APRYL – Aprylokratie (CD-Kritik)

APRYL

Nach christlichen Normen von seiner Mutter bibelfest erzogen, brachte der vierte Monat plötzlich eine ungewöhnliche Idee hervor. Irgendetwas in ihm wollte wohl die längst fällige Revolution. Die bisherige musikalische Heimat wurde nach anfangs starkem Zögern und Zweifeln verlassen, schien zu versöhnlich und wohlwollend zu sein und somit völlig unpassend als Lebensumgebung für jahrelang angestaute Wut und überbordenden Frust. APRYL ist anders. Schwärzer als Schwarz und riecht stark nach Metall! […] Mit seinen finsteren Gesellen macht er nun die deutschen Erblande unsicher. Doch keine Angst. Der Sound ist zwar finster doch er ist ein Diener des Lichts. Und doch ist da diese große Lust, in des Todes schwarze Augen zu blicken und ihrer Faszination zu verfallen. Oder ist es nur die eine große Sehnsucht nach dem einen Herzensfrieden den wir alle herbeisehnen? So ruhet alle in Frieden liebe gequälte, den dunklen Gedanken zugeneigte Seelen, denn 2019 ist das Jahr der APRYLOKRATIE. (Pressetext)

Das klingt ja alles sehr poetisch und voller Pathos, aber nun müssen auch Taten folgen. „In Frieden Ruhn“ eröffnet das Album. „Tu das, tu das, tu jenes, tu das“. Diese Zeile zieht sich hart gesprochen durch das gesamte Lied. Sehr basslastig, kratzig und provokativ. Ein gewagter, aber durchaus auch gelungener Einstieg. Lediglich das Ende des Songs wirkt komisch verzerrt und experimentell, was hier aber vollkommen fehl am Platz ist. Zum Glück ist das bei „Zombies Ohne Namen“ schon wieder Geschichte. Es wird wieder mehr gesprochen als gesungen, was aber zu APRYLs tiefer Stimme ziemlich gut passt. Der Text passt perfekt in die heutige Zeit und richtet sich direkt an alle Smombies, die vom Leben nichts mehr mitbekommen. Ich will mal sehen, ob sich, wenn dieser Song live präsentiert wird, jemand traut sein Smartphone zu zücken. Melodischer, wenn auch wieder etwas schief und krumm startet „Rothäppchen“. Düsterer als die Vorgänger überzeugt der Song vor allem im Refrain. Hier kommt man zum Ersten mal ein bisschen in einen melodischen Fluss. „Schwarze Rosen“ knüpft daran gleich an. Der Refrain wirkt hier allerdings etwas flach. Ansonsten dominieren wieder hart geschlagene Saiten und tiefe Basslinien. „Menschen“ schließt sich hier bedingungslos an und startet gewohnt hart. Die Abmi- schung ist hier ziemlich direkt auf die Gitarren gesteuert, der Gesang geht leider unter und wenn man doch mal was davon mitbekommt, versteht man leider nicht so viel. Noch dazu wird der Song im Verlauf stellenweise immer hektischer und unruhiger, was leider absolut keinen positiven Effekt auf das Gesamtwerk hat. „Mr. Fuck n Roll“ kann da nur Besser werden. Und Gott sei Dank – Ja. Zwar keine musikalische Meisterleistung, der Text ist auch nicht besonders einfallsreich und das Gestöhne im Hintergrund eher störend, aber im Großen und Ganzen dennoch solide. Vor allem ein schönes Gitarrensolo, dass dem Song einen gewissen Touch gibt. Die Augen zumachen kann man zu „Schlaf Kindlein“ nur kurz. Der Song beginnt, wie das gut bekannte Kinderlied, aber es dauert nicht lange, da dominiert schon das Schlagzeug. Abgesehen vom Beginn bleibt der Song aber eher unauffällig. Ein bisschen mehr herausstechen kann da „Gold“. Rhythmuswechsel im Gesang erzeugen einen tollen Effekt und zumindest ein bisschen Abwechslung. Die Zielgerade wird eingeleitet mit „Schmetterling In Blau“. Mit diesem Song kann ich nicht so ganz warm werden. Stellenweise wieder schwer verständlich und hektisch. Wenn das hier beabsichtigt sein sollte, kann ich absolut nicht nachvollziehen warum. „Im Mondlicht“ kann da schon mehr überzeugen. Der Gesang wirkt deutlich klarer und man kann einen Rhythmus finden, der einen durch den Song trägt. Die im Pressetext angekündigte „Revolution“ findet sich dann als abschließender gleichnamiger Song am Ende des Langspielers. Wirklich eine Revolution erkennen kann ich zwar nicht, aber der Abschluss ist durchaus gelungen und versöhnlich.

Fazit: Bei diesem Album ist man irgendwie zwiegespalten. Einzelne Songs können durch- aus überzeugen, das ganze Album zu hören ist aber wirklich beschwerlich. Die Abmischung teilweise wirklich anstrengend, ziemlich daneben und unsauber. Wenn man die Songs aber einzeln hört, kann man aber gut darüber hinwegsehen. So merkt man auch nicht, dass die Songs eigentlich fast alle gleich klingen.

Tracklist:

01 In Frieden ruhn
02 Zombies ohne Namen
03 Rothäppchen
04 Schwarze Rosen
05 Menschen
06 Mr Fuck’n’Roll
07 Schlaf Kindlein
08 Gold
09 Schmetterling in Blau
10 Im Mondlicht
11 Revolution

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VÖ: 05.04.2019
Genre: Neue Deutsche Härte
Label: DarkTunes Music Group

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