Aesthetic Perfection – Into The Black (CD-Kritik)

Aesthetic Perfection

Es gibt Musiker, die nach fast 20 Jahren musikalischen Schaffens sich noch immer stetig weiterentwickeln und für die Stillstand keinerlei Option ist. Auf einen trifft das zu 100% zu, und zwar handelt es sich hierbei um Daniel Graves. Mit seinem Elektro-Musikprojekt Aesthetic Perfection, welches er im Jahr 2000 in Hollywood zum Leben erweckte, schlägt Graves nun erneut zu. Das fünfte Studioalbum trägt den Titel „Into the Black“ und wird am 29. März 2019 über Daniel Graves eigenem Label „Close to Human Music“ erscheinen. Dank des großartigen Einsatzes der Unterstützer seiner Crowd- funding-Kampagne wird das Album in drei streng limitierten Formaten (1.000 CDs – 500 Farbvinyls & 200 Kassetten ) veröffentlicht.

Das Album startet mit einem Knaller: „Gods & Gold (feat. Richard Z. Kruspe)“. Electro/ Industrial goes NDH mit Richard Z. Kruspe, Gitarrist von Rammstein und Sänger von Emigrate. Das Stück lebt von einigen Gegensätzen wie der Kombination von knallhartem Industrial mit harter E-Gitarre, hinzu kommt der kurze Rap Einsatz kombiniert mit dem kunstvollen Gesangspart, das muss man erst mal gesanglich bringen. „Wickedness“ bringt einen lasziven Hüftschwung im Rhythmus mit. In der Komposition minimalistisch gehalten, lebt es durch den ausgefeilten Gesangsteil und den AP-typischen Voice-Effekten. Die Dynamik zum Ende steigert sich in aggressives Screaming. Diese Stimmung geht über auf den nächsten Track „No Boys Allowed“. Leicht schräge Tonfolgen entgegen den Hörgewohnheiten erzeugen gekonnt eine beängstigende Stimmung. Nun was ganz anderes! „Supernatural“ ist wahrlich ganz übernatürlich und ein ziemlicher Gegensatz zu den ersten drei Titeln. Dieser Song dokumentiert hinreichend AP Liebe zur Popmusik. Faszinierend ist die Mischung zwischen dem geschmeidigen Gesang und den Screams. Gesanglich ist es ein echtes Kunststück und auch kompositorisch ein tolles Highlight — spannend von der ersten Sekunde an. Auch „Echoes (feat. Jinxx)“ bricht aus dem dunklen Kosmos als chiquer poporientierter Titel. Mit Gitarrenspiel, aber diesmal auf die sanfte Art, ist es lasziv und vibrierend. Der Refrain hängt im Ohr fest und ich wiederhole mich, aber noch eben Screaming bis zum Atemstillstand und nun sanfte Töne anschlagen — gesanglich hat er es drauf. Noch poppiger wird es mit „We Wake Up (feat. Jinxx & Wesenberg)“, dass ziemlichen Boygroupcharme versprüht, bis auf die Screams, die so nur aus Graves Kehle stammen können. Anheimelnd schön ist die eingesetzte akustische Gitarre und witzig ist dass zwischendurch eingespielte Weckerklingeln. „If I Die (feat. Jinxx)“ klingt hart und hat einen leichten Hip-Hop-Style. Es kombiniert auf irritierende Weise harte Gitarrenriffs mit gefälligen Pop-Pattern im Refrain. Des Weiteren erklingt ein veritables Gitarrensolo, wie es sonst nur in Hardrock-Stücken zu hören ist. Das Ticken des Weckers bekommt nochmals seinen Auftritt in dem Titel. Eine wilde Mischung! „Saint Peter“ entpuppt sich als typischer AP-Song mit gesanglicher reifer Leistung. Für die Tanzfläche geradezu prädestiniert. Etwas mehr Industrial Charme verströmt „YOLO“, was mit viel Energie und Aggression nach vorn geht und die wichtige Botschaft vermittelt, sein wertvolles Leben nicht zu verschwenden. Die Ballade zum Schluss: „Mourning Doves“ beschließt das Album nach wildem Ritt durch unterschiedlichste Stile in aller Sanftheit und Ruhe. Im Hintergrund hört man sogar kurz ein Täubchen gurren. Das Gitarrensolo setzt dem Song noch die Krone auf. Das Album beginnt harsch und setzt am Ende mit sanfter Landung auf.

Fazit: Auf dem neuen Album hat sich Daniel Graves gesanglich noch viel mehr als sonst ausgetobt. Wie er seine stimmliche Variationsfähigkeit einsetzt und mal eben vom Screamen ins Falsett wechselt, ist bewundernswert. Es ist u.a. seinen Fans zu danken, dass dieses Album existiert. Sie lagen ihm in den Ohren, doch bitte mal wieder ein Album rauszubringen. Daniel Graves betreut als absolut unabhängiger Künstler seine Fangemeinde in vorbildlicher Weise via Social Media selbst und hörte glücklicherweise auf die Wünsche seiner Fans. Herausgekommen ist ein Album, was nach Worten von Daniel Graves „… somehow weird“ geworden ist. Dem kann ich nur mit dem Zusatz „… aber so was von genial weird!“ zustimmen. Dort, wo frühere Alben Grenzen berührten, sprengt dieses Album diese und setzt jede Menge kreative, inspirierende Energie frei. Ein absolutes Highlight des noch jungen Jahres!

Tracklist:

01. Gods & Gold (feat. Richard Z. Kruspe)
02. Wickedness
03. No Boys Allowed
04. Supernatural
05. Echoes (feat. Jinxx)
06. We Wake Up (feat. Jinxx & Wesenberg)
07. If I Die (feat. Jinxx)
08. Saint Peter
09. YOLO
10. Mourning Doves

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VÖ: 29.03.2019
Genre: Industrial Pop
Label: Close to Human Music

Aesthetic Perfection „Into The Black“ Tour 2019
+ Special Guest: PRIEST & Amelia Arsenic

18.04.2019 Hamburg, Kaiserkeller
19.04.2019 Berlin, Privatclub (Ausverkauft)
20.04.2019 Frankfurt, Das Bett
21.04.2019 Oberhausen, Kulttempel
22.04.2019 Hannover, Subkultur (Ausverkauft)
23.04.2019 Hannover, Subkultur (Zusatzshow)
24.04.2019 Zurich, X-Tra Limmathaus
25.04.2019 München, Backstage
26.04.2019 Vienna, Escape Metalcorner
27.04.2019 Dresden, Reithalle Strasse E

Tickets können HIER im Pluswelt-Shop sowie über Eventim geordert werden.

Aesthetic Perfection im Web:

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