WARDRUNA – Skald (CD-Kritik)

WARDRUNA

Der Gründer von WARDRUNA und Vikings Komponist Einar Selvik präsentiert das lang erwartete Akustikalbum mit Solo-Material von Wardruna und unveröffentlichter Musik, die für Vikings geschrieben wurde. WARDRUNA Gründer Einar Selvik hat seit Jahren schon Konzerte gespielt, bei denen er Wardruna Songs, ebenso wie Stücke für die TV-Show Vikings, in einem akustisches Format alleine aufführte. Nun wurden Teile dieses Materials endlich Live im Studio im Solslottet Studio in Berge (Norwegen) aufgenommen und am 23. November 2018 von By Norse Music veröffentlicht. Skald nimmt den Zuhörer mit auf eine musikalische Reise, außerhalb der gewaltigen Klanglandschaften, für die Wardruna bekannt ist bekannt. Es zeigt die Stücke in einer einfacheren, direkteren Form, bei der die Stimme, die Poesie und die antiken Instrumente, wie Kravik-Lyra, Taglharpa und Bukkehorn den Ton angeben. (Quelle: Pressetext)

Wie zu einer Beschwörung erklingt „Vardlokk“ nur mit der Stimme „Einars“ und einer Art Horn ähnlichem Blasinstrument. Nur leicht gezupfte Akkorde auf der Harfe begleiten „Skald“, einem mit tiefer Stimme vorgetragenen Lied. Auch „Ein sat hon uti“ wird mit Harfe begleitet. Mit deren hypnotischer Monotonie und dem getragenen Gesang hat dieser Titel eine meditative Grund- stimmung. Die Singleauskopplung „Voluspá (Skaldic Version)“ als „Weissagung der Seherin“ ist das erste der sechzehn Götterlieder des Codex Regius. Die Melodie ist sehr intensiv und leidenschaftlich vorgetragen. „Fehu (Skaldic Version)“ ist die erste Rune des älteren Futhark und des altnordischen Runenalphabets. Begleitet nur mit einem Saiteninstrument mit einfachen Akkorden und teils mehrstimmigen Gesang nähert es sich deutlicher den heutigen Hörge- wohnheiten an. Zu hören war es bereits auf dem zweiten WARDRUNA-Album „Runaljod – Yggdrasil“ (2013). In „Vindavla“ erklingen alte Streichinstrumente, die ihre ganz eigene melancholische Stimmung verbreiten. „Ormagardskvedi“ erinnert melodisch etwas an die gregorianischen Gesänge der Mönche. Auch hier wird die Harfe gezupft, was sich sehr lieblich anhört. In dieser Art erklingt sie auch in „Gravbakkjen“, das ein ruhiges, sehr innigliches Lied auf diesem Album ist. Die „Sonatorrek“ ist ein Klagelied, das der isländische Skald Egill Skallagrímsson um 960 aus Trauer um den Verlust seiner Söhne verfasst hat. Ganz allein ohne instrumentelle Begleitung singt „Einar“ das Lied. „Helvegen (Skaldic Version)“ erzählt vom Weg zur Hölle und vom Abschied. Auch dieses Lied war schon auf dem 2. Album „Runaljod – Yggdrasil“ (2013) von WARDRUNA vertreten hier ist jetzt aber noch einmal in der skaldischen Version zu hören.

Fazit: Ganz im Sinne der Skaldendichtung werden die Verse rezitativ gesungen. Dieses Album definiert den Begriff Minimalismus neu, denn die Stücke sind äußerst spärlich instrumentiert. Es gibt keine Synthesizer im Hintergrund, keine Soundteppiche — ganz ursprünglich und back to the roots. Allein die Stimme, ihr Rhythmus, das Auf und Ab der Tonhöhe übernimmt die Führung der Melodie. Und die Stimme von Einar „Kvitrafn“ Selvik ist wahrhaft genug, um die nötige Dichte zu schaffen, die Moleküle zum Schwingen zu bringen. Nur jeweils ein akustisches Instrument pro Lied begleiten den Sänger „Einar“, dem es eindrücklich gelingt, jegliche Emotion über seinen Gesang zu vermitteln. Das Album ist sehr eigen: alte Musik für unsere moderne Welt, damit wir nicht vergessen.

Tracklist:

01. Vardlokk
02. Skald
03. Ein sat hun uti
04. Voluspá (Skaldic Version)
05. Fehu (Skaldic Version)
06. Vindavla
07. Ormagardskvedi
08. Gravbakkjen
09. Sonatorrek
10. Helvegen (Skaldic Version)

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VÖ: 23.11.2018
Genre: Norse/Nordic/Folk/Ethnic
Label: By Norse (Membran)

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