Tarja – The Brightest Void (CD-Review)

Viel muss man zu Tarja nun wirklich nicht mehr sagen. Seit 2005 kümmert sie sich nun schon um ihre Solo-Karriere, seit 2007 hat auch Deutschland etwas davon. Seitdem beweist sie eindrucksvoll, dass sie auch außerhalb des Schattens von Nightwish erfolgreich sein kann und wunderschöne Musik machen kann. 5 Alben, 3 Live-Alben, 2 EPs und unzählige umjubelte Konzerte ebenso wie Festival-Gigs legen Zeugnis darüber ab. Die Tarja-Fans stehen ihr weiterhin treu zur Seite und feiern sie als die finnische Göttin, die sie nun mal ist. 2015 machten zuletzt die Live-Scheibe „Luna Park Ride“ und die Platte „Ave Maria – En plein air“ von sich reden.

Am 03.06. erblickte nun „The Brightest Void“ das Licht der Welt. Dies ist ein Extra- und Voralbum zum Album „The Shadow Self„, welches am 05. August erscheint. Während der Aufnahmen dazu stellte man fest, dass es viel zu viel Material gibt. „The Brightest Void“ ist also mehr als ein Vorgeschmack – es ist ein eigenständiges Album. Die beiden Alben sind sehr stark miteinander verwoben, stehen aber auch unabhängig voneinander. 9 Tracks sind drauf. Die brandneue Single „No bitter End“ beginnt. Derbe rockig, hymnisch, melancholisch, typisch Tarja, abwechslungsreicher Gesang, Ohrwurm-Faktor. Eine richtig feine Perle, perfekte Singlewahl, perfekter Anfang für Tarja 2016! Ein ganz starkes Duett mit Michael Monroe folgt genannt „Your Heaven and your Hell“. Michael Monroe ist eine Glam Rock-Ikone und ehemaliger Frontmann von Hanoi Rocks. Beide Stimmen agieren wunderbar zusammen, die Nummer macht derbe Fun und rockt sich derbe einen ab. Da hat man gleich mal zwei tolle Favoriten! Die Melodien, das Saxophon, die Riffs – ein wahrer Traum! „Eagle Eye“ ist eine richtig geile, wunderschöne, auf Tarja zugeschnittene Perle, die einen einfach nur träumen lässt. Schwermütig, traurig, packend, wunderschön, tiefgehend, mitreißend, atemberaubend. Fetten Daumen hoch dafür, weiterer Favorit! Hier singt Chad Smith mit. Ganz zart und zerbrechlich schleicht „An empty Dream“ in unsere Ohren. Ein ganz eigenes, kleines, feines, wunderschönes Balletstück. Richtig hinreißend und bezaubernd, ich bin über alle Maße begeistert und angetan! Hört Euch das unbedingt an! Erst die tieftraurige Atmosphäre und die Lyrics, die vor Schmerz weinen könnten! Es gibt einen perfekten Übergang in „Witch Hunt“. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass das ganz großes Kino ist und einem Theaterstück gleicht. Was Miss Turunen hier erschafft, ist der absolute Wahnsinn! Reinhören ist mehr wie Pflicht, ich liebe es! „Shameless“ hingegen ist eine eine gewaltige Rock-Oper, die sich zu einem Sturm entwickelt und alles mit sich reißt, was nicht angebunden ist. Richtig geiles Monster! Es folgen 2 Cover-Versionen. Eine davon ist von Meister Paul McCartney und nennt sich „House of Wax“. Die andere stammt von Dame Shirley Bassey und ist keine geringere als James Bonds „Goldfinger“. Vor beiden verneige ich mich, ebenso wie Tarja es vor den Originalen tut. Richtig geil gemacht, richtig episch gecovert, die Stücke bekommen neuen Glanz und eine neue Dramatik. Beide sehr, sehr empfehlenswert! Zum Abschluss gibt es etwas bereits bekanntes und einen ganz besonderen Leckerbissen. Und zwar handelt es sich um „Paradise (what about us)“, welches durch den Tarja-Mix ganz neuen Wind und neuen Glanz bekommt. Welch Epik, ich liebe diesen Song so sehr! Welch perfektes Ende!

Fazit:
Welch Megawerk! Wir sind ja schon viel von Tarja gewöhnt und die Frau liefert immer Meilensteine ab. Aber das erstaunliche ist, dass sie das auch noch mit jeder neuen Veröffentlichung toppen kann! Das ist eine Gabe, die nur wenige in der Musikbranche mitbringen und das auch noch mit so einer Power umsetzen. Tarja ist und bleibt neben Doro die absolute Göttin im Metal! So viele Facetten, so viele Stimmungen, so wandelbar, so gigantische Cover-Versionen – die Frau sieht nicht nur verdammt schön aus, sie zaubert auch ebenso schöne Musik! Was hier abgeliefert wird, ist echt einsame Spitze! Ich persönlich freue mich riesig auf August! Genug gesülzt, auch wenn es die Wahrheit ist: macht Euch gefälligst selbst ein Bild davon und holt Euch dieses Album! Jeder, dem das in der Tarja-Sammlung fehlt, wird bitterlich weinen, das schwöre ich. Tarja-Fans, ehemalige Nightwish-Fans – ihr werdet hier sehr reich beschenkt, dickes fettes Lob und ein noch fetteres danke dafür Miss Turunen!

Tracklist:

01. No Bitter End (Video Version)
02. Your Heaven and Your Hell (feat. Michael Monroe)
03. Eagle Eye
04. An Empty Dream
05. Witch Hunt
06. Shameless
07. House of Wax
08. Goldfinger
09. Paradise ((What About Us) [Tarja Mix])

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VÖ: 03.06.2016
Genre: Symphonic Metal
Label: Earmusic

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