Local Bastards – Tod Oder Freiheit (CD-Kritik)

Local Bastards

Aller guten Dinge sind drei. Das dachten sich auch die Jungs von Local Bastards und bringen am 13.07.2018 ihren dritten Langspieler „Tod oder Freiheit“ in die Läden der Republik. Nach den ersten Werken „Ohne jeden Zweifel“ (2014) und „Stumme Schreie“ (2016) folgt nun im gewohnten Zweijahresrhythmus das dritte Werk. Das Album erscheint pünktlich einen Tag vor der G.O.N.D. in Rieden-Kreuth. Auch hier gilt wieder: Alle guten Dinge sind drei. Bereits 2016 und 2017 durfte das Quartett auf den heiligen Brettern des Deutsch- rocks performen und konnten vermehrt Fans um sich scharen.

Zwölf Songs umfasst das Album. Wir starten mit brettharten Gitarrenriffs und ordentlich Druck auf die Ohren. „Die Fäuste hoch“ ist mehr oder weniger ein bisschen Selbstbeweih- räucherung gepaart mit einer Art Vorstellung der Band und der Aufruf Rock’n’Roll zu feiern. Das alles unterlegt von kraftvollen Instrumenten und schnellen Beats. Track Nummer zwei hört auf den klangvollen Namen „Des Bastards reine Seele“. Auch hier wird nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Volle Kraft voraus und das Tempo nochmal anziehen. Die kratzig-markante Stimme von Sänger Julian Stahnke fügt sich hervorragend vor die hämmernden Instrumente. Textlich nicht das ganz große Kino, aber darüber kann man diskutieren, hier wird es wohl viele Ansichten geben. Meiner Meinung nach textlich etwas Schönes und wunderbar zum Mitgrölen geeignet folgt „Dein letzter Traum“. Ebenfalls flott und nach vorne treibend fügt sich der Song gut ins bisherige Gesamtkonzept des Albums ein. Ähnlich geht es in „Die Welt steht still“ weiter. Die Jungs gönnen sich keine Pause und denken nicht einmal daran, das Tempo zu reduzieren. Das Schlagzeug gibt den schnellen Takt vor und die Gitarre und der Bass tun ihr nötigstes um die kräftige Stimmung noch zu fördern. Der namensgebende Song „Tod oder Freiheit“ folgt als fünfter Song. Fast schon ein bisschen gefühlvoll, mit wahnsinnig vielen Emotionen in der Stimme gepaart mit rotzigen Riffs, die in einem lang anhaltenden stimmungsvollen Solo ihren Höhepunkt finden. Auch in „Wie ein Bruder“ zeigen die vier Musiker, was sie am Besten können. Druckvollen Haudraufrock, sowohl musikalisch, als auch textlich. Wir haben jetzt die Halbzeit des Albums erreicht und bisher hat man das bekommen, was man erwartet hat. Ehrliche Texte, nicht immer hoch anspruchsvoll, aber immer solide und frei raus. Die zweite Hälfte des Albums beginnt mit „Nichts was uns hält“. Musikalisch zwar flott, aber etwas weniger druckvoll als die vorhergehenden Tracks klingen hier die Gitarren etwas flach und breiig. Gesanglich, wie die Vorgänger, aber eine absolut zufriedenstellende Leistung. „So wie du bist“ nennt sich der folgende Track und auch hier klingen die Instrumente leider etwas flach und nicht so gut abgemischt wie im ersten Teil des Albums. Dafür überzeugen hier klasse Melodien und gekonnt integrierte Tempowechsel, die definitiv überzeugen können. „Willkommen in der Wirklichkeit“ heißen uns die Vier in einem absolut genial konstruierten Song. Der Refrain geht ins Ohr und bleibt im Kopf wie kaum bei einem der vorherigen Songs. Auch wenn man denkt, es geht nicht mehr, steigern die Local Bastards immer noch einmal ihr Tempo. „Wo du stehst“ setzt noch einmal eine Schippe drauf und reißt einem fast de Boden unter den Füßen weg. Hier gilt die größte Aufmerksamkeit und der größte Respekt definitiv Schlagzeuger Tobias Eifert. Der vorletzte Track „Vollgas ohne Ende“ ist genau das, was er angibt zu sein. Das Tempo wird gekonnt hochgehalten, der Text abgedroschen und klischeebelastet, aber dennoch auf gewisse Art und Weiße fast schon poetisch. Zum krönenden Abschluss greifen die Jungs ganz tief in die Mottenkiste und graben „Liebficken“ von der Berliner Band Sofaplanet aus. Der Song der 2001 für Aufsehen sorgte, wurde ordentlich rockig neu interpretiert und kann so noch einige Jahre weiterleben. Mutige Wahl, gekonnt gemeistert.

Fazit: Das Einzige, was an diesem Album zu kritisieren wäre, ist die fehlende Abwechslung. Ein Knaller jagt den nächsten, aber nichtsdestotrotz klingt vieles gleich und wiederholt sich nach einiger Zeit. Nur wenige Songs stehen wirklich für sich. Wer einfach nur Vollgas auf die Ohren will, ist dieses Album sicherlich das absolut richtige. Für alle die nach musikalischem Tiefgang suchen nicht wirklich empfehlenswert. Aber dafür waren die Local Bastards auch nie bekannt und das haben sie auch nie behauptet. Sie halten ihre Versprechen, wenn sie sagen „Auf die Dauer hilft nur Power“ und bleiben sich dabei immer treu.

Tracklist:

01. Die Fäuste hoch
02. Des Bastards reine Seele
03. Dein letzter Traum
04. Die Welt steht still
05. Tod oder Freiheit
06. Wie ein Bruder
07. Nichts was uns hält
08. So wie du bist
09. Willkommen in der Wirklichkeit
10. Wo du stehst
11. Vollgas ohne Ende
12. Liebficken (Bonustrack)

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VÖ: 13.07.2018
Genre: Bastard Rock ’n‘ Roll
Label: MetalSpiesser Records

Local Bastards im Web:

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