Coma Alliance – Weapon of Choice (CD-Kritik)

Coma Alliance

COMA ALLIANCE ist ein musikalisches Gemeinschaftsprojekt des Musikers Adrian Hates (Sänger, Komponist und Produzent der Band Diary of Dreams) und des Musikproduzenten Torben Wendt, den viele auch als Gründer und Sänger der Dark-Electro-Formation Diorama ein Begriff sein dürfte. Nachdem sich die Wege der beiden Künstler über viele Jahre hinweg immer wieder bei Musikproduktionen und auf Livetourneen aufs Neue kreuzten, folgte die Entscheidung, ihre gemeinsame musikalische Wellen- länge in einem Projekt zu manifestieren und auf dieser Weise etwas Neues entstehen zu lassen. 2016 spielten Adrian Hates und Torben Wendt zum ersten Mal drei Konzerte (Krefeld, Dresden und Heidelberg) unter den Namen COMA ALLIANCE, jedoch als unabhängige Shows von Diary of Dreams & Diorama mit wechselenseitigen Gastauftritten. Sowohl die Fans als auch die beiden Musiker waren von den Konzerten und der unglaublichen Atmosphäre gleichermaßen begeistert. Getragen von der Euphorie, den vielen Eindrücken und neuen Ideen, die während der gemeinsamen Momente auf der Bühne entstanden sind, fiebern die zwei Protagonisten seither Ihr nächsten Vorhaben mit COMA ALLIANCE entgegen. Jetzt ist es soweit: Am 16.11.2018 erscheint das schon sehnsüchtig erwartete Debütalbum „Weapon of Choice“ via Accession (Indigo).

Am Horizont zieht apokalyptisch-düster das Intro „Unusual“ herauf. Gut auf das kommende vorbereitet, lässt man sich ein auf den ungewöhnlicher Einstieg in den Titel „Sepia“. Die Sounds vermischen sich wie von selbst zu einem eingängigen Thema. Spoken Words schaffen eine beklemmende Atmosphäre als Kontrast zu den bombastisch-sinfonischen mit Streichern angereicherten Wellenbrechern, die bis tief runter in die Emotion gehen. Als erste Vorabsingle wurde „Royd“ erwählt. Ein wenig mystisch am Anfang, holt einen der tolle, dynamische Rhyth- mus sofort ab auf Wolke 7. Der langsame Spannungsaufbau lässt die Luft um die Boxen vibrieren. „Starfruit“ ist eine große Überraschung, die Melodieführung der Vocals erinnert irgendwie an … Swing! Vom Stil her könnte „Starfruit“ gut als Titelmelodie einer Mystery-Krimi-Serie herhalten. Und wieder eine Überraschung: „Trembler“ wartet mit orientalischen Klängen auf und entfaltet sich als herrlich dunkles Trip-Hop-Juwel mit kräftig verzerrten Gitarrenklängen als Grundlage. „Dark Vibes“ — Nomen est Omen — ist schöner dunkler Synthiewave. Es schwingt leicht der Charme eines Chansons in der Luft mit Nostalgie und Sehnsucht. „Miracle“ ist wirklich zauberhaft wie das beschriebene Mirakel und diese Wirkung wird maßgeblich durch den zarten Einsatz eines Querflötensounds erreicht. Dieser Titel berührt die Seele. Wie „Coma Alliance“ das machen — ein Wunder! Glockenklare Sounds, mysteriöses Geklicker bereiten die unheimliche Szenerie von „Finsta“ vor. Angereichert mit Trip-Hop-Elementen, geflüsterten Stimmen kommt schnell wieder Krimi-Feeling auf. Am Ende dreht das Lied noch mal richtig auf mit verzerrter, verfremdeter Gitarre. „CA2“ könnte gern in Dauer- schleife laufen. Der wunderschöne Refrain verschlägt einen sofort in seinen Bann. Besonders schön in seinem Kontrast zu seiner minimalistischen, tiefen Strophe, die unter leichten industrial Einfluss steht. Der Trip-Hop geschwängerte Titel „Coma Supreme“ könnte auch aufgrund des Namens als Aushängeschild für den Stil „Coma Alliances“ stehen. Selten so ein groovigen Dark Electro Titel gehört wie „Buttons“. Es ist fantastisch, wie das zusammen funktioniert. Die Bässe sind wuchtig und es rummst an allen Ecken und Kanten. „Trip Job“ bildet einen exzellenten Abschluss des Albums mit seinem urbanen Sound aus trockenem, dunklem Bass und den eleganten Rhythmen über dem Sprechgesang.

Fazit: Vom ersten Takt an hängt man am Haken von „Coma Alliance“. Das Album hat eine unheimliche Sogwirkung. Es packt einen beim Hören auf fast mystische Weise. Manch ungewöhnliche Zutat wirkt überraschend auf die Ohren und Hörgewohnheiten und ich frage mich, welche Zutat hier so abhängig machend wirkt. Es kann nur der berühmte „magische Funke“ sein, der bei beiden Musikern bei der Arbeit an diesem Album übergesprungen ist. Dieser Funke ist auch als „Inspiration“ bekannt — eine Mischung aus Erfahrung, Können und Vision. Wie gut, dass Adrian Hates und Torben Wendt diese Mischung als Album sich manifestieren und uns daran teilhaben lassen. Das muss man gehört haben.

Tracklist:

01 Unusual
02 Sepia
03 Royd
04 Starfruit
05 Trembler
06 Dark Vibes
07 Miracle
08 Finsta
09 CA2
10 Coma Supreme
11 Buttons
12 Trip Job

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VÖ: 16.11.2018
Genre: Alternative Rock, Dark Wave, Gothic Rock, Industrial
Label: Accession (Indigo)

COMA ALLIANCE Tour 2019
Special Guest: In Strict Confidence

11.01.2019 Oberhausen, Kulttempel
12.01.2019 Hamburg, Markthalle
17.01.2019 Frankfurt, Batschkapp
18.01.2019 Stuttgart, Im Wizemann
19.01.2019 München, Backstage
25.01.2019 Berlin, Huxleys Neue Welt
26.01.2019 Dresden, Reithalle Strasse E

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