremonie zu Beginn leitet weiter zum ersten Titel „Harmonia“, was gänzlich seinem Namen entspricht: Es fließt unspektakulär dahin. Ambient, zum Chillen, etwas aufgemotzt mit einer Solo E-Gitarre. Die britische Sängerin Tricia McTeague, die bereits mit einigen Popgrößen zusammenarbeitete, lieh dem Titel „Universe“ ihre sanfte Stimme. Harmonisch breit und sphärisch-prickelnd breitet sich der Klang wie der junge Morgen aus. Handgespielte Trommeln steigern sich rhythmisch bis zum Schluss und da erklingt gar eine rockige E-Gitarre im Solospiel. Der R&B Singer/Songwriter Jhyve aus Toronto, Canada, bringt seinen souligen Style ein bei „Dreamcatcher“. Er macht das ganz gechillt, wie das ganze Album die entspannte Ruhe der ersten Morgenstunden vermittelt. Dieser Titel könnte so im Radio gespielt werden. Am Anfang summt es wie ein Bienenschwarm: „Baum des Lebens“ — ein typischer Schiller-Titel, der Handpan Sound klingt einfach schön am Anfang und Ende. Davon hört man später noch mehr. Dass Instrumental ist von großer Ruhe und Erhabenheit. Mit „Avalanche“ kommt ein wunderschöner, eingängiger Poptitel, der sowohl zart als auch dynamisch ist. Die faszinierende Stimme gehört Roland Meyer de Voltaire, der hinter dem Projekt SCHWARZ steckt. Orientalisches Flair bekommt „Das goldene Tor“ durch die iranische Dotar Spielerin Valda Abbasi. Die Dotar ist ein Saiteninstrument ähnlich der Gitarre mit nur zwei Seiten. Nicht nur, dass Schiller immer verschiedenste Künstler zu seinem Werk hinzubittet, sondern diese bereichern oft mit ungewöhnlichen Instrumenten die Klangwelt des Tonkünstlers Christopher von Deylen. In dieser orientalischen Tonart geht es in direktem Anschluss weiter mit „Berlin Tehran (Miniatur)“ als kurzen Anschlusstitel. Im nächsten Stück „In Between“ sorgt der junge Musiker und Sänger Jan Blomquist aus Berlin für leichte Houseeinflüsse. Es hat einen tollen drive, ohne die Gechilltheit des gesamten Albums auseinanderzureißen. Für die Deutschpop-Ikone Nena ist das Lied „Morgenstund“ nahezu auf den Leib geschrieben. So naiv-verträumt und poppig drückt es Zärtlichkeit und Schönheit ganz unvermittelt aus. Es folgt das Instrumental „Shangri La“, gewidmet dem mythischen Ort des Paradieses. Mit Basslauf und Klavier wird dieser Ort als ein Klanggemälde erschaffen. Der mehrfach oscarprämierte Musikproduzent und Komponist Giorgio Moroder steuerte zu „Lichtjahre“ die Hauptmelodie bei. So ist aus dem Stück ein poppiges, tanzbares Instrumental geworden, das als eine der wenigen Stücke des Albums etwas lauter auftreten. In „New Day“ hören wir einen zweiten Auftritt des Sängers „Schwarz“, dessen Stimme sich perfekt in diese Szenerie einfügt. Der Titel verströmt Leichtigkeit und zeichnet sich durch ganz filigrane Klänge aus. „Over You“ erscheint als weiterer Song im poppigen Gewand. Er hebt sich von den anderen Titeln wegen seiner etwas melancholischen Grundstimmung ab. Der vorletzte Song „Morgenstern (Ausschnitt)“ wurde in Zusammenarbeit mit Thorsten Quaeschning von Tangerine Dream produziert. Eine traumhafte Kombination! Schwebende Klangwolken, psychedelische Synthiearpeggios und traumwandlerische Übergänge schaffen eine Atmosphäre des Zeitlosen. Am Ende des Albums erklingt „Love“ mit der britischen R&B Ausnahmesängerin Rebecca Ferguson Dazu wird die persische Ney Flöte und die Santur, ein Saiteninstrument ähnlich eines Psalteriums, gespielt. Ein Schuss Romantik mit leichtem House-Einfluss beseelt das Stück.

Fazit: Drei Jahre nach dem letzten Album „Future“ erscheint „Morgenstund“. Manche meinen, Schiller sei kitschig, andere glauben gar an die Verbreitung esoterischen Gedankenguts bei Schillers Werk. Die dritte Fraktion lehnt sich einfach zurück, schließt die Augen und genießt ein weit mehr als musikalisches Erlebnis. Schiller aka Christopher von Deylen holt Musiker aus den unterschiedlichsten musikalischen, geografischen und kulturellen Gebieten zusammen ans Mikrofon resp. Instrument, um zusammen an seiner Welt zu bauen — die Welt von Schiller. So hat das Werk auch immer einen Hauch — im wahrsten Sinne — Weltmusik an sich. Auf jedem Album ging es darum, bestimmte Momente und Empfindungen einzufangen, die universell für alle gelten und verstanden werden können durch die Vermittlung der Musik. Dies gelingt ihm wahrhaftig immer wieder, so auch hier. Wer kennt sie nicht, die gewisse Ruhe und Stille der Morgenstunde, das Gefühl der Erhabenheit beim Beobachten des Sonnenaufgangs. Dies findet sich als Grundkonzept auf dem Album wieder. Man möchte meinen, die Klänge beinahe sehen zu können. Wer bereits auf einem Konzert von Schiller war, weiß, dass er da auch nichts unversucht lässt.

Tracklist:

01. Willkommen
02. Harmonia
03. Universe – Schiller / McTeague, Tricia
04. Dreamcatcher – Schiller / Jhyve
05. Baum des Lebens
06. Avalanche – Schiller / Schwarz
07. Das Goldene Tor – Schiller / Abbasi, Yalda
08. Berlin Tehran
09. In between – Schiller / Blomqvist, Jan
10. Morgenstund – Schiller / Nena
11. Shangri la
12. Lichtjahre – Schiller / Moroder, Giorgio
13. New day – Schiller / Schwarz
14. Over you
15. Morgenstern (Ausschnitt) – Schiller / Tangerine Dream
16. Love – Schiller / Ferguson, Rebecca

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VÖ: 22.03.2019
Genre: Electronica / Global Pop
Label: Sony Music

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