Blue Images – Her Light (CD-Kritik)

Blue Images

Die im Großraum New York ansässige Synth-Pop / Electro-Band BLUE IMAGES, die Ende 2013 von Alex Virlios (Vocals, Lyrics, Composition, Synths, Production) gegründet wurde, zählen inzwischen zu den angesagtesten und kreativsten Acts ihrer hei- mischen Dark-Wave-Szene. Fast fünf Jahre wurde sich für das Debütalbum zeit gelassen, doch am 18. Mai 2018 war es endlich soweit und das Duo legte ihren Langspieler „Her Light“ mit 12 Tracks über Scanner (Broken Silence) vor.

Sägende Synthiesounds kündigen den charmanten Opener namens „Choices“ des Erstlingswerkes von BLUE IMAGES an. Der Gesang von Alex Virlios ist unterkühlt und mit viel Hall unterlegt. Das Herz- und Titelstück „Her Light“ wartet hier mit charismatischen 80er Jahre Synthie-Geplucker auf, der einem elegant und kühl ins Ohr segelt. Optimistische Töne schlägt „Don’t Forget Me“ an, unterlegt mit einem sphärischen Harmonieteppich über die schön tanzbaren Rhythmen. Ein kleines Echo verfeinert den Abgang des Titels, in dem der „Iris“-Sänger Reagan Jones seine Stimme einbringt. Ein wenig zu eingängige Harmonien lassen „Great Unknown“ dahinplätschern, aber als etwas flotterer Ballade mag das durchgehen. Der etwas düstere Anklang von „Forgotten“ geht sehr gut ab und der Einschub der deutschen Textpassage ist sehr geschmackvoll. Da wirkt etwas mehr Dark Electro direkt erhellend auf die Klangstruktur. Ganz sachte und leise startet „New Horizon“ als gefühlvolle Ballade im minimalistischen Sounddesign. Mit einer ähnlichen Klangstruktur versehen ist „Tonight“, das im tanzbaren Rhythmus und in tollen Harmonien schwelgt. Durch die Glockentöne wirkt es sehr sphärisch. „Irrational Thoughts“ ist poppig und besticht durch schöne, schwebende Klangteppiche auf treibendem Beat. Die Wirkung ist verträumt und melancholisch. Mehr, in Richtung Dark Electro tendiert „False Illusion“ und die Zusammenarbeit mit Jürgen Engler von „Die Krupps“ ist sehr geglückt. Spacig wird es mit „Hold On“. Sanft entschwebt der Sound und hinterlässt eine träumerische Atmosphäre. Der trockene Beat unterstützt das ansonsten sehr melancholische „Desire“. Als Ausklang des Albums wählen BLUE IMAGES die Ballade „Pretending To Be Blind“, die sich sehr schön schwebend entfaltet und eine traumhafte Atmosphäre beschwört.

Fazit: Elegant unterkühlte Klänge und dazu eingängige Melodien bezaubern im kompletten 80er Jahre Synthiepop-Gewand. Vom Klangbild erinnern sie z.B. an Acts wie OMD und Boytronic. Die Zusammenarbeit mit den beiden Sängern Jürgen Engler und Reagan Jones ist sehr gelungen und gibt den Liedern einen interessanten Touch. Als Erstlingswerk ist die Scheibe auf jeden Fall gelungen, weil sich die Atmosphären von Anfang stimmig entfalten und die melancholischen Melodien immer wieder durch interessante Klänge aufgepeppt werden.

Tracklist:

01. Choices
02. Her Light
03. Don’T Forget Me (feat. Reagan Jones)
04. Great Unknown
05. Forgotten
06. New Horizon
07. Tonight
08. Irrational Thoughts
09. False Illusion (feat. Jurgen Engler)
10. Hold On
11. Desire
12. Pretending To Be Blind

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VÖ: 18.05.2018
Genre: Synthpop / Electro
Label: Scanner (Broken Silence)

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