DieKlute – Planet Fear (CD-Kritik)

DieKlute

Da kommt Großes auf uns zu! Wenn sich Masterminds und Talente aus verschiedenen Bands zusammenschließen und ihre Einflüsse und Inspirationen vereinen, entstehen oft neue Klassiker und Meisterwerke, die die Musikwelt in Furore versetzen. Oft sagt man aber auch „Viele Köche verderben den Brei“ weil jeder seinen Stil durchsetzen will und auch mal das Ego im Weg steht. Es gibt als immer die 50/50 Chance bei neuen Projekten, dass es entweder ziemlich geil wird, oder, dass es klingt, wie gewollt aber nicht gekonnt. Schließen sich jetzt aber Musiker zusammen, die alle Koryphäen auf ihrem Gebiet sind und das Beste aus drei Bands zusammenwerfen, was erwartet uns dann? Lange müssen wir nicht mehr auf die Antwort warten, denn am 01. Februar 2019 erscheint das Debütalbum von DieKlute. Eine neue Industrial-Band im Musikuniversum, bestehend aus Claus Larsen, seines Zeichnens Sänger von Leæther Strip, Jürgen Engler, Allroundtalent von Die Krupps und Dino Cazares, Gitarrist von Fear Factory. Es treffen also drei mehr als erfolgreiche Musiker zusammen, um gemeinsam neue Wege zu bestreiten. Der Silberling hört auf den Namen „Planet Fear“ und erscheint via Cleopatra Records, für das Label, für das Jürgen Engler seit einigen Jahren als Produzent tätig ist.

2019 startet also schon mit etwas Besonderem. Mit etwas Großem. In den Medien auch als „Industrial Supergroup“ bezeichnet stehen die Erwartungen hoch. Erste Auskopplungen machen Lust auf mehr und die Resonanz ist großartig. Das Album umfasst 12 Songs, vollgepackt mit Songs, die das Herz von Anhängern elektronischer Musik definitiv höher schlagen lassen werden. Aber auch Anhänger anderer Genres kommen auf ihre Kosten. Die Rhythmen und verschiedenen Klänge der Songs machen es einem wirklich schwer still zu sitzen. Zwangsläufig muss mindestens ein Bein wippen. Es dabei bleiben zu lassen ist aber mehr als unwahrscheinlich. Schon nach den ersten Klängen des Openers „If i Die“ will man aufspringen und sich bewegen. Es gibt von Anfang an auf die Fresse, es wird ordentlich ausgeteilt und Gas gegeben. Auch in den folgenden Songs „Out of Control“ und „The Hangman“ gibt es keine Zeit zum Verschnaufen. Weiter, immer weiter, mit mehr Druck als Verstand fliegen einem die Bässe um die Ohren und begeistern von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wer jetzt noch nicht geflasht ist, macht irgendwas falsch. Spätestens bei Track Nummer vier „Rich Kid Loser“ weiß man nicht mehr wo oben und wo unten ist. Dieser Song ist definitiv mein Favorit des Albums. Kratzig und markant, instrumentale Wände, die eingerissen werden und ein Gesang so durchdringend, dass man den Song gleich zwei Mal hören muss, um sicherzugehen, dass man sich diese Exzellenz nicht eingebildet hat. In der Abmischung penibel genau, ein nahezu perfektes Klangerlebnis und unfassbar vielseitig. Vor meinem inneren Auge sehe ich Arme von Industrialtänzer durch die Lüfte fliegen, Haare von Metallern kreisen und Violant Dancer über Tanzflächen fegen. Das alles in nur einem Song zu vereinen – Respekt! Nach so viel Energie und Emotionen kann man es mit „For Nothing“ etwas ruhiger angehen lassen. Aber wirklich nur etwas. Wirklich nur minimal. Die Intensität bleibt hoch, das Tempo wird etwas reduziert. Es sind viele Kleinigkeiten, die dieses Album besonders machen. Ein durchdachtes Outro eines Songs, eine geschickt gesetzte Pause oder einfach die markante Betonung einzelner Zeilen. Jedem Genre haften oft Vorurteile an. Bei NDH klingt alles gleich, Rocker sind zu weich gespült, und Industrial kommt immer vom Band und klingt deswegen scheiße. Dazu kann jeder stehen, wie er will, aber was man definitiv sagen muss, ja – vielen Industrial Bands fehlt die musikalische Tiefe. Der Gesang kommt meistens noch ganz gut rüber, aber alles andere klingt flach und blechern. Das ist hier definitiv nicht der Fall! Absolut nicht. Hier wurde extrem viel richtig gemacht. Das Programming, das Zusammen- spiel, die hinterlegten Rhythmen, da gibt’s mal nichts zu meckern, nicht mal, wenn man nach Fehlern sucht. Ein weiteres Highlight ist „It’s all in Vain“. Völlig zurecht wurde dieser Song bereits ausgekoppelt, um Appetit anzuregen. In einem Tempo jagt ein Beat den nächsten, das einem schwindlig werden kann, das alles aber ohne hektisch zu werden. Ein Meisterwerk.

Fazit: All das oben gesagte kann man so in den verschiedensten Formen auch über die übrigen Songs sagen. Bei 12 Tracks ist ständig Abwechslung geboten, trotzdem passt alles von vorne bis hinten zusammen. Hier haben sich drei Meister getroffen und was Großartiges kreiert. Übrigens, diese Zeilen wurden geschrieben, von jemandem der mit Industrial zu 98% absolut nicht anfangen kann und auf Partys den Club zum Rauchen verlässt, wenn dieser gespielt wird. Dieses Album wird aber zu 100% in meiner Sammlung landen und gebührend betanzt werden!

Tracklist:

01. If I Die
02. Out Of Control
03. The Hangman
04. Rich Kid Loser
05. For Nothing
06. Human Error
07. It’s All In Vain
08. Born For A Cause
09. Infectious
10. Push The Limit
11. She Watch Channel Zero?!

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VÖ: 01.02.2019
Genre: Industrial
Label: Cleopatra Records/H‘art

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