MajorVoice im Interview zum neuen Album `Morgenrot’

MajorVoiceAm 22.01.2021 veröffentlicht MajorVoice endlich sein lang erwartetes 3. Album `Morgenrot’, welches, im Vergleich zu seinen vorherigen Alben, erstmals einen deutschen Namen trägt. Neben englischsprachigen Titeln enthält der neue Longplayer des stimmgewaltigen Ausnahmekünstlers auch vier deutsche Tracks. Einige der neuen Songs stammen aus der Feder von MajorVoice selbst. Auf `Morgenrot’ beschäftigt sich MajorVoice mit schwie- rigen Beziehungen, Herzschmerz, dem Glauben an die wirklich wahre Liebe und damit, dass Träume in Erfüllung gehen können. Schon der Opener erzeugt pure Gänsehaut. Produziert wurde das Album in den Hamburger Chameleon-Studios von keinem Geringeren als Lord of the Lost-Frontman Chris Harms.

Worum geht es auf deinem neuen Album?

MajorVoice: Ich denke, es geht in der Musik immer nur um eines: Liebe. Mal sucht man sie, mal ist sie da, mal ist sie weg. Sie schmerzt, sie tötet, sie macht glücklich. Aber immer ist sie die Sonne, um die der Musiker kreist. So ist es auch hier. Es geht um Sehnsucht, Hoffnung, Glück. Dann Sorge, Verlust und einmal auch um Rache. Wir haben versucht, noch etwas mehr MajorVoice hinzubekommen als bisher, also deutlich häufiger sehr tiefe Töne und gern auch mal ordentlich rausgebrüllt.

Dies ist dein erstes Album mit einem deutschen Titel. Wie kam es dazu?

MajorVoice: Deutsch ist eine wunderschöne Sprache, und immerhin die Sprache Goethes, Schillers und Helge Schneiders! Ernsthaft: Englisch ist die Weltsprache, klar. Aber nicht jeder ist so firm darin, dass er sofort die Songs 1:1 genießen könnte. Es war an der Zeit, einige liebe Landsleute direkt anzusprechen – eventuell auch jene, die MajorVoice nicht kennen, wenn oder weil er englisch singt? Subway To Sally ließen mich ja ihre Eisblumen besingen, und meine Version wurde sehr begrüßt. Und schon hatte ich keine Ausreden mehr…

Wie bist du an die Songauswahl herangegangen?

MajorVoice: Es gibt angenehmerweise mittlerweile einige Kollegen, die sehr gern Songs schreiben und sie mir anbieten. Manche sind bereits komplett fertig und müssen nur in eine passende Tonlage umgesetzt werden. Andere haben eine Idee, ein Roh-Gerüst quasi, welches wir gemeinsam weiterbearbeiten. Oder es gibt mal einen Song, bei dem nur der Text noch fehlt. Also alle verschiedenen Möglichkeiten. Als wir dann ausreichend viele Songs fertig produziert hatten, haben wir die 12 herausgesucht, die als Gesamtbild den meisten Sinn machen. Also auf der einen Seite thematisch stimmig sind, aber auch ausreichend Abwechslung ohne Bruch bieten.

Auf dem Album sind einige Herzschmerzballaden zu hören. Hast du da eigene Erfahrungen verarbeitet?

MajorVoice: Ja, natürlich. Der weise König Salomo hat ja vor knapp 4000 Jahren schon gesagt: “Wer Erkenntnis mehrt, mehrt Schmerz.“ Wer also viele Erfahrungen im Leben gesammelt hat, hat zwangsläufig auch viel Schmerz erlebt. Und ich leb ja schon ziemlich lang. Damals haben wir zum Zeitvertreib noch tektonische Platten verschoben… Aber ernsthaft: Wenn man sich verliebt, liebt, oder auch entliebt: Immer ist schmerz dabei. Als Partner, als Vater, als Freund. Das bietet viel Stoff, über den man singen kann.

Was kannst du uns über den doch eher düsteren Song „Leah“ erzählen?

MajorVoice: Die Musik bekam ich in einem Rohentwurf, ohne Text. Ich habe Corvin und Chris gebeten, die düstere Farbe herauszuheben, es unheimlich zu gestalten, und im Refrain dann Gas zu geben, also nicht nur gleichförmig zu bleiben. Ich hatte bei der Musik dann sofort das alte London im Kopf, Sherlock-Holmes-Zeit, alte neblige Gassen. Und durch die offenen Akkorde in den Strophen war mir klar, dass etwas erzählt, erklärt werden müsste – im Gegensatz zum Refrain, der eher aktiv ist. Und natürlich dem C-Teil, der noch eine Schippe Dramatik drauflegt. Und so kam ich darauf, dass ich eine Geschichte erzählen wollte, die aus dem Erzählen, dann dem Auflauern und dann dem Handeln bestünde: Leah wurde erstochen, und ich habe herausgefunden, wer es war. Nun lauere ich ihm auf, doch wie die finale Aktion dann aussieht, überlasse ich dem Zuhörer.

In „Sunbed In The Rain“ geht es darum, dass im Leben nicht immer alles so läuft, wie man es sich vorstellt und dass man hin und wieder von seinem Karma eingeholt wird. Hast du schon einmal eine Situation erlebt, in der du das Gefühl hattest, dass das Karma dich „erwischt“ hat. Montags bis Sonntags 😊 Ich denke, dass gute und schlechte Taten immer Auswirkungen auf einen selbst haben. Ob wir das wirklich immer selbst mitbekommen, ist etwas anderes. Ich denke nicht, dass es so etwas wie Schicksal im eigentlichen Sinne gibt. Aber wie man in den Wald hineinruft, so fällt das Kind eben in den Brunnen. Oder so ähnlich.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Scarlet Dorn bei „Lullaby Of Pain“?

MajorVoice: Ich schätze Scarlet überaus, und ihre Stimme ist wie flüssiges Gold, ich halte sie für eine der zehn besten weiblichen Stimmen in der gesamten Szene – weltweit! Leider ist es superschwer, global bekannter zu werden – das kennen wir ja. Wir sind befreundet, und auf meiner letzten Tour war sie ja als Support dabei, hat auch bei „Miss Sarajevo“ mitgewirkt. Und da sie ja auch Songwriterin ist, hatte ich sie vor langer Zeit gebeten, auch für mich etwas zu schreiben. Und ein Duett mit ihr war auch immer schon geplant. Jetzt hatte sie zwei Songs für mich gemacht – ein Solostück und ein Duett. Das Duett ist nun auf diesem Album dabei, die Solonummer kommt aufs nächste.

Was unterscheidet „Morgenrot“ von deinen bisherigen Alben?

MajorVoice: Ich denke, dass zwei Hauptmerkmale wichtig sind: Zuerst einmal sind 4 der 12 Songs auf Deutsch gesungen. Und dann ist es ja auch noch so, dass ich einige Erfahrungen in diesem Musik-Genre sammeln konnte, die ins Album mit einfließen: Ich bin nicht mehr der Opernheini, der mal was anderes macht. Ich habe mich viel mehr in diese Materie eingelebt und weiß nun, was ich unbedingt möchte und was keinesfalls. Darum ist dieses Album mehr MajorVoice als die Alben davor. Und auch die Schreiber kennen mich besser. Und ich traue mich mehr. Gutes Gefühl!

Wie würdest Du jemandem das Album schmackhaft machen, der Dich nicht kennt? Was unterscheidet MajorVoice von anderen Künstlern?

MajorVoice: Zuerst einmal würde ich wünschen, dass mich so viele Menschen wie möglich live sehen, denn live ist eine klassische Stimme eigentlich erst in ihrem Element. Und wenn man die menschliche Stimme nicht „anfasst“, also künstlich verändert, schwingt sie ganz automatisch in einem Bereich, den der Mensch als angenehm empfindet. Meine ist natürlich sehr tief, was man liebt oder hasst. Aber meines Wissens gibt es zurzeit keinen Bass, der in dieser Art Musik macht. Wer tiefe Stimmen liebt, sei es nun Jonny Cash oder Ville Valo, dem wird das Album gefallen. Mein Unterschied zu nahezu allen anderen Sängerkollegen? Bei Stromausfall kann ich einfach weitersingen…

Welche Frage würdest du gerne mal in einem Interview gestellt bekommen?

MajorVoice: Diese.

(Quelles des Interviews: NoCut)

MajorVoice – Release-Shows 2021
+ Support: Der Schulz

01.04.2021 Oberhausen, Kulttempael
02.04.2021 Leipzig, Felsenkeller
03.04.2021 München, Backsstage (Halle)
23.04.2021 Hamburg, Fabrik

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