Turm & Strang – Laudanum ins Ohr (CD-Review)

Laudanum ins OhrTurm & Strang ist Österreichs erste Steampunk-Band, die Ende 2015 gegründet wurde. Stilistisch vereint die dreiköpfige Formation Dubstep-Rock und Industrial mit lyrischen, deutschsprachigen Texten. Dabei wird zwar definitiv nicht auf Gitarren, aber auf Schlagzeug verzichtet, an dessen Stelle DJ-Grooves à la Drum’n’Bass treten. Verfeinert wird es um die elektronische Komponente, die sich stark am Dubstep und an Synthesizern der 80er und 90er Jahre orientiert. Das Debütalbum „Laudanum ins Ohr“ ist im Jänner 2016 erschienen und der Song „Victoria“ hat es gleich auf den Österreichischen Pop-Sampler der AKM geschafft. Die geneigte Hörerschaft bezeichnet die Musik des Trios gerne als dampfend dynamisch bis neogotisch melancholisch. Die Band selbst sieht ihre Live-Mission vor allem darin, ihre Fans stets auf höchstem Niveau eskalieren zu lassen.

Das besagte Debütalbum Laudanum ins Ohr enthält 10 Tracks und ist seit dem 15.01.2016 bereits auf allen bekannten Online-Portal als Digitaler Download erhältlich. Eröffnet wird das Ganze mit der recht spannenden Nummer „Wendepunkt“. Schnell, abwechslungsreich, verschiedenste Stile, bunt gemischt, abgedreht, Freiheit, Sprechgesang und toller normaler Gesang. Also ein guter Start für die 3! „Leitwolf“ ist die obercoole Nummer der CD, die so cool ist, dass es hinter ihr schneit. Hammer Text, „Scheibe runter und dann durch die City cruise“ Attitüde, verwegen, dominant. Der angesprochene Beitrag zum österreichischen Sampler „Victoria“ darf natürlich auch nicht fehlen. Richtig geile Nummer, die man mal gehört haben muss! Sehr witzig, obercool, Steampunk beschreibend. Sehr empfehlenswert! „Aschewolke“ ist eine smoothy entspannte Ballade, die einfach unter die Haut geht. Hier wird Darkwave richtig groß geschrieben. Natürlich versehen mit oben in der Einleitung erwähnten Köstlichkeiten der Neuzeit. „Tiefenrausch“ ist ein toller Name, der ganz genau trifft, was hier passiert. Ein herrliches, betörendes Instrumental, das einfach nur zu „Steampunk“ Träumen und einer Fahrt in einer kitschigen Dampflok einlädt. Ein Wolf leitet „Schreigebet“ ein. Hier dominiert Sprechgesang ala´ Alexander Kaschte ( Samsas Traum, Weena Morloch ) und Oberer Totpunkt. Geile Lyrics, eingängig, düster, deftig. „Protagonistin“ hingegen ist eine herzliche, bewegende, berührende Punk-Steam-Perle, die einfach nur Freude bringt, Spaß macht. Kleine, feine Ballade halt. „Heizarmee“ ist ein Liedlein, das herrlich beschreibt, was Steampunk ausmacht. Sau gut gemacht, Daumen hoch! „Vollbrand“ ist ein kleines feines instrumentales Zwischenspiel, bei dem es sich auch lohnt, mal reinzuhören! Auf Nummero 10 und damit zum Ende vorgetragen hören wir „Shiva“. Elegisch, altmodisch, federleicht, träumerisch, himmlisch, tief berührend, packend, tolle Instrumentierung. Einfach nur ein klasse Ausklang!

Fazit: Für ein Debüt räumt das Trio echt gut ab muss ich sagen! Souveräne, starke Platte mit einer bunt-schwarzen Mische an unterschiedlichster Musik, der man ein Ohr schenken kann. Die Lyrics bilden die Kirsche auf der Sahne. Hier wird so viel geboten, dass man nicht anders kann, als da mal reinzuhören. Allzu schwer werden es die Jungs nicht haben, Fans im deutschen Raum zu finden. Dessen bin ich mir sicher.

Tracklist:

01 Wendepunkt
02 Leitwolf
03 Victoria
04 Aschewolke
05 Tiefenrausch
06 Schreigebet
07 Protagonistin
08 Heizarmee
09 Vollbrand
10 Shiva

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VÖ: 15.01.2016
Genre: Deutschsprachiger Dubstep-Rock, Steampunk, Viktorianischer Crossover, Industrial Soundtrack
Label: Alpharudel Records

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