Empathy Test – Safe From Harm / Losing Touch

Wenn Ronan Harris von VNV Nation eine Band mit folgenden Worten beschreibt: „The solution to most of the world’s problems“, dann kann man Großes erwarten! Diese Würdigung lies er Sänger Isaac Howlett und seinem Produzenten und Mastermind Adam Relf zukommen. Die zwei Londoner kennen sich von Kindheitstagen an und gründeten 2013 die Band Empathy Test. Es ging steil nach oben. Konzerte zusammen mit Aesthetic Perfection, Mesh und eben VNV Nation, Auftritte auf Szenebekannten Festivals wie dem WGT in Leipzig und zahlreiche Empfehlungen später geht es nun ins Eingemachte. Bisher wurden nur Singles und EPs veröffentlicht – aber jetzt legt das Duo richtig los. Gleich zwei Alben auf einmal veröffentlichen die unabhängigen Musiker. Losing Touch und Safe from Harm erscheinen am 17.11.2017. Kurz darauf geht es auf Tour. Neben zwei Konzerten in England wird es auch sechs Konzerte in Deutschland geben, wovon die ersten bereits ausverkauft sind. Die Vorzeichen für eine glorreiche Zukunft stehen also gut. Warum aber zwei Alben parallel zueinander veröffentlichen? Eine Antwort kann wohl nur das Electronic Pop Duo selbst geben.

Safe from Harm ist das flottere und druckvollere Album von beiden. Es enthält elf Songs, wovon fünf bereits in den letzten Jahren veröffentlicht wurden und jetzt re- mastered und überarbeitet Platz auf dem Langspieler finden. Dazu kommen sechs Neuveröffentlichungen die das Werk abrunden. Zu ihnen gehört unter anderem „Trampoline“. Der zweite Track auf dem Album beginnt ruhig und steigert sich auch im Verlauf nur minimal. Trotz einer sehr sanften Stimme schafft es Isaac Howlett Druck und Spannung aufzubauen. Auch „Firelight“ ist ein neuer Song. Wunderschön elektronisch hinterlegt und hervorragend komponiert wird hier für Gänsehaut gesorgt. Der Gesang fügt sich perfekt in das Gesamtkonzept ein und klingt teilweise fast schon, wie künstlich erzeugt. „Bare my Soul“ ist der erste Track des Albums und beginnt drückend und fast schon beängstigend. Zuerst erschienen ist er im April dieses Jahres.Als Einstieg in das Album gleich zu Beginn diesen ausdrucksstarken Song zu nutzen war sicher ein kluger Schachzug. Der Song hat eine Wirkung wie ein Sog und lässt einen nicht mehr los. Mit „Seeing Stars“ ist eine weitere überarbeitete Version von älteren Werken auf dem Album zu finden. Druckvoll und fast schon bedrohlich zu Beginn wird mit Einsatz des Gesangs eine wohlige Wärme ausgebreitet. Ein sehr emotio- naler Text mit musikalischen Wechseln zwischen Bedrohlichkeit und Geborgenheit.

Tracklist:

01 Bare My Soul (Remastered), 02 Everything Will Work Out, 03 Trampoline, 04 Firelight, 05 Seeing Stars (Remastered), 06 By My Side (Remastered), 07 Vampire Town (Remastered), 08 Safe from Harm, 09 All It Takes, 10 Burroughs & Bukowski, 11 Walk Right Out (Remastered)

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Losing Touch umfasst ebenfalls elf Songs, wovon aber neun remastered sind. Komplett neu sind hier lediglich „Siamese“ und „Sleep“. Ersteres verbreitet eine positive Stimmung trotz der relativ dunkel gehaltenen Elektronik. Auch hier fügt sich der Gesang wieder hervorragend in das Gesamtkonzept ein. Durch und durch gelungen, jeder Rhythmuswechsel kommt genau zur richtigen Zeit und wirkt genau durchdacht. „Sleep“ hingegen klingt eher traurig und bedrückend. Zur musikalischen Stimmung und der belegten Stimme kommt ein bewegender Text. Auch hier ein absolut gelungenes Gesamtkunstwerk. Der erste Track „Kirrilee“ ist wieder einer dieser Tracks, die man hören kann, ohne es wirklich zu bemerken. Dieser Song geht so in den Kopf, dass man kaum noch was anderes wahrnehmen kann. Ein fließender Song, der einen durch sämtliche Stimmungen trägt. Auch mit „Last Night on Earth“ überarbeitet das Duo einen alten Song. Der einzige etwas flottere Song des Albums. Losing Touch ist im Allgemeinen eher ruhiger und fließender als Safe from Harm. Die Stimmung ist eher gediegener und der Fokus scheint mehr auf den Emotionen in den Songs zu liegen. Der Titeltrack „Losing Touch“ beginnt mit einem dumpfen Rhythmus und klingt zu Beginn etwas flach. Aber mit Einsetzen von Gesang und der Entwicklung von sich steigernder Elektronik gewinnt der Song eine unfassbare Tiefe. Auch in diesem Album zeigt das Duo ihr extrem Hohes musikalisches Können.

Tracklist:

01 Kirrilee (Remastered), 02 Where I Find Myself (Remastered), 03 Last Night on Earth (Remastered), 04 Holding On (Remastered), 05 Hope for Me (Remastered), 06 Throwing Stones (Remastered), 07 Losing Touch (Remastered), 08 Demons (Remastered), 09 Siamese, 10 Sleep, 11 Here Is the Place (Remastered)

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Fazit: Die Alben sind unbegreiflich schön. So gleich und dennoch grundverschieden. So wie jeder einzelne Song grundverschieden und unfassbar schwer zu beschreiben und in Worte zu fassen ist. Egal ob Electronic Pop, Synthie Fan oder nicht. Jeder sollte dieses Album hören. Diese Jungs und ihre Musik sind wie fliegen. Wie schwerelos durch die angehaltene Zeit gleiten und zwischen der Wirklichkeit und einem Traum zu stehen. Klingt komisch, ist aber so! Klingt kitschig, ist es aber nicht! Ich wüsste nicht, wie ich das Ganze sonst in Worte fassen sollte. Auch kann ich nicht jeden Song beschreiben, weil jeder für sich so einzigartig und vielschichtig ist, dass ich ihn bei jedem Hören anders beschreiben würde. Ich glaub, hier muss sich jeder seine eigene Meinung bilden!

VÖ: 17.11.2017
Genre: Electronic-Pop
Label: Empathy Test

Empathy Test “Safe From Harm”-Tour
+ Special Guest: Adam Is a Girl

26.12.2017 Oberhausen, Kulttempel
27.12.2017 Hannover, Subkultur
28.12.2017 Hamburg, Nochtwache
29.12.2017 Rüsselsheim, Das Rind
30.12.2017 Kaufbeuren, Melodrom
31.12.2017 Dresden, Reithalle Straße E

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