NACHTBLUT rockten im Münchner Backstage ordentlich die Bühne! (Konzertbericht)

Nachtblut

Pünktlich zur anstehenden Herbst-Tour brachte die energiegeladene und voller Herzblut spielende Band am 13.10.2017 ihr 5. Album „Apostasie“ über Napalm Records auf den Markt. Im Rahmen ihrer aktuellen Tour, auf der die Truppe um Sänger Askeroth ihre neuen Songs ausgiebig und in klassischer NACHTBLUT Manier live vorstellen, statteten sie auch am 20.10.2017 dem Münchner Backstage einen Besuch ab. Unterstützt werden die vier Männer (Keyboarderin Amelie wurde kurz vor Tourauftakt von einem Auto angefahren und kann deswegen diese Tour nicht spielen) von Krankheit aus Österreich und der Dark-Rock-Band Enter Tragedy. Letztere eröffneten den Abend. Leider hab ich nur die letzten zwei Songs gehört, da ich zu dem Zeitpunkt noch mit Skoll und Ablaz von NACHTBLUT beim Interview (HIER) saß. Zu Enter Tragedy kann ich deswegen kein wirkliches Urteil abgeben, das bisschen was ich aber gehört habe, klang recht vielversprechend.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann weiter mit der Dark Industrial Metal-Combo KRANKHEIT. Beginnend mit einem eindrucksvollen Intro ging es gleich brachial los mit „Tag der Rache“. Es folgte ein Potpourri aus Songs der beiden erschienen Alben Sanatorium und Saat des Bösen. Mit krankhaft verzerrter Stimme, aber dennoch sehr verständlich schrie Sänger Christian „Chris“ Präauer die Texte in die Menge, die zum Großteil mitsingen konnten und dies auch in beeindruckender Lautstärke taten. Die drei ungleichen Musiker haben im Vergleich zur letz- ten Tour ihr Erscheinungsbild noch einmal düsterer und abstrakter geschaffen. Genauso lassen sich auch die Werke von Saat des Bösen beschreiben. Zu hören gibt es unter ande- rem noch „Mammon“, „Geboren Unheil anzurichten“ und „Die Weinende“. Ein Song kraftvoller als der andere rübergebracht liefern Krankheit eine fantastische, aber leider viel zu kurze Show ab.

Nach einer erneuten kurzen Umbaupause, in der sich die Halle nochmal merklich füllte, ging es los mit den Headlinern des Abends. Die Musiker von NACHTBLUT kamen nach und nach zu einem düsteren Intro auf die Bühne, bis urplötzlich mit einer eindrucksvol- len Energie die ersten Klänge von „Multikul- turell“ erklangen. Der eindrucksvolle Song, der bereits in der jüngsten Vergangenheit für reichlich Aufsehen sorgte, ist live aber noch um einiges stärker und imposanter. Definitiv die beste Wahl für den ersten Song. Düster und druckvoll geht es weiter mit der „Blut- gräfin“ und „Amok“. Hier hallt das Echo des mitsingenden Publikums durch die ganze Halle. Die Truppe um Sänger Askeroth performen voller Leidenschaft und mit so viel Kraft, dass es auch in den letzten Ecken der Backstage Halle kein Stillstehen gibt. Überall wird getanzt, Haare werden gekreiselt und mitgesungen und geschrien. Viele neue Songs vom aktuellen Album Apostasie, das übrigens unter den TOP 50 der Deutschen Album Charts weilt, werden zum Besten gegeben und mit einer Wucht ins Publikum gedrückt, dass es jeder bis in die letzte Zelle spürt. Es wird angenehm wenig gequatscht und erzählt, nur das Nötigste, und der Fokus auf das Wichtige, die Musik gelegt. Kompliment an den Ton- techniker, in jeder Ecke der Halle hatte man kristallklaren, gut verständlichen, perfekt abgemischten Sound. Das hat man hier auch schon anders erlebt, aber den kompletten Abend über steht dem Hörvergnügen absolut nichts im Weg. Bassist Ablaz lässt es sich auch nicht nehmen über die Hände der Menge zu schwimmen. Das hätte deutlich besser geklappt, wenn die Halle ausverkauft gewesen wäre. Leider blieb der ein oder andere Fleck leer, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Zu „Ich trinke Blut“ konnte Askeroth es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Kelch zum Mund zu führen und sein eh schon imposant-gruseliges Erscheinungsbild mit blutverlaufener Brust und Kehle noch eindrucks- vollen zu gestalten. Besonders erwähnenswert sind aber noch die gespielten Zugaben. Neben dem absolut eingängigen Stück „Lied für die Götter“ wurde noch das Kollegah Cover „Wat‘ is denn los mit dir“ zum Besten gegeben. Die eh schon gute Stimmung wurde von der feiernden Meute nochmal getoppt und jeder, absolut jeder konnte den Text mitsingen. Das war auch der Fall beim nun wirklich letzten Song. Askeroth schrie, er brauche nun einen Chor für ein Abschließendes gute Laune Lied. Als er dann die Prinzen mit „Alles nur geklaut“ anstimmte, stimmte die Menge sofort mit ein und das bekannte „Eo, Eo“ drang durch die Halle. Ein absolut grandioses Konzert, das leider viel zu schnell vorbei war.

Fazit: Ein absolut gelungener Konzertabend. Von vorne bis hinten perfekt. Gute Vorbands, absolut genialer Hauptact, perfekt abgemischter Sound, eine grandiose Lightshow, Sänger Askeroth hat die Haare schön und alle sind glücklich! Selten so ein kraftvolles und ehrlich dargebrachtes Konzert erlebt. NACHTBLUT bewiesen eindrucksvoll, dass sie ihre Verspre- chen durchaus halten und nicht nur auf Platte was drauf haben. Diese Band gehört auf die Bühnen der Welt!

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