dArtagnan – Verehrt & Verdammt (CD-Review)

dArtagnan

dArtagnan: Drei Männer, die für ihre Träume einstehen, die gemeinsam ihren Weg gehen, allen Widerständen die Stirn bieten. Wie zutreffend das Bild der Musketiere einmal sein würde, das konnten Ben Metzner, Felix Fischer und Tim Bernard zu Beginn ihrer Karriere mit dArtagnan nicht ahnen. Nachdem die drei Nürnberger in die Top Ten einstiegen, Preise abräumten und sich sowohl live als auch im TV in die Herzen der Fans spielten, steht nun das zweite Musketier-Rock-Album in den Startlöchern. (Pressetext) Das neue Werk trägt den Titel „Verehrt & Verdammt“, beinhaltet 13 mitreißende Songs und erscheint am 15. September 2017 über Sony Music.

Was erwartet uns auf dem neuen Album nach einem fulminanten Debütstart? „Neue Helden“ braucht das Land und so spucken die drei Freunde, die sich übrigens schon von Kindesbeinen an kennen, in die Hände und geben mit dem gleichnamigen Stück den Einstand in die 2. Auflage ihres Musketierrocks. Der Anfang von „Jubel“ erinnert mich sofort an Lokomotive Breath von Jethro Tull, aber sie kriegen die Kurve in den Refrain. Ein sehr eingängiges, treibendes, aber auch sehr artiges Tavernenlied. „Ich blick‘ nicht zurück“, be- ginnt mit einem Schunkelrhythmus. Der wird dann richtig flott, wobei hier Text und Musik eine schöne Symbiose eingehen. Voller Dynamik geht es sprichwörtlich vorwärts. Eine sehnsuchtsvolle Flöte mit irischem Touch leitet die Ballade „Ich steh dir bei“ ein, die voller Pathos und Schmelz sich wiegt und mit einer wirklich schönen Melodie verwebt. Das ist starke Emotion. „Die Nacht gehört dem Tanze“ ist eine leicht freche dem Volkslied ähnliche Weise, die gemäß dem Titel auf tänzerisch leichtem Fuße daher kommt. In diesem ruhigeren Titel „Auf dein Wohl“ kommt die raue Stimme des Sängers Ben Metzer sehr schön zur Geltung. Ein bisschen Seefahrerromantik schimmert durch. Sehr stimmig ist das Geigenspiel dazu. „Wir schmieden das Eisen“ hat etwas Mittelalterrockiges an sich, aber nur eine Prise. Das ist die Eigenart von D’Artagnan, dass sie diese Elemente immer nur in homöopathischen Dosen dazugeben. Im „Das Mühlrad“ dreht es sich um Liebesleid und Herzschmerz, das auf eine angenehme Mittelalterfolk Weise. Das drehende Mühlrad wurde auch musikalisch schön umgesetzt. „Was wollen wir trinken“ … ja genau, eine Interpretation des alten Klassikers von Herman Van Veen, die aber erstaunlich gut zum restlichen Liedgut von D’Artagnan passt, als hätten sie es selbst geschrieben. „Legenden“ ist eine rührende Lagerfeuerballade auf der gezupften Gitarre. Dies ist sehr stimmungsvoll. Die Geschichte von „Schinderhannes“ wird im flotten Rhythmus erzählt. Solche Geschichten sind schön zu hören und erinnern an die ursprüngliche Aufgabe der Volkslieder, u.a. wilde Abenteuergeschichten zu erzählen und musikalisch zu untermalen. „Wer weiss“ wird gesungen auf die Melodie von Auld Lang Syne in einer eigenen Textversion, die sich in moderner Variante sehr schön an das traditional anlehnt. Um einiges flotter gespielt, verliert diese Ballade doch sehr an Getragenheit. Dafür sorgt der Dudelsack für schottisches Flair. Da es DAS Abschiedslied ist, überrascht es, dass es tatsächlich das vorletzte Lied auf dem Album ist. „Das letzte Glas“ macht nun den Raus- schmeißer auf dem Zweitwerk als sehr gehaltvolle Akustikversion. Das ist das zweite Ab- schiedslied. Ja, das Album ist nun wirklich zu Ende.

Fazit: Die Antwort der Landratten auf die Seefahrer Santiano heißt definitiv D’Artagnan. Sie lassen den Mythos der sauberen, aufrechten und feierwütigen Helden aufleben. Sie bedienen sich einem annähernd modernen Instrumentarium, ohne allzu hart in die Saiten zu schlagen und greifen auch nicht so ausufernd beim frivolen Textgut daneben wie andere Bands mit Tavernenhintergrund. Musikalisch findet man hier immer wieder Anleihen aus Mittelalter bzw. Irish Folk, so sind auch die meisten Texte dem Charakter nach im Volksliedgenre des Tavernen-, Tanz- und Liebesliedes verankert, wobei die Lieder von D’Artagnan wohl eher in „modernen“ Tavernen gespielt werden. Lieder von Sehnsucht, Freiheit, Edelmut, Freund- schaft und einer heilen Welt finden sich auch auf diesem Album. So folgen D’Artagnan ohne großes Experiment ihrem Erfolgsrezept und gießen in dieselbe Form ihr zweites Album. Wer das Erste mochte, wird dieses auch mögen.

Tracklist:

01 Neue Helden
02 Jubel
03 Ich blick‘ nicht zurück
04 Ich steh‘ dir bei
05 Die Nacht gehört dem Tanze
06 Auf dein Wohl
07 Wir schmieden das Eisen
08 Das Mühlrad
09 Was wollen wir trinken
10 Legenden
11 Schinderhannes
12 Wer weiß
13 Das letzte Glas

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VÖ: 15.09.2017
Genre: Musketier-Rock | Folk-Rock | Rock
Label: Sony Music

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