Dead Girls Academy – Alchemy (CD-Kritik)

Dead Girls Academy

Im Jahr 2016, als die Vorhänge für Vampires Everywhere endgültig fielen, suchte Michael Orlando nach neuen Wegen für seine musikalische Vision. „Ich hatte schon einige Jahren den Namen DEAD GIRLS ACADEMY auf der Zunge“, gibt Orlando zu, „und ich war schon immer auf der düsteren Seite des Rock ’n‘ Rolls, und der Name passt zum Sound und Gesamtbild.[…] In Hollywood lebend, gibt es so viele abgefuckte Dinge, die ich gesehen habe, so viele Geschichten in meinem Kopf, ich könnte sechs Romane über sie alle schreiben. Aber genau das ist es, was die Kreativität fördert und ihr werdet mir definitiv glauben, wenn ihr DEAD GIRLS ACADEMY hört.“ (Quelle: Pressetext) Zusammen mit Ronnie (Radke, Falling In Reverse) und Elvis Baskette (Slash, Sevendust) begann das Songwriting und kurz darauf unterschrieben sie bei Victory Records. Jetzt zwei Jahre nach dem Ende von Vampires Everywhere erscheint am 15.06.2018 das Debütalbum von DGA, dass auf den Namen „Alchemy“ hört. Vergleich- bar, aber auch ganz anders, mit vielen neuen Einflüssen.

Der Langspieler umfasst elf Songs, die in ihrer Bandbreite von zart bis hart, von rockig bis gefühlvoll alles abdecken. Track Nummer 1 „Medicine“ begrüßt den Hörer sofort mit klassischen, rockigen Gitarrenriffs sowie einen hämmerndem Schlagzeug. Hier wird gleich zu Beginn ein ordentliches Tempo vorgelegt. Vor allem mit seinem melodischen und eingängigen Refrain schafft es der Song definitiv ganz hoch auf die Ohrwurmskala. Auch in „Forever“ gehen die Jungs aus Hollywood nicht vom Gas. Sänger Michael Orlando schafft es hier hervorragend, seine Stimme in den verschiedensten Tonlagen und Gesangstilen hervorzuheben. Eine kleine Stilwendung, leicht verzerrt und elektronisch beginnt „No Way Out“. Im Refrain wieder klassisch rockig mit verspielten Einflüssen definitiv eines der Highlights des Albums. Diesen Song als erste Singleauskopplung laufen zu lassen war definitiv eine sehr gute Idee, denn wer mit diesem Song angefüttert wird, hat definitiv Lust auf mehr. „I Can’t Feel a Thing“ ist trotz des mächtigen Beginns deutlich ruhiger als seine Vorgänger. Gefühlvoller und mit wahnsinnig viel Kraft in der Stimme schafft es die Band hier eine perfekte Symbiose aus traurigem Text, melancholischer Stimme und druckvollen Instrumenten zu kreieren. In „Everything“ wird die melancholische Stimmung wegge- blasen und ordentlich auf den Putz gehauen. Eine dominante Gitarre gibt den Rhythmus vor und viele Tempowechsel machen den Song abwechslungsreich, ohne aber ihn zu zerreißen. In „Too Late“ zeigt Orlando wieder seine gesangliche Bandbreite und verführt den Hörer mit hohen Passagen und einem kräftigen Refrain. Für Fans von Saitenins- trumenten gibt es hier auch ein klasse Gitarrensolo. Auch als Single ausgekoppelt wurde „I’ll find a Way“. Zu dieser Nummer gibt es nicht viel zu sagen. Rockig, flott, druckvoll und absolut eingängig. Besser geht es kaum. Auch hier ist das Gitarrensolo übrigens nicht zu verachten und der Gesangspart, der auf dieses folgt, sorgt für euphorische Klang- erlebnisse. „Conversations“ kann man nicht wirklich als Ballade bezeichnen, ist aber der Titel auf dem Album, der dieser Bezeichnung zusammen mit dem letzten Track „Far Away“ am ehesten gerecht wird. Gefühlvoll und ruhig rückt der Gesang fast schon in den Hintergrund. Die Instrumente sind zwar stark und alles andere als ruhig, ohne aber die Stimmung kaputtzumachen oder zu hektisch zu wirken. „Devil on my Shoulder“ ist definitiv einer der düsteren Songs des Albums. Sowohl textlich als auch musikalisch wundervoll arrangiert, mit Tempo und Stilwechseln, die trotz, oder vielleicht auch wegen ihrer Unterschiedlichkeit hervorragend harmonieren. „Cannibal“ ist der Song, den man live am besten mitgrölen kann. So schon ein klasse Song, aber hier denke ich, dass er erst live sein volles Potential entfalten kann. „Far Away“ ist wie schon gesagt eine ruhige Nummer, die zum Abschluss noch einmal ein bisschen Gänsehaut erzeugen kann und das Album so zu einem gefühlvollen Abschluss bringt.

Fazit: Das Debütalbum ist mehr als gelungen und kann wirklich in Dauerschleife gehört werden. Für alle Fans von Vampires Everywhere gehört das Album eh zum Pflicht- programm. Ich bin sicher, dass sich DEAD GIRLS ACADEMY in schneller Zeit zu einer DER Szenebands entwickeln kann. Man darf sehr auf die Entwicklung der Band und welche Wege sie noch einschlagen werden gespannt sein.

Tracklist:

01. Medicine
02. Forever
03. No Way Out
04. I Can’t Feel a Thing
05. Everything
06. Too Late
07. I’ll Find a Way
08. Conversations
09. Devil on My Shoulder
10. Cannibal
11. Far Away

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VÖ: 15.06.2018
Genre: Rock
Label: Victory Records

DEAD GIRLS ACADEMY im Web:

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