Versus – Freakwaves (CD-Review)

Versus

VERSUS – 2001 mit dem Ziel gegründet, aus eigenen Vorstellungen Musik zu schaffen – ist eine musikalisch vielfältig angesiedelte Band aus Monestirea (bei Dresden), deren Wurzeln unüberhörbar im elektronischen Bereich liegen. Dennoch ignorieren Versus jegliche Schubladen und erschaffen dadurch einen eigenen und zudem vielfältigen Sound. Dieser überzeugte bereits im Jahre 2004 beim europaweiten Bandcontest „Battle Of The Bands“ des Sonic Seducers, bei welchem Versus mit ihrem Song „Re:Start“den dritten Platz in der Jury-Wertung erreichten. Seit 2005 und dem ein oder anderen Umbruch innerhalb der Band war André allein für das Schreiben neuer Songs verantwortlich. Der vermehrte Einsatz von Gitarren und experimentelleren Beats ist das Resultat dieser Situation. Ihr primäres Ziel – Musik zu schaffen, um für alle interessierten Menschen Gefühle zu kreieren – hat die Band dabei nie aus den Augen verloren. Erste offizielle Veröffentlichungen konnten Versus ab 2007 verbuchen. Neben Remixen für Days Of Fate, Heavy-Current oder Universal Poplab verbuchte die Band 2010 auch diverse Sampler-Beiträge (electropop 4, Dark Allure). Zwischen 2007 und 2009 arbeitete die Band derweil in Monestirea an ihrem zwar mittlerweile dritten, jedoch ersten, offiziell geplanten Album. Die Geduld der Band zeigte Früchte. Denn entstanden ist mit „Different Twilight Places“ ein 15 Tracks umfassendes Elektro-Pop-EBM-Konzept-Album, welches verschiedenste musikalische Facetten problemlos vereint und dem Hörer eine ganz besondere Reise verspricht. Am 01.10.2010 veröffentlichten VERSUS über Echozone / Bob-Media ihr erstes offizielles Album „Different Twilight Places“.  (Quelle: VERSUS Facebook).

Am 07.04.2017 erschien nun das Album „Freakwaves“ mit 13 brandneuen Stücken über das neu gefundene Label Trisol/DarkTunes Music Group. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. Den Anfang macht „Wir Sind Anders“. Rein thematisch ja nach dieser Einleitung schon mal passend wie die Faust auf´s Auge. Optimal für Versus, optimal für schwarze Tanzmusik. Der Opener reißt auch sofort mit mit seinem Beat und seinen Vibes. Obendrauf gibt es klasse Lyrics. Also alles da, was man für einen prima Opener und Ohrwurm braucht! „Lies“. Alleine schon vom Namen her wird symbolisiert, dass die Gangart anders wird. Es wird etwas düsterer, melancholischer, das Tempo steigt an, der Gesang wird abrechnend. Lügen – wer braucht sie schon. Wie die Jungs schon berichten: man träumt von einer Welt ohne Lügen. Feine Perle! „A Memory In Frames“ ist eine feine dunkel-romantische Perle, die Euch bewegen und erreichen wird. Geht unter die Haut, ist melancholisch, feine deutsche und englische Lyrics, schön elegisch. Man merkt jetzt schon, dass die Jungs alles Mögliche an Musik abgrasen und verwenden. Schon mal sehr prima! Ist ja auch gerade bei dem Lied eine feine Thematik. Es folgt das Herz- und Titelstück „Freakwaves“. Gutes Tempo, Electro, Synthie Pop, leichte Alternative Elemente, eine seichte Drum Machine mit gutem Beat, prima Vibes, klasse Stimmungen. Mit diesem Liedlein ist alles gesagt und die Jungs machen eindeutig klar, was sie mit Titel und Album sagen wollen. „Schenk Mir Zeit“ ist einer meiner absoluten Ober- favoriten. Feines elegisches Dunkel-Romantik-Goldstück mit zutiefst berührendem Text, klasse Melodien und einer hammer Atmosphäre. Mein persönlicher Anhörtipp! Wen das nicht berührt, den berührt wahrscheinlich nix. „My Friend“ sticht dann schon sehr heraus. Akustisch, Gitarren, fast schon Streicher, elegisch, tieftraurig, tief treffend, klasse gesungen. Ein richtig schöner Track, der perfekt zu einem Sonntag passt und gleichzeitig nachdenklich stimmt. Tolles Experiment der Jungs, das absolut gelückt ist! Gerne mehr davon, weiterer Oberfavorit! Auch „Love2Go“ (feat. Beyond Obsession & Vasi Vallis) sticht heraus. Direkt beschreiben kann ich das gar nicht. Französischer Charme, klasse Vereinigung aller Beteiligten, feine Gesänge, absolut am aktuellen Zeitgeschehen. Es geht um die Stellung der Liebe. Überall „käuflich“, Partner-Portale, Sex sells. All das kombinieren alle Beteiligten und zaubern so einen wundervollen Track, den man sich nicht entgehen lassen sollte! Mit „Gloaming“ geht es back to the Roots. Absolut tanzbar, stampfende Beats, clubtauglich, EBM, Electro, etwas dunklerer Gesang. Hier muss getanzt werden! „Immer Dann“. Was soll man dazu noch sagen. Ich liebe dieses Lied und vor allem seinen Text. Hört mal rein, es lohnt sich derbe und tanzbar ist es sogar auch. „Into The Galaxy“ erklärt sich ja schon von selbst. Es geht in weit entfernte Welten und wir tanzen in den Ballräumen vom Mars (wer das Lied von den Crüxshadows kennt). Einfach nur überirdisch gut! Betretet das versus´sche Raumschiff und entflieht dem grauen Alltag! „We Were Lovers“ erklärt sich eigentlich auch schon von selbst. Die Einstellung von vielen wird hier verarbeitet. Wir waren mal ein Paar, wir können keine Freunde sein. Grundsätzlich sehe ich das auch so. Bestimmen zu viele Einflüsse mit. Ganz direkt kann man das nicht sagen. Ist fallbezogen. In jedem Fall brillieren die Jungs auch hier. Mit deutsch-englischem Text und Unterstützung von Gast- Sängerin Sine. „Sorry“ feat. Tobias Hartwig ist eine Mischung aus Tanzbarkeit, Eingängigkeit und Melancholie. Stimmung macht die Hymne allemal. Woher Tobias Hartwig kommt, ließ sich leider nicht herausfinden. Gibt aber nen fetten Daumen für Versus und ihn! „Welle Sieben“. Ein wunderschöner, akustischer, tief berührender, tieftrauriger Song der einfach nur herrlich auf diese CD passt! Hört Euch unbedingt den Text an, der ist wunderschön! Ab der Mitte steigert es sich zu wunderschönem Rock Pop. Einfach ein richtig geiles Finale!

Fazit: Versus „kategorisieren“ zu können, fällt mir schwer. Es ist einfach so wie oben erwähnt. Die Jungs machen, wonach ihnen ist. Mal etwas düster, mal tanzbar, mal melancholisch, mal akustisch, mal leichter Rock Pop, mal gescheiter EBM. Und immer mit richtig feinen Lyrics! Alleine für die gibt es alle möglichen Pluspunkte! Im Zusammenhang mit der Musik richtig gut gemachte Musik. Durch die Vielseitigkeit werden natürlich mehrere Leute angesprochen. Wenn es die Jungs so wollen, soll es mir recht sein. Die hier befindlichen Thematiken gehen eh jeden was an. Direkt am Zeitgeschehen und teilweise auch sehr gesellschaftskritisch. Anders geht es in Zeiten wie diesen auch nicht mehr. Auf ihrer Facebook-Seite nennen André und seine Mitstreiter das Ganze Ahoi-Pop. Im Bezug auf etliche hier zu findende Tracks ist das wirklich sehr passend. Das Gesamtpaket ist einfach klasse und ich habe nix zu beanstanden. Ihr dürft gerne mal ein oder zwei Ohren riskieren, musikalisch, lyrisch und von der Aufmachung her ist es wirklich klasse gemacht. Damit ende ich, bedanke mich herzlichst bei Versus und Euch, sage bis bald, stay tuned und AHOI! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Wir Sind Anders
02. Lies
03. A Memory In Frames
04. Freakwaves
05. Schenk Mir Zeit
06. My Friend
07. Gloaming
08. Love2Go – Versus / Beyond Obsession / Vasi Vallis
09. Immer Dann
10. Into The Galaxy
11. We Were Lovers
12. Sorry – Versus / Hartwig, Toby
13. Welle Sieben

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VÖ: 07.04.2017
Genre: Ahoi-Pop
Label: DarkTunes Music Group

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