V2A – Gravity Killer (CD-Kritik)

V2A

V2A – das sind zwei expressive Musiker, die sich selbst als 316 (Mechanized) und 304 (Drone) bezeichnen. V2A sind anders, speziell, außergewöhnlich; fernab der Norm bewegt sich das EBM/Industrial Soundkonstrukt in einem nahezu surrealen, destruktiven und postapokalyptischen Klangszen- ario. Irgendwie brachial, treibend und unwiderruflich nach vorne preschend, aber gleichermaßen atmosphärisch und rhythmisch. (Quelle: Pressetext) Nach fünf veröffentlichten Alben und ihren bisherigen Tourneen als Support für Szene-Bands wie u.a. Combichrist, Suicide Commando, Nachtmahr oder aber Stoneman holt die Band nun zum nächsten Schlag aus und präsentiert am 19. Oktober 2018 ihr brandneues Werk namens „Gravity Killer“ via Out O Space Records.

Los geht die Reise des sechsten Albums des deutsch-britischen Projekts mit dem Intro „Fire and Blood“. Maschinengeräusche begleitet von Spoken Words wirken abgeklärt und cool bis in die letzte Flügelschraube der virtuellen Spacemaschine, die am Anfang zu hören ist. „V2A“ spielt mit den Irritationen, die sich beim Hören ausbreiten. Es ist nicht zu greifen, weil das Intro wie ein Ausschnitt eines größeren Ganzen wirkt. „F-Society“ begeistert anfangs mit den guten alten Breakbeats. Thematisch schließt sich dieser Titel dem Intro an und führt es aggressiv und bissig in ein Industrial Thema weiter zugunsten eines geradeaus laufenden Taktes. Noch schneller wird das recht melodiöse „Gravity Killer“. Das hat schon beinahe Synthiepopflair. Das ganze Gegenteil ist „Master Blaster“ hingegen ist böse und aggressiv und ganze Horden von dunklen Gestalten scheinen einem „Master-Blaster“ ins Ohr zu schreien. Dazu gibt es einen martialischen Turbo EBM Beat. Nun kommt mit „Toxic“ ein großartiger Titel, der spannend mit dem Tempo spielt und den einen Ton wie einen hüpfenden Ping-Pong-Ball erst langsam und dann immer schneller werden lässt. Nicht weniger TOP ist „One-Man-Riot“. Das ist EBM-Industrial mit bissiger Power aus dem Underground „Fuck you, I’m a one man riot“. Wie kompromisslos V2A sind, wird mit folgenden Worten „I don’t care what you think of me your life is far too plain who wants to be normal you all look the fucking same!“ gleich zu Beginn von „Freak Show“ deutlich. Trotz der klaren Message, wird hier mit einem urtypischen Technothema einem ein wissendes Lächeln ins Gesicht zaubert. Sehr eingängig! Diese leichte Brise weht nicht lange, sondern entfesselt mit „Asylum“ einen Sturm. Dieser bringt eine Metal-Note mit und der Takt ist durchaus Headbanger tauglich. Ein weiterer Kracher ist das technoide „Hail Hydra (Valkyrie Mix 2018)“. In diesem Titel wird das Meme „Hail Hydra“ aus der Welt der Marvel Comics aufs Korn genommen. Der letzte Titel des Albums „Divided by Dreams“ schöpft wieder aus dem Vollen des Synthiepops, aber diesmal so richtig. Dieser Song hebt sich ungewöhnlich optimistisch von allen anderen ab.

Fazit: Das neue V2A-Album beweist ihre große Bandbreite, die sie sich selbst auf die Fahnen schreiben. So wirken manchmal die harshen EBM-Industrial Titel wie Ausreißer, das andere Mal die melodiösen Techno- und Synthiepopstücke. Doch das deutsch-britische Projekt hält diese Vielfalt auf dem Album gut zusammen auf einer Mittellinie bis auf das letzte Stück, was arg aus dem Rahmen fällt, wobei es kein öder Titel ist — im Gegenteil. Das Album beginnt im Grunde in einem ganz anderen Stil, als es endet. Insgesamt lässt sich das Album sehr gut hören, abwechslungsreich, wie es ist. Für die Clubs ist genügend Material vorhanden, den Gästen die Ohren wegzublasen. Ein Album mit großer Bandbreite und enormer Wucht!

Tracklist:

01 Fire and Blood
02 F-Society
03 Gravity Killer
04 Master Blaster
05 Toxic
06 One-Man-Riot
07 Freak Show
08 Asylum
09 Hail Hydra (Valkyrie Mix 2018)
10 Divided by Dreams

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VÖ: 19.10.2018
Genre: Industrial / Electro /EBM / Goth / Harsh Electro
Label: Out O Space Records

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