Maerzfeld – Ungleich (CD-Review)

MAERZFELD

Lange mussten sich die Maerzfeld-Fans in Geduld üben, doch diese wurde nun reichlich belohnt: Aktuell tourt das Quintett um Sänger Helfried „Heli“ Reißenweber mit den Jungs von Heldmaschine durch die Republik.

Da ist es natürlich sehr praktisch, dass die Mannen, die auch schon mit Eisbrecher auf Tour waren, am 13.10.2017 ihr neues Album „Ungleich“ via Südpolrecords in die Läden brachten. Elf Tracks umfasst der Langspieler und birgt wie seine Vorgänger geballte NDH-Power. Mit „Ungleich“ gehen sie den nächsten Schritt sich immer höher in die Spitze des NDH Olymps zu katapultieren.

Der erste Track „Zweifel“ startet direkt mit harten Riffs und einem rhythmischen Schlag- zeug, welches im weiteren Verlauf den Takt klassisch vorgibt. Die markante Stimme von Sänger Helfried „Heli“ Reißenweber setzt ein und auch wenn der Song nicht wirklich vorwärts treibt dringt er tief ins Ohr. Spätestens im Refrain fängt die Nummer im Ohr an, zu pulsieren. Deutlich flotter geht es weiter mit „Meine Lügen kannst Du glauben“. Eine prädestinierte Clubnummer, die mit schnellem Grundtakt und raffinierten Refrain sicher die Tanzflächen füllen wird. Allein schon der Refrain ist musikalisch großartig konzipiert und reißt mit, dass kaum ein Fuß still bleiben wird. Etwas ruhiger und elektronisch anmutend folgt „Es bricht“. Ein ruhiger Track, der sich aber in seiner Intensität im Verlauf des Songs steigert. Der Refrain ist zwar etwas flotter, aber das gewisse Etwas fehlt diesem Song leider. Was nicht unbedingt schlecht ist, „Es bricht“ ist ein guter Song, aber sticht nicht hervor. Anders sieht es mit dem Titeltrack „Ungleich“ aus . Von Anfang an gibt es hier volle Granate auf die Ohren. Elektronisch und mit weiblichen Sprechgesang werden wir in den Song geführt. Helfried „Heli“ Reißenweber singt nur den Refrain, ansonsten dominiert die leicht verzerrt wirkende Frauenstimme, die als guter Kontrast zur eher rauen Stimme des Maerzfeld Sängers wirkt. Ein sehr eingängiger und musikalisch sehr schön gestalteter Song, der aber vermutlich nicht jedem gefallen wird. Anders sieht es aus mit „Falsche Helden“. Mit flottem Tempo geht es hier geradeaus ins Ohr. Eine klassische NDH-Nummer, die nach vorne drängt. Ein wunderschöner Refrain, sowohl textlich als auch musikalisch ist hier das absolute Highlight. Aber auch ansonsten haben sich die Musiker hier verkünstelt, was hervorragend ankommt. Bei dem Track „Nackt“ wird es bis zum dominierenden Schlag- zeug und der Einsatz der restlichen Instrumente wieder elektronisch. Eine NDH-Nummer, mit der man absolut nichts falsch machen kann. Geht aber von den Ohren sofort in die Beine und setzt sich bis zum letzten Takt dort fest. Fast schon hmynenhaft und empirisch startet „Stalingrad“. Ein langes chorales Intro ebnet den Weg für druckvolle, treibende Instrumente. Trotz der Dominanz, die anfangs ausgedrückt wird, wird der Song mit einsetzten des Gesangs eher ruhig und langsam. Zum Refrain wird das Tempo wieder etwas angezogen und die Instrumente versprühen wieder mehr Druck. Ein sehr schöner Text, der musikalisch abwechslungsreich und überaus gekonnt untermauert wird. Mit einem schön eingängigen Intro folgt „Schnitter“. Schnell wird klar, hier wird wieder kompromisslose NDH-Power verbreitet. Bisher vielleicht der stärkste Song des Albums. Sehr klassisch, aber keinesfalls langweilig, erzählt der Track von einer Begegnung mit dem Tod. Hier ist die Bridge besonders auffallend. Gesanglich als auch musikalisch geht es kaum besser. Die Übergänge sind hervorragend, Tempowechsel, die nicht aus dem Rhythmus reißen. Gerne mehr davon! Etwas melodischer und scheinbar ruhiger wird es mit „Das Licht“. Der Song ist zwar etwas weniger hart, aber dafür zeigen Maerzfeld hier ihre Vielseitigkeit und das NDH nicht immer Einheitsbrei ist. Ein schöner Kontrast zum Vorgänger. „Schaedling“ geht sehr ruhig los. Man bildet sich ein fallende Tropfen zu hören, bis die Instrumente die Hintergrundgeräusche fast überlagern. Mit einsetzen des Schlagzeugs zieht das Tempo deutlich an. Hier ist die stimmliche Leistung von Heli Reißenweber besonders stark. Man könnte meinen, jedes gesungene Wort beißt sich in die Haut und stößt immer weiter in einen hinein. Abgerundet wird das Album mit der Ballade „Du Fehlst“. Ein wunderschöner Titel, sehr ruhig aber eingängig und geht ganz tief ins Herz. Zu diesem Song hat sicher jeder eine eigene Geschichte, aber die Gedanken gleiten unweigerlich zu Thilo Weber. Ein definitiv sehr passender Abschluss.

Fazit: Das Werk hat Stärken und Schwächen. Das sieht sicher jeder anders, denn Ge- schmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Aber für jeden NDH-Fan ist dieses Album Pflicht. Maerzfeld beweisen abwechslungsreich, mutig und klassisch, was sie können. Der Sound wirkt kraftvoll und ausgereift und auch Heli ist mit seiner markanten Stimme experimentierfreudiger geworden. Leider geht diese aber oft in den Instrumenten unter, klingt jedenfalls so. Entweder wurde hier schlecht abgemischt oder es ist einfach so ge. wollt. Alles in allem ist es ein sehr starkes Album, das zeigt, dass Mearzfeld an sich arbeiten und stetig weiter entwickeln. Ungleich sollte man definitiv gehört haben!

Tracklist:

01 Zweifel
02 Meine Lügen kannst du glauben
03 Es Bricht
04 Ungleich
05 Falsche Helden
06 Nackt
07 Stalingrad
08 Schnitter
09 Das Licht
10 Schaedling
11 Du fehlst

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VÖ: 13.10.2017
Genre: NDH, Industrial, Metal
Label: Südpolrecords

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