Inkubus Sukkubus – Sabrina – Goddess of the Severn (CD-Kritik)

Inkubus Sukkubus

Mit ´Sabrina – Goddess Of The Severn´ präsentiert die aus Manchester stammende Kult- Formation INKUBUS SUKKUBUS, die seit drei Dekaden mit ihrem hymnischem Gothic- Rock zu den führenden Protagonisten der britischen Dark-Szene gehört, jetzt die letzte Folge ihres musikalischen Dreiteilers ´Tales Of Witchcraft & Wonder´. Dabei besitzen die beiden Bandgründer CANDIA und TONY MCCORMACK seit jeher eine besondere Faszination für die geheimnisvoll geprägte Folklore und Mythologie ihrer Heimat sowie okkulten Themen im Speziellen. Stilistisch nahtlos anschließend an die beiden (mittlerweise ausverkauften) Alben ´Barrow Wake´ (2016) und ´Belas Knap´ (2017) widmen sich INKUBUS SUKKUBUS dabei ihren geheimnisvoll entrückt anmutenden Dark-Folk-Roots, präsentiert sich das seit 2010 durch Bassist BOB GARDENER (ex-SCREAMING DEAD) komplettierte Trio vornehmlich von seiner getragenen, akustisch geprägten Seite und fasziniert zudem mit bezaubernden Orchester-Arrangements. (Quelle: Pressetext)

Wie schon bei den zwei Vorgänger-Alben ihres musikalischen Dreiteilers „Tales of Witchcraft & Wonder“ schlägt auch das Album „Sabrina – Goddess of the Severn“ sanfte und manchmal leicht orchestrale Töne an. „Sabrina – Once More & Again“ startet durch mit epischem Violinenteppich. Ein zarter, eindringlicher Remake des Ohrwurms auf dem Album „Heartbeat Of The Earth“ von 1995, der sich am Ende nochmals in seiner originalen, akustischen Variante wiederholt. „The Wych Elm’s Secret“ muss leider ohne große Höhen und Tiefen auskommen und plätschert leicht träge dahin. „Garden of Pain“ hingegen entwickelt etwas morbiden Charme durch die Kirchenglocke. „The Uley Gorilla (John Daniel)“, erzählt die tragische Geschichte eines Gorillajungen, namens John Daniel, der Anfang letzten Jahrhunderts im englischen Dorf Uley ähnlich wie ein Menschkind aufgezogen wurde und dadurch menschliche Eigenarten annahm. Ausgewachsen wurde der 100 kg schwere Gorilla nach Amerika verkauft und starb dort alsbald an Lungenentzündung — vermutlich war die wirkliche Todesursache Heimweh nach seiner Bezugsperson. Die musikalische Untermalung nimmt sich zurück, wie es in früheren Moritaten üblich war, in denen ähnlich gelagerte, tragische, moralische Geschichten erzählt wurden. Ein ganzes Streichorchester untermalt „Datura Dreamer“ und erzeugt eine dunkelromantische und hypnotische Stimmung durch die stete Wiederholung der Textzeile „She ist so in love!“. Mit reichlich wolkigen Retro-Charme erklingt „Return to Barrow Wake“. Der Titel erinnert an das vorangegangene Album „Barrow Wake“. Ohne die Pauken wäre „A Simple Girl“ ein minimalistisches Lied fürs Lagerfeuer mit der gezupften Gitarre. Ganz zart akustisch wird „She has Fled to the Sacred Land“, das sich recht pathetisch der Melancholie hingibt. Etwas ungewöhnlicher in seiner Machart ist „In the Dark House“ mit Weinen und Schluchzen. Ganz ähnlich wie „She Has Fled …“ ist „This Bird has Flown“, leider fast austauschbar ähnlich. „To the River a Life“ spiegelt im Marschtempo mit Paukenschlägen die Lebhaftigkeit des Wassers wieder. Der Titel wirkt trotzdem sehr ernsthaft. Das martialische „Warrior Queen“ verströmt orchestrale Atmosphäre mit Posaunen, um in einem sanften Refrain zu enden. Die Strophen werden in einem erzählerischen Ton vorgetragen. Die elegische Ballade „Lest the Dead Return Again“ verbreitet tragische Düsternis und Schwere, die von dem nächsten Titel locker wieder aufgehoben wird. Leichtes Wasserrauschen begleitet die Originalversion ihres Klassikers „Sabrina“, das von ihrem 1995er Album „Heartbeat Of The Earth“ stammt, und lässt den Silberling ausklingen.

Fazit: Inkubus Sukkubus sind eine ungemein fleißige Band, die in einem Jahr durchaus mal zwei Alben rausbringt und generell nicht viel Zeit zwischen zwei Alben verstreichen lässt. Dieses Jahr feiert sie ihr dreißigjähriges Bestehen. Die gesamte Trilogie pflegt den sehnsuchts- voll akustischen Ton und manches erinnert an die Atmosphäre von Folktiteln der 60er. So auch das vorliegende Album. Gothic Pagan Rock als selbst gewählte Genrebezeichnung trifft den Sound von Inkubus Sukkubus in der Trilogie nicht wirklich. Es fehlen für den Pagan/Medieval Sound die historischen Instrumente wie Drehleier, Dudelsack, Flöten. Rockig geht es auch nicht zu ohne verzerrte Gitarren o. ä. . Darauf wurde komplett verzichtet und auf akustische, folkige Klänge gesetzt. Letztlich sind es Stimmungen und Texte, die in die Richtung „Pagan“ zielen. Die grundlegende Stimmung des Albums ist atmosphärisch dicht, doch manchmal beschleicht einen das Gefühl der Wiederholung.

Tracklist

01. Sabrina – Once More & Again
02. The Wych Elm’s Secret
03. Garden of Pain
04. The Uley Gorilla – John Daniel
05. Datura Dreamer
06. Return to Barrow Wake
07. A Simple Girl
08. She has Fled to the Sacred Land
09. In the Dark House
10. This Bird has Flown
11. To the River a Life
12. Warrior Queen
13. Lest the Dead Return Again
14. Sabrina – Original Version

Kaufen: Amazon

VÖ: 26.10.2018
Genre: Gothic Pagan Rock
Label: Alice in… (Broken Silence)

Inkubus Sukkubus im Web:

Homepage

Facebook