Dunkeltraum – Alpha (CD-Kritik)

Dunkeltraum

Die NDH/Dark Metal-Band DUNKELTRAUM meldete sich im April 2017 mit dem Song „Feuer“ zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Zuvor wurden erste Songs in Form von Instrumentals aufgenommen. Neben powervollen Riffs und treibenden Bässen hat die Band auch bitterböse Texte in ihrem Repertoire fest verankert. Am 26.05.17 stand das Release der ersten eigenproduzierten (Demo)-EP „Kleinkunst“ bevor. Mit dem – ebenfalls – in Eigenregie entstandenen Clip zu dem Song „Das Meer“ wurde im Sommer 2017 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Seit dem Dezember 2017 zählt die Band zu den von Sonic Seducer im Rahmen des „Battle of the Bands“ ernannten „31 besten Newcomern 2017“ und konnte dort im Februar 2018 einen erfolgreichen 6. Platz belegen. Im Oktober 2018 unterzeichnete die Band einen Vertrag bei dem Essener Label „Boersma Records“. Das Debüt-Album „Alpha“, das 13 Songs umfasst, wird am 30.11.2018 das Licht der Welt erblicken. (Quelle: Pressetext)

Der Opener „Vorhang auf“ erklingt unheimlich und maliziös als Einstieg in das erste Album der jungen Band „Dunkeltraum“. Mit einem locker-flockigen Synthiemelodie beginnt „Dein Gott“. Das geht leicht ins Gehör. „Fliegt mit mir“ wurde als erstes Musikvideo mit den Lyrics veröffentlicht. Deutlich hört man das musikalische Vorbild aus dem Stil des Liedes heraus. Schön ist der kleine Einschub allein mit der geflüsterten Stimme und Gitarre. „Amok“ macht anfangs mehr Druck, der aber für eine ruhige Strophe zurückgefahren wird. Am Ende wird noch einmal ein ordentliches Gitarrenbrett aufgefahren. Leider ist die Stimme nicht immer gut zu hören und für mehr Druck hätte das Keyboard noch herhalten können. „Für Dich“ kommt recht dynamisch mit den ruhigen und krachenden Passagen rüber. Sehr süffisant ist „Komm, schlaf mit mir“ auch musikalisch umgesetzt, was bei diesem Thema gut aufgeht. Thematisch passend geht es weiter mit „Körperwelten“, das wie sein Vorgänger mit schönen, getragenen Passagen aufwartet. „Euphorie“ lässt es krachen und nimmt sich in den Strophen wieder ganz stark zurück. Das Ende kommt sehr abrupt. Anfang September 2017 wurde „Das Meer“ veröffentlicht, ein sehr ruhiges, sehnsüchtiges Stück mit viel Herzschmerz. „Leibgericht“ erschien als Single im August 2017 und erzählt auf ungemein unappetitliche Weise von Gelüsten eines Kannibalen. „Unten“ — im Juli desselben Jahres veröffentlicht — startet mit langem, verzerrtem Gitarrenanschlag. Die doppelte Gitarre macht den Sound satt. „Sag mir“ arbeitet mit einem interessanten Filtereffekt. Wieder sind die sehr ruhigen Einschübe die Highlights, die für eine mysteriöse Stimmung sorgen. „Tier“ als Abschluss des Albums beschäftigt sich dem bösartigsten Tier der Welt und seiner Abartigkeit. Im Gegensatz dazu steht der fast poppige Strophenteil. Die Gegensätze ergänzen sich gut.

Fazit: Das erste Album der bayerischen Formation „Dunkeltraum“ wird mit einiger Spannung erwartet, denn sie belegte im Februar dieses Jahres den 6. Platz beim „Battle of the Bands“ der Szenezeitschrift „Sonic Seducer“. Das ist ein großer Wurf für eine Band, die erst seit 2016 besteht. Es wäre daher geradezu verwunderlich, wenn nicht das eine oder andere an Kritik am ersten Album abfallen würde. So gerät die Abmischung des Albums manchmal zu Ungunsten des Gesangs, denn dieser geht in den lauteren Passagen oft unter. Beim Schlagzeug hört man die Becken zum Teil zu stark heraus und es fehlt an den treibenden Tiefen. Probenraum- atmosphäre weht zeitweise noch mit. Es gibt aber genügend Ansätze, die richtig gut und ausbaufähig sind. Beispielsweise sind die Tracks „Dein Gott“, „Schlaf mit mir“, „Körperwelten“, „Euphorie“ und „Tier“ gut zu hören und finden das Ohr auch aufgrund der maliziösen und abgründigen Texte. Die Stücke gewinnen durch den Einsatz von Synthieklängen, die deren Dynamik vorteilhaft unterstützt. Das kann noch gern mehr einfließen. „Dunkeltraum“ haben in kurzer Zeit schon viel erreicht.

Tracklist:

01 Vorhang auf
02 Dein Gott
03 Fliegt mit mir
04 Amok
05 Für dich
06 Komm, schlaf mit mir
07 Körperwelten
08 Euphorie
09 Das Meer
10 Leibgericht
11 Unten
12 Sag mir
13 Tier

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VÖ: 30.11.2018
Genre: NDH/Dark Metal
Label: Boersma-Records

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