Paddy And The Rats – Riot City Outlaws (CD-Kritik)

Paddy And The Rats

Irland! Sofort kommen einem Kleeblätter, Leprechauns, Schafe und Pubs in den Sinn, feierlaunige Menschen und schöne Natur – man muss die grüne Insel einfach gerne haben. Das dachten sich auch die ungarischen Punkrocker Paddy And The Rats, packten die Fiedeln aus und stöpselten die Gitarren ein. Sich eine musikalische Wahlheimat erträumen ist die eine Sache, aber der Sechser aus Miskolc beschloss bei einigen Kaltschalen und Rumbuddeln, das Ganze noch mit Piraten- romantik, einer kräftigen Schippe Polka und Zigeunerpunk zum Überschäumen zu bringen! Am 06.04.2018 erschien mit „Riot City Outlaws“ das zu einem Studioalbum gewordene Resultat davon via Napalm Records/Universal. (Quelle: Pressetext)

Die Tür zum Pub schwingt auf und es schallt einem „Aerolites“ entgegen. Mit diesem fröhlichen Feierlied beginnt die Party auf dem Album. Da darf man grölen, springen und sich das Ale auf die Hose kleckern. Wer jetzt noch nicht warm genug ist für rattigen Pubpunk, dem werden mit der etwas ernsteren Polka „Join The Riot“ Beine gemacht. „Black Sails“ als Seebären- und Piratenlied lässt nochmal Atem holen und gemütliche Hafenspelunkenatmosphäre genießen. Flott und lustig geht es weiter im Piratenfolk „The Way We Wanna Go“. Als ob sie direkt und live aus dem Pub spielen würden, startet „Sail Away“ mit atmosphärischen Kneipengeräuschen und einem Haudrauf Piratenpunk. An spaßigen Übungsraum-Punk erinnert „Blow“, auch was die fröhlich-frivole Message dieses Tracks angeht. Etwas aus der Reihe fällt das folk-rockige „Castaway“ mit seinem verhalteneren Tempo und dem leicht nachdenklichen Charakter. Das Stück kommt richtig stark rüber. Über den nächsten Titel braucht man nicht viel diskutieren, denn Nomen est Omen! „One Last Ale“ ist wieder ein Lied direkt aus dem Schankraum des Hafenviertels, aber nicht ganz so auf Krawall gebürstet wie seine Vorgänger. „Where Red Paints The Ocean“ kommt mit seinen metalmäßigen Shout-Einsprengseln einfach gut und schwingt mehr in Richtung Rock als Punk. Ruhiger und emotionaler wird es mit der Ballade „Another Life“, die sehr gefühlvoll durch eine Flöte unterstützt wird. Die Flöte bleibt erhalten in „Bound by Blood“. Ein so zarter Einstieg findet sich selten in ein herzhaft rüpeliges Thema des Folk-Punk. Wenn die Säufersonne untergeht, ertönt das Klagelied der Nachtschwärmer „I Won’t Drink Again“. Mit melancholischen Klavierharmonien verab- schiedet sich das Album von der Party mit „Children Of The Night“.

Eigentlich hat das Album ja noch mit „Raging Bull“ & „Summer Girls“ zwei weitere Songs zu bieten, diese lagen uns jedoch nicht vor.

Fazit: Paddy and the Rats stehen für fröhlich unverkrampften Pubrock zum Mitsingen, Schunkeln und Feiern. Die ungarische Band sprüht vor Energie und Spielfreude. Sie bauen Anleihen aus anderen Genres in ihre musikalischen Energiebomben ein, was für Ab- wechslung sorgt zwischen rasenden Polka-Punk, dem irischen Geigengefidel und dem Geschrei nach mehr Ale. Sie bedienen jedes Klischee dieses Genres, streuen aber sehr pfiffige Titel ein wie „Castaway“ und „Where Red Paints The Ocean“, die aufhorchen lassen. Paddy and the Rats versprechen Party, Punk und Polka und das wird auf sehr gekonnte Art geliefert. Dieses Album darf auf keiner (Piraten-) Party fehlen.

Tracklist:

01. Aerolites
02. Join The Riot
03. Black Sails
04. The Way We Wanna Go
05. Sail Away
06. Blow
07. Castaway
08. One Last Ale
09. Where Red Paints The Ocean
10. Another Life
11. Bound By Blood
12. I Won’t Drink Again
13. Children Of The Night
14. Raging Bull
15. Summer Girls

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VÖ: 06.04.2018
Genre: Pub’n roll, Pirate Punk, Celtic Punk
Label: Napalm Records/Universal.

Paddy And The Rats im Web:

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