KAIZER – Lebenszeitverschwender

KAIZER

Fast scheint es so, als seien KAIZER nicht ganz von dieser Welt, vermögen sie es doch, das Hier und Jetzt, Zeit und Raum vollkommen auszublenden und einen ganz eigenen, sehr besonderen und außergewöhnlichen Klangkosmos zu erschaffen: den KAIZER-Kosmos. In jenem verschmelzen facettenreichste Elemente aus Gothic, Dark Rock, NDH und Düsterpop zu einem illustren, schwarzromantischen Potpourri, der alle Sinne betört. Unumstritten: KAIZER verstehen es, ihre Hörer zu fesseln, wenn sie diese mit einer extravaganten Melange – die gleichermaßen harte, druckvolle Gitarren- riffs als auch zauberhafte Melodien, gefühlvolle Momente, mitreißende Grooves, epische Klangkaskaden, eingängige Rhythmen und anspruchsvolle Lyrik beinhaltet – in ihren Bann ziehen. Die Protagonisten McMurdoch, Alexander Göran Frh. v. Sperling, Thomas v. Stachow, Nina v. Ackseli und Sr. Chris Hammond kennen ihr musikalisches Handwerk, das manifestiert sich eindrucksvoll auf der überzeugenden Debütscheibe. Die jahrelange Freundschaft, die das charismatische Quintett verbindet – die allesamt bereits in unterschiedlichen Kunstprojekten aktiv waren – reflektiert sich auch auf dem aktuellen Album: KAIZER wissen um ihre Stärken.Dabei gelingt es der Berliner Fünferformation auf fabulöse Weise, jeder einzelnen Nummer eine ausdrucksstarke, authentische und individuelle Nuance einzuhauchen, was dem Erstlingswerk „Lebenszeitverschwender“ mächtig Dynamik und spannende Impulse verleiht. Den filigranen Feinjustierungen sind keine Grenzen gesetzt. So zeigen sich KAIZER von ihrer verträumten, romantischen Seite, spielen ferner mit einer kokett-avantgardis- tischen Attitüde, geben sich aber auch lässig-nonchalant, um dann wieder tief unter die Oberfläche zu greifen und Emotionen hervorzuholen, die von Schmerz, Trauer, Verlust, Angst, Hingabe, Hoffnung und Sehnsucht geprägt sind. Es ist die virtuose Vielfalt, die KAIZER aus der Menge hervorstechen lässt: turbulent, rotierend, unvorhersehbar, poetisch, ab- wechslungsreich und wunderbar wie das Leben selbst. Einfach KAIZERlich gut! (Pressettext)

Am 28. Juli 2017 erschien nun das 12 Track starke Debütalbum „Lebenszeitverschwender“, welches gemeinsam mit dem Musikproduzenten José Alvarez Brill (Unheilig, Xandria, Wolfsheim u.a.) produziert wurde, via darkTunes Music Group (Soulfood). Ein Teil der Songs wurden von keinem geringeren als dem Schweizer Tommy Vetterli (Coroner, Eluveitie, Stahlmann u.a.) gemixt. Das Mastering wurde von Thomas Heimann-Trosien (Saltatio Mortis, Schandmaul u.a.) vorgenommen. Schon mit den Opener heißen uns KAIZER in der goldenen Zeit auf ihrem Erstlingswerk „Willkommen“. Hier treffen gleich zu Beginn harte Gitarrenriffs auf dem kompromisslosen Gesang von Nina v. Ackseli, die sofort Lust auf mehr machen. Schöner Einstieg! „Engel“, beginnt ebenso mit einem episch-choralem Einstieg, fast schon elektronisch kommt das Intro daher, bis druckvoll Gitarre und Schlagzeug einsetzten. Eine schön abgemischte Komposition aus zweistimmigen Gesang, einem schönen Text und hartem instrumentalen Hintergrund. Wir gehen jetzt „Ganz weit weg“ und starten wieder leicht elektronisch mit Pianoeinflüssen. Sehr viel rockiger mit weniger Gothiceinflüssen wirkt der Song wie ein gut gesetzter Kontrast. Schon früh zeigen KAIZER ihr ganzes Spektrum. „Feuerland“ klingt wieder mehr nach Gothrock, was sich aber nach einigen Takten wieder ändert. KAIZER spielen mit uns und unseren ersten Eindrücken. Das ist auch, worum es in dem tiefgründigen Song geht. Alles für eine Person geben, solange diese verspricht nicht nur zu spielen, sondern auch ehrlich zu sein. Die Botschaft wird durch starken, kräftigen Gesang klargemacht, bei dem die Instrumente eher im Hintergrund gehalten werden. „Wenn die Sonne untergeht“. Stimmungsvoll und klar trägt der Gesang durch den Track, die Instru- mente geben einen ruhigen Rhythmus vor, der die klare Stimme von Nina v. Ackseli im Refrain schön in den Vordergrund drückt. „Ich befrei dich“ ist wieder deutlich druckvoller und schneller. Das Schlagzeug gibt einen schnellen Takt vor, dem der Gesang folgt. Zu Beginn Zeilen werden kräftig runtergebrochen und ausgespuckt, nur der Refrain wirkt deutlich melodischer. Diese Stimmung wird aufgenommen und fortgesetzt. Stimmungstechnisch ein schön durchgeführter Wechsel, bei dem Nina v. Ackseli zeigen kann, dass sie auch die hohen Töne beherrscht. Sehr empirisch beginnt „Träumegrab“. Wieder ein ruhiger und melancho- lischer Song, der den Hörer auf den Boden der Tatsachen bringt. Der Track klingt ehrlich und gefühlvoll, ohne viele Schnörkel und kunstvolle Einflüsse. Mit dem klangvollen Namen und ebenso ruhig beginnt „Saker som hon gör“. Eine schöne Coverversion des erstmals 1986 veröffentlichen Songs von Imperiet. Sehr ruhig und schön gesungen ein Song zum Ab- schalten und Entspannen. „Wann werden wir uns wieder sehen“ wird im folgenden Track gefragt. Was auf die ersten Takte fast nach Schlager klingt wird im Refrain leider auch nicht besser. Leider ein sehr schwacher Song, wenn auch mit schönem Text. Das reicht aber leider nicht. „Der letzte Vorhang“ klingt da zum Glück wieder deutlich rockiger und kräftiger. Der Gesang ist deutlich schneller als in der vorherigen Tracks und treibt wieder vorwärts. Das bleibt in „Du denkst an mich“ trotz des sehr ruhigen Beginns so. Plötzlich setzten aber druckvoll die Gitarren und kompromissloser Gesang ein. Diese stehen immer wieder im Wechsel mit vereinzelt ruhigen Passagen, in welchen der Gesang stark im Vordergrund steht. „Question of Time“ ist eine Hommage an Depeche Mode. Der Song der 1986 erschienen und auch schon von Clan of Xymox gecovert wurde, wird mit ordentlich Tempo, Druck und einer schön schnell, elektronisch-rockigen Mischung wiedergegeben. Gesanglich eine starke Leis- tung, die man hier zu hören bekommt.

Fazit: Auch wenn das Album einige Schwächen aufzeigt und von den Stimmfarben sehr gewöhnungsbedürftig ist, sollte man Kaizer sicher im Blick behalten. Ganz anders als viele anderen, etwas extravagant und eigen bringen die fünf Musiker ihre Botschaften rüber. Etwas mehr Rock und Druck nach vorne hätte dem Album gut getan, aber zwei hervorragend interpretierte Coverversionen machen das fast wieder weg. KAIZER ist sicher nicht jeder- manns Sache, aber eine Band, der eine große Zukunft bevorsteht.

Tracklist:

01 Willkommen
02 Engel
03 Ganz weit weg
04 Feuerland
05 Wenn die Sonne untergeht
06 Ich befrei Dich
07 Träumegrab
08 Saker som hon gör
09 Wann werden wir uns wiedersehen
10 Der letzte Vorhang
11 Du denkst an mich
12 Question of Time

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VÖ: 28. Juli 2017
Genre: German Dark Rock
Label: darkTunes Music Group (Soulfood)

KAIZER im Web:

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