BLUME – Ashes (CD-Kritik)

Die Electro-Band BLUME, die sich 2008 um Enrico Filisetti (Gesang, Songwriting, Text), Ivan Savino (Komponist, elektronische Produktion) und Daniele De Fabritiis (Gitarre) in Mailand formierte, und ihren Sound mit kraftvollen Texten mit Einflüssen aus u.a. Synthpop, New Wave, EBM / Electro-Industrial kombinieren kehrten im Frühjahr mit neuem Material zurück. Nach dem erfolgreichen Longplayer „Autumn Ruins“ (2013) legten BLUME am 04. Mai 2018 das von Fans bereits sehnsüchtig erwartete und von den Kritikern heiß gehandelte neue Album „Ashes“ via WTII Records vor.

Das Album startet düster mit „Iron Age“. Tiefe Bässe wummern und der Titel entwickelt sich zu einem dunklen Synthiepop-Stück mit einer eingängigen Melodie, die ihren melancholischen Anstrich auch durch ihren Tonartwechsel erhält. Nicht weniger druckvoll ist „Scarlet“. Gegen- über dem ersten Track wird mit einem wunderschönen Refrain, der mit großem romantischen Herzschmerz aufwartet und ebenfalls mit viel Voice-Chören die hohe Emotionalität des Liedes unterstreicht, noch einen oben draufgesetzt. Es folgt die Singleauskopplung „Blackening“ (10/2017), die einem mit rasiermesserscharfen Dark Electro direkt in die Beine fährt. Der Refrain hingegen kombiniert wieder klassischen Synthie-Pop mit tollen Harmonien und einem satten Synthteppich, der das ganze mit viel Leichtigkeit glänzen lässt. Harte Electrosounds drücken „Fade Away“ ins Ohr. Eine Gitarre mit viel Echo und Hall führt atmosphärisch den harten Strophenteil wieder in einen weichen, synthiepoppigen Refrain. Das Konzept geht auch hier wieder auf. „Desolation Road“ bringt Ruhe rein, denn bisher gab es Tanzbares im höheren Drehzahlbereich. Diese Ballade ist wunderbar getragen vom Gesang und verbreitet mit großer Geste Melancholie. Mit maschinenähnlichen Sounds beginnt das Instrumental „Interlude“, um dann in eine Geräuschkulisse abzugleiten, die aus einem Science Fictions zu stammen scheint. Der nahtlose Übergang zu „Ajax“ ist gelungen. BLUME klingen hier ein wenig wie VNV Nation, was ja kein Makel ist. Ganz im im Gegenteil sie zeigen ihre souveräne Kompo- sitionsstärke. Interessant ist hier der verzerrte Gitarrensound, der spannende Akzente setzt. Der Ausklang bedient sich aus der Maschinenklangkulisse von „Interlude“. Der Titel „Night- mare“ verspricht namentlich Düsteres. So kommt es auch, trotzdem ist der Song so dynamisch, dass er fast abhebt. „Spleen“ geht genauso dynamisch voran und hat einen stärkeren hymnischen Touch, als alle anderen Titel vorzuweisen. Mit einer weiteren Ballade „Ideal“ verabschiedet sich BLUME aus einem großartigen Album. Weiche und schwebende Klänge umschmeicheln sich und der Gesang setzt sich sanft oben drauf.

Fazit: Das Album von BLUME hat einen starken Impetus Richtung Dark Electro, der aber von geschmeidigen Synthie-Pop Passagen wieder aufgefangen wird. Bekannte und eingängige Melodiemuster und Phrasen des Genres Synthie-Pop werden zitiert, äußerst souverän arrangiert und kredenzt mit kreativen Einfällen. Das Werk ist kühl melancholisch und hat zeitweise einen leicht aggressiven Biss an sich. Die Stimme des Sängers Enrico Filisetti transportiert eine nachdenkliche Poesie, der man sich nicht entziehen kann. Auffallend ist, dass die Italiener ausgesprochene Freunde der Synthvoice-Chöre sind, die sich in vielen Tracks wiederfinden. Der Silberling ist wie gemacht für ausgiebige Tanzorgien von Menschen, denen es eine Lust ist, auf intelligente Musik abzufahren.

Tracklist:

01. Iron Age
02. Scarlet
03. Blackening
04. Fade Away
05. Desolation Road
06. Interlude
07. Ajax
08. Nightmare
09. Spleen
10. Ideal

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VÖ: 04.05.2018
Genre: Electro
Label: WTII Records

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