Tanzwut – Schreib Es Mit Blut (CD-Review)

TW_SEMB-C_1500x1500Tanzwut sind mittlerweile nicht mehr zu bremsen! Waren sie noch nie, aber seit einiger Zeit veröffentlichen sie ein Album nach dem anderen und alle kommen sie super gut an! 1997 wurde die Truppe von Corvus Corax Mitgliedern gegründet, die einfach die Musik, die sie bereits schon fabrizierten, mit ordentlichem Rock und bitterbößem Gesang versehen wollten. Das alles natürlich unter dem Banner vom Teufel, den sie auch in der Band haben. Ihr Name hat ebenso düstere Hintergründe. Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Pest in Europa herrschte, wurde manchmal so lange ekstatisch getanzt, bis die Leute zusammenbrachen oder starben. Man hatte die Tanzwut, um Erschöpfung und Leid zu entkommen. Wenn man so drüber nachdenkt, eigentlich eine tolle Sache. Noch einmal richtig leben und gönnen, bevor das Ende kommt. Bei Tanzwut ist Odin sei Dank noch kein Ende in Sicht. 9 Alben, unzählige Singles, unzählige Evergreens, eine DVD, ausschweifende Tourneen, umjubelte Festival-Auftritte – die Berliner sind einfach eine unfassbare Macht, die alle infiziert, die sich mit den Gedanken des „Teufels“ identifizieren können. Da Corvus Corax ja nun schon seit etlichen Jahren Geschichte sind für die Mitglieder, teilen Tanzwut ihre Alben und Shows mittlerweile in reines Mittelalter und ihre Rock-Sachen auf. 8 Mann sind sie aktuell, 2015 folgte die letzte Platte „Freitag der 13.“, seit 2011 gab es jedes Jahr ein neues Album, seit mittlerweile 3 Jahren veröffentlichen sie über AFM Records / Soulfood.

Am 08.07. gibt es nun Album Nummero 10, genannt „Schreib es mit Blut„, auf die Ohren. Alleine schon Name und Cover versprechen viel. Ganze 15 brandneue Tracks werden hier zur teuflischen Messe bereit gestellt, wir von Dark Music World dürfen sie heute schon für Euch austesten. Der gleichnamige Opener „Schreib es mit Blut“ ist eine der aktuellsten Vorauskopplungen und macht schon mal viel Appetit auf mehr! Geiles Teil, geiles düsteres Video, geiler Anfang für Tanzwut 2016! Eine richtig geile Message, die die Berliner da mitbringen! Weiter geht es mit „Steig ein“, einem pfeilschnellen Ritt durch des Teufels feine Welt. Party-Stimmung, starke Atmosphäre, derber Mittelalter-Rock, mitreißender Text. Einfach eskalieren und einsteigen! Eine Prise Deutschrock schleicht sich da mit ein, scheint aber mittlerweile Gang und Gebe und Tanzwut steht das echt gut! Selbiges bei „Reicher als ein König“. Ich liebe die Message, vielen lieben Dank dafür! Alleroberster Favorit! Dafür wird es wieder recht düster und bissig mit „Bruder Leichtsinn“. Bitterböse, ehrlich, geiler Text, mahnend. Zweiter Favorit neben dem Opener! Ich finde das verdammt genial, wie Tanzwut ihre Texte verpacken! Danach herrscht das pure „Chaos“. Höllisch gut, düster, derbe rockig, straight nach vorne, schneller Gesang, verdammt teuflische Lyrics, pfeilschnell, die musikalische Apokalypse! Weiterer Favorit, zu dem man eskalieren muss! Tragisch wird es dann passend zum „Reiter ohne Kopf“. Geil erzählt, geil gemacht, entsprechend düster wie aus der Hölle selbst! Noch ein Favorit! „Geteert und gefedert“ ist einfach nur im Ganzen eine richtig derbe Party-Nummer der Jungs, die alles weg sprengt, was nur zu sprengen geht! Ich feiere das Lied extrem, hört mal rein, Ihr werdet das auch! Weiterer Favorit, ganz klar! Danach wird es besinnlich bei der wunderschönen, tief traurigen Ballade „Stille Wasser“, die der Teufel hier alleine singt. Dazu später mehr, hier ist Gänsehaut vorprogrammiert! Genau so verhält es sich bei „An den Klippen“. Ist im Gesamten nur gigantischer. Ich liebe es! Umso fieser und gemeiner wird es beim „Hahnenkampf“. Ja ja, so ist das mit der Arroganz und dem Kampf um die holde Maid. Geiles Teil, Anhörpflicht, persönlicher weiterer Favorit! Satten Mittelalter-Rock typisch Tanzwut erwartet uns bei „Wenn ich tot bin“. Richtig geile Message, die man so leben sollte! Weiterer Favorit versteht sich. Der erste Titel der Jungs, der auf den Ursprung ihres Namens hindeutet neben dem gleichnamigen Lied! „Bleib bei mir“ spricht mir persönlich völlig aus der Seele, ich identifiziere mich damit vollkommen. Hört mal rein, wird Euch genau so gehen! „Wer wir sind“ vereint perfekt beide Stile der Band unter einem verdammt betörenden Tuch, das man mal gehört haben muss! „Neue Ufer“ als Vorabschluss ist eine richtig geile Deutschrock-Mittelalter-Rock-Party-Drecksau, zu der gescheit eskaliert wird, sonst macht man was falsch. Dazu n hammer Text, perfekte Zutaten für nen neuen Ohrwurm! Zum Ende gibt es die zweite Variante von „Stille Wasser“, hier im Duett mit Liv Kristine (vor kurzem bei Leaves´ Eyes ausgestiegen). Ich finde die Version geiler, ist die zweite Auskopplung. Einen geileren, elegischeren Abschluss kann es nicht geben! Richtig geile Ballade, mega Video, einfach nur perfekt!

Fazit: Tanzwut sind und bleiben einfach eine unzerstörbare Macht! 19 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und sie entwickeln sich immer noch weiter! Das verleitet zum Verbeugen, die Jungs und das aktuelle Line-Up haben es einfach derbe drauf! Die 10. Scheibe legt ebenso Zeugnis darüber ab und punktet mit alten und brandneuen Stärken, die man einfach lieben muss! So authentisch, so böse, so sarkastisch, so ehrlich, so finster ist nur der Teufel höchstpersönlich, der hier zu Hochtouren auffährt!

Tracklist:

01. Schreib Es Mit Blut
02. Steig Ein
03. Bruder Leichtsinn
04. Chaos
05. Reiter Ohne Kopf
06. Geteert Und Gefedert
07. Stille Wasser
08. Reicher Als Ein König
09. Hahnenkampf
10. Wenn Ich Tot Bin
11. An Den Klippen
12. Bleib Bei Mir
13. Wer Wir Sind
14. Neue Ufer
15. Stille Wasser feat. Liv Kristine (Bonustrack)

Bestellen: AFM Records Shop

VÖ: 08.07.2016
Genre: Mittelalter-Rock
Label: AFM Records

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