Rockharz Open Air 2019 – Feiern im Schatten der Teufelsmauer (Festivalbericht) Teil.1

Das 26. Rockharz Open Air am vergangenen Wochenende auf dem Flugplatz Ballenstedt im Harz war wieder ein Kracher. Das Aufgebot der diesjährigen Bands (55 Stück) war sensationell. Von Mittwoch bis Samstag (03.07. – 06.07.2019) wurde wieder enorm viel für die 20.000 Fans der gepflegten härteren Gitarrenmusik geboten. Stilistisch bewegt man sich gemischt zwischen Mittelalter, Gothrock, Deutschrock und allen Metal- richtungen.

Mittwoch: (1. Festivaltag)

Das Festival wurde gleich ordentlich mit From North gestartet. Anschließend folgten Brothers Of Metal und die polnische Death Metal Legende Vader. Pünktlich um 20 Uhr ertönt das Intro „This Shit Will Fuck You Up“ von Combichrist. Die Jungs um Andy LaPlegua feiern dieses Jahr ihre Premiere auf dem Rockharz und bringen von Anfang an Stimmung unter die Zuschauer. Mit Hits wie u.a. „Hate Like Me“, „Throught Full Of Glass“, „What The Fuck Is Wrong With You“ und dem abschließenden Song „One Fire“ wurde die Menge zum kochen gebracht und die Band verließ sehr zufrieden die Bühne. Anschließend konnte die bereits gute Stimmung nur noch von den „Blödelbarden“ von J.B.O. gesteigert werden, welches ihnen hervorragend gelang. Abgerundet wurde der erste Festivaltag durch die ex-Accept Legende Udo Dirkschneider, der mit seiner Band U.D.O. Headliner war und den Abend gut abrundete.

Donnerstag: (2. Festivaltag)

Der zweite Tag begann ab der Mittagszeit mit Bloodred Hourglass, Stam1na und nach den brasilianischen Mädels von Nervosa, starteten Lacrimas Profundere, mit ihrem neuen Sänger Julien Larre, eine gewohnt gute Show. Durch die sehr tiefe Stimme, bekam man an diesem son- nigen Nachmittag eine düstere Stimmung gezaubert. Die Setlist aus alten („Again It´s Over“) und neuen Songs („Father Of Fate“), die der Sänger auf der Bühne und auch direkt am Publikum darbot, war gut gemischt.

Auf dem Infield versammelte sich mittlerweile eine große Anzahl von Fans, denn mit Van Canto und den darauffolgenden Coppelius, standen zwei speziellere Stilrichtungen auf den Bühnen. Während Van Canto mit ihrem A-Cappella-Stil seit mehreren Jahren ihre Fans aus einem Mix von Coverversionen (AC/DC „Hells Bells“, Iron Maiden „Fear Of The Dark“) und eigenen Songs (u.a. „The Mission“) begeistern, ist es bei Coppelius der Mix aus Theater und Kammercore (Mix aus Metal und klassischen Musikinstrumente, wie Cello, Kontrabass und Klarinette). Beide Bands sind mittlerweile Publikumslieblinge und werden sehr gut angenommen. Weiter gings im Line-Up mit den feierwütigen Feuerschwanz und der Thrashmetal-Legende Overkill. Danach folgte eine weitere Premiere, es betraten die finnischen Hardrocker von Lordi die Rockstage. Bestens bekannt durch ihren damaligen Eurovision-Song-Contest Sieg 2006, boten sie eine monstermäßige Show für Augen und Ohren. Ihr 50 minütiger Auftritt war kurzweilig und wurde bis zu ihrem abschließenden Überhit „Hard Rock Hallelujah“ frenetisch abgefeiert.

Direkt danach folgten die fränkischen Jungs von Hämatom, die sofort mit dem Opener „Zeit für neue Hymnen“ begannen. Von der ersten Sekunde an, sorgten sie unter dem wolkenbehangenen Himmel für ausgelassene Stimmung. Eine einzige Party, bei der lautstark mitgegröhlt wurde, egal ob bei den eigenen Songs „F**k das System“, „Alte Liebe rostet nicht“ oder bei den Coversongs „I Want It All“ und „Kids“. Als sich Drummer Süd samt Minischlagzeug noch von den Fans über den Platz vor der Bühne tragen ließ, konnte man nur noch freudige Gesichter sehen. Das war definitiv ein erinnerungswürdiger Auftritt!

Es ist mittlerweile Dämmerungszeit, als Cradle Of Filth mit dem Intro „Once Upon Atrocity“ die Darkstage betreten. Die Fans warteten gespannt auf eine gute CoF Show und diese bekamen sie auch. Cradle liefern souverän ab. Frontmann Dani Filth bringt in seinem typischen Gesangstil – zwischen kreischen und grunzen – die Masse zum toben, während Keyboarderin Lindsay Schoolcraft ihren elfenhaften Gesang dazu einsetzt. Musikalisch und optisch war die Show gut abgestimmt und wird zum Schluss unter viel Applaus beendet.

Nebenan auf der Rockstage, tat sich natürlich auch etwas. Ein riesiges Banner, mit der Aufschrift BERSERKER, kündigte den Headliner an. Es sind keine geringeren als Amon Amarth! Fünf Minuten, nachdem der Gig von Cradle beendet ist, ertönt ein lauter Knall und die Wikinger aus Schweden betreten, unter den Klängen von „Pursuit Of Vikings“, die Bühne. Sie waren zurück, nach 7 Jahren Rockharz Abstinenz. Amon boten 75 Minuten lang eine wuchtige Performance mit Feuer, Wikingerkämpfen und einer perfekten Songauswahl. Sänger Johan prostete den Fans mehrfach, mit seinem Trinkhorn, auf Deutsch zu und diese waren hellauf begeistert. Erwähnenswert ist auch der kraftvolle, glasklare Sound, der das Gesamtbild abrundete. Ein absolut verdienter Headliner!

Nun war die Geisterstunde nah. Es ertönte ein Gewitter und auf der Bühne nebenan betrat Joachim Witt mit Band die Bühne. Er legte mit dem Titel „Herr der Berge“ los. Witt bot eine recht einfache Show, Lieder und saloppe Sprüche wechselten immer ab. Hits wie „Die Flut“ wurden als Schlager angekündigt, „Das geht so tief“ in einem härteren Gewand gespielt, aber auch der „Goldene Reiter“ durfte natürlich nicht fehlen. Einen guten Abschluss fand er mit „Strenges Mädchen“, sodass die Fans nach viel Applaus selig den Platz verlassen konnten.

Weitere Acts an diesem Tag waren: The Unguided, Wintersun

… Teil.2 folgt in Kürze.

Unsere Bilder findet ihr unter folgenden Link:

https://www.darkmusicworld.de/rockharz-festival-2019-fotogalerie/

Rockharz Open Air im Web:

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