MONO INC. – Das Interview zum neuen Album „Welcome To Hell“!

MONO INC

Erst im letzten Jahr hat man die 4 Nordlichter von MONO INC. auf Schiffswegen gefolgt, hat die stürmische See bezwungen und als Teil der Bootscrew auf den Konzerten in ganz Deutschland Abenteuer erlebt. Nach dem großen Erfolg von „Together Till The End“ (2017) und einer kurzen Schaffenspause warteten die Düsterrocker um Sänger Martin Engler mit dem nächsten Album ordentlich auf. Das zehnte Werk, das den Titel „Welcome To Hell“ trägt, umfasst 11 brandneue Songs und wird plus einer Bonus-CD „Welcome To Heaven“, auf der sich noch einmal 10 Songs in einer Classic Version befinden, am 27. Juli 2018 via NoCut (SPV) das Licht der Welt erblicken. Schon jetzt kann der Langspieler über allen bekannten Portalen oder HIER über Amazon vorbestellt werden.

MARTIN ENGLER ZU “WELCOME TO HELL”

Q1: Nach Eurem letzten Erfolgsalbum hattet Ihr eine Pause angekündigt. Da verwundert es ein bisschen, dass nur gut 1,5 Jahre später ein neues Album in die Läden kommt. Seid Ihr nicht gut in „Pause machen“?

ME: Das kann man sehen, wie man will. Tatsächlich haben wir alle direkt nach der letzten „Together Till The End“-Show im Sommer 2017 unsere Sachen gepackt und sind unabhängig voneinander 6 Monate durch die halbe Welt gereist. Das ging von Brasilien, Kroatien und Spanien bis nach Kambodscha, Vietnam, Thailand, Afrika, Indien und die Emirate. 6 Monate, in denen wir überhaupt nicht an Musik, Proben, Shows, Aufnahmen oder Promotion-Termine gedacht haben ,6 Monate totale Auszeit vom „Job“ also. Frag mal einen normalen Arbeitnehmer in Deutschland, ob man das nicht Pause nennen kann! 😉 Wir sehen das daher als großes Privileg und haben es genossen – und uns körperlich und geistig sehr gut regeneriert. Außerdem ist Reisen abseits der ausgetretenen Touristen- pfade natürlich auch inspirierend und erdend, besonders dann, wenn man wie unser Bassist Manuel durch die Favelas von Rio de Janeiro stapft, unser Gitarrist Carl sich als Pate für die Bildung afrikanischer Mädchen engagiert, Katha Mia sich gegen den Plastikmüll in den Weltmeeren stemmt oder wie ich versucht, Flutopfern in Thailand eine neue Lebens- perspektive zu ermöglichen. Je mehr man erlebt, desto einfacher ist es dann folgerichtig im Nachhinein ein neues Album zu komponieren.

Q2: Mit „Welcome to hell“ liefert Ihr erneut ein Konzeptalbum ab. Worum geht es genau?

ME: Zeitlich verschlägt es uns gut 300 Jahre zurück, genauer gesagt in das Jahr 1712, als die Pest das letzte Mal in Hamburg wütete und zehntausende Opfer forderte. Dieses Gerüst ermöglichte es uns, viele aktuelle Probleme unserer Gesellschaft in Geschichten zu verpacken, die dann nicht wie der berühmte erhobene Zeigefinger daherkommen und dennoch bei genauerer Betrachtung einiges an kritischen Messages enthalten. Allein die Wahl des Albumtitels ist ja eine Anspielung auf ein Hamburger Ereignis, das gar nicht lange zurückliegt.

Q3: Das neue Album wirkt härter, düsterer und teilweise sehr melancholisch. War das von vorherein geplant?

ME: Wenn wir in den letzten Jahren eines gelernt haben, dann ist es, dass wir uns auf unser Bauchgefühl verlassen müssen und uns nicht im Vorfeld einer Produktion in ein Korsett schnüren lassen dürfen. Wir lassen die Dinge einfach passieren, und wenn wir dann alle der Meinung sind, dass es sich gut und richtig anfühlt, dann ziehen wir unser Ding ungeachtet von Trends und Verkaufszahlen voriger Alben durch. Die Bandgeschichte zeigt, dass wir mit unserer Intuition meistens auch den Geschmack unserer Fans ziemlich genau treffen. Aber ich gebe zu, dass „Welcome to hell“ unter dem Strich deutlich düsterer und härter als seine Vorgänger geworden ist. Ich schätze es liegt daran, dass die Zeiten sich irgendwie härter und düsterer anfühlen. Die Verrohung der Gesell- schaft und der Verfall von Werten sind ja allgegenwärtig, nicht nur bei uns in Deutschland – eigentlich überall auf der Welt. Egal, wo man hinschaut: überall nur noch Egoismus, Eitelkeit, Gier, Macht- missbrauch und Manipulation. In solchen Zeiten sehen wir uns (als mittlerweile gestan- dene Künstler) auch in der Pflicht, den Finger in die Wunde zu legen, vielleicht den einen oder anderen wachzurütteln – und eben nicht im Rausch unseres eigenen Erfolges mit einem Schirmchen-Getränk in der Hand be- langloses Material nach dem Motto: „wir sind satt, was scheren uns also die Probleme der anderen“ zu veröffentlichen. Wir selbst sind schließlich auch Teil dieser Gesellschaft und haben mittlerweile Kinder, die wir eines Tages in diese Welt ziehen lassen müssen. Was die weitere Entwicklung angeht, hält sich mein Optimis- mus sehr in Grenzen, aber aufzugeben ist schließlich auch keine Option.

Q4: Was hat es mit dem Cover auf sich?

ME: Auf dem Cover sehen wir einen sogenannten Pestdoktor. Pestdoktoren waren Ärzte, die Pestopfer behandeln und heilen sollten. Nach heutiger Kenntnis allerdings mit spärlichem Erfolg, denn häufig starben Patienten aufgrund fragwürdiger Therapien sogar schneller und wurden von diesen Doktoren obendrein auch noch häufig um ihre Ersparnisse gebracht. Die auf dem Cover ebenfalls zu sehende Schnabelmaske wurde zum Selbstschutz getragen, denn man glaubte, dass eine mit einer Essenz aus Kräutern und Essig befüllte Maske die Krankheitserreger abwehren würde. Die vogelartige Anmutung eines Pestdoktors passte obendrein natürlich zu unserem Bandlogo in Form eines Raben wie die berühmte Faust aufs Auge.

Q5: Nach eurem weltweiten Szene-Hit „Children Of The Dark“ gibt es auch auf dem neuen Langspieler eine Kollaboration. Dieses Mal ist Eric Fish von Subway To Sally mit von der Partie. Wie kam es dazu?

ME: Das ist eine lange und gleichzeitig recht kurze Geschichte. Lang daran ist die Tatsache, dass wir in unseren Anfangsjahren als Supportband bei Subway To Sally mitfahren durften und so zum ersten Mal vor einem größeren Publikum auftreten konnten. Seither besteht eine gut gepflegte Freundschaft zwischen beiden Bands und es ist immer ein großes Fest, wenn wir gemeinsam auf Festivals wie dem Summer Breeze, Wacken, den Eisheiligen Nächten oder dem M’era Luna auftreten. Der von Eric gesanglich (und seinem wunderbar zum Titel passenden Flötenspiel) unter- stützte Song „A Vagabond’s Life“ erzählt die traurige Geschichte eines Land- streichers, der im Dunkel der Nacht von einem Mob eigentlich unauffälliger, aber betrunkener Bürger totgeschlagen wird, weil diese durch das Ableben eines Obdachlosen keine Konsequen- zen fürchten. Das kurze an der Story: Eric hörte den Song, befand ihn für grandios und sagte sofort seine Mitarbeit zu. Für mich passt das einfach phantastisch zusammen, denn wer, wenn nicht Eric Fish als Sänger von Subway To Sally, die zweifellos Erfinder des Mittelalter-Metals und sozusagen die Könige der Spielleute sind, wäre für das Erzählen dieser Geschichte passender gewesen? Ich hatte eine Ganzkörpergänsehaut bei den Aufnahmen und bin sehr stolz auf diese Zusammenarbeit.

Q6: Das neue Album kommt als Doppel-CD daher, wobei CD1 den Titel „Welcome To Hell“ und CD2 den Titel „Welcome To Heaven“ trägt. Was erwartet uns denn auf CD2?

ME: Mit der zweiten CD erfülle ich mir einen langgehegten Traum: wir haben nach Abschluss der Recordings für CD1 das komplette Album in nur wenigen Tagen bei Kerzenschein und viel Rotwein noch einmal komplett neu aufgenommen. Allerdings auch mit einem komplett neuen Ansatz! Alle Titel wurden neu arrangiert und dann mit einer Kammerbesetzung (Cello, Violine, Viola, Piano, vereinzelten Akustik-Gitarren und Lead- gesang) eingespielt. Das verleiht den Songs eine weitere Dimension, weil die Gewichtung zwischen Musik und Lyrik naturgemäß eine völlig andere ist. Diese Aufnahmen waren sehr intim und eine herausragende Erfahrung. Es wäre eine tolle Herausforderung, diese Kammerversionen irgendwann auch einmal LIVE zu präsentieren. Allerdings ist bislang nicht die Zeit dazu gewesen, um das konkreter zu planen. Aber ich bleibe am Ball 😉

Q7: Wird es eine Tournee zu „Welcome To Hell“ geben? (Die Frage ist für alle, die es eventuell noch nicht mitbekommen haben.)

ME: Aber natürlich! Was wäre ein Album ohne Tour? Live-Shows sind für uns das Salz in der Suppe, unser Lebenselixier und das, was uns am meisten Spaß macht. Zunächst sind wir in Asien auf Tour, dann spielen wir im Sommer eine kleine, handverlesene Auswahl an Festivals und kommen dann im Oktober und November auf große „Welcome to Hell“-Tour mit alleine 21 Terminen in Deutschland und der Schweiz.

(Quelle: NoCut)

MONO INC. – Welcome To Hell Tour 2018
+ Support: Hell Boulevard

12.10.2018 Rostock – M.A.U. Club
13.10.2018 Bremen – Schlachthof
18.10.2018 Kiel – Pumpe
19.10.2018 Magdeburg – Factory
20.10.2018 Dresden, Alter Schlachthof
26.10.2018 Oberhausen, Turbinenhalle
27.10.2018 Köln – Gloria
30.10.2018 Erfurt – Stadtgarten
31.10.2018 Frankfurt – Batschkapp
01.11.2018 Würzburg – Posthalle
02.11.2018 Nürnberg – Hirsch
03.11.2018 München – Backstage
04.11.2018 Saarbrücken – Garage
08.11.2018 Karlsruhe – Substage
09.11.2018 Pratteln – Z7
10.11.2018 Stuttgart – Im Wizemann
15.11.2018 Osnabrück – Rosenhof
16.11.2018 Hannover – Musikzentrum
17.11.2018 Leizpg – Haus Auensee
23.11.2018 Berlin – Huxleys Neue Welt
24.11.2018 Hamburg – Markthalle

Tickets: Devils@Work / Eventim

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