Shade Empire – Poetry Of The Ill-Minded (CD-Review)

Shade Empire

Shade Empire ist eine finnische Dark Metal Band. Seit 1999 lärmen sie sich schon durch die Lande. Beheimatet waren sie beim italienischen Label Avantgarde Music, das sie nach ihrer dritten Demo-CD aufnahm und ihr Debüt-Album veröffentlichte. 2006 dann der Wechsel zu Dynamic Arts Records, die Album 2 und 3 heraus brachten. Im selben Jahr folgte das erste Konzert außerhalb Finnland auf der Popkomm neben Subconscious, Sabaton und Diablo. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als „Hybrid Metal“. Die Musik setzt sich aus einer Vielzahl von Elementen unterschiedlicher Metal-Genres zusammen. Der Hauptanteil der Musik stammt aus den Genres Black Metal und Death Metal, wobei der Symphonic Metal ebenfalls einen großen Anteil hat. Hinzu treten Elemente der elektronischen Musik. Als Vergleichsgröße wird häufig Dimmu Borgir genannt. 2013 erschien ihr letztes Album „Omega Arcane“ über Candlelight Records.

Jetzt erschien am 30.06.2017 endlich das brandneue fünfte Werk „Poetry of the Ill-Minded“ nach 4 Jahren Wartezeit. 7 brandneue Stücke sind drauf, wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. „Lecter (Welcome)“ deutet schon an, dass es der Opener ist. Und es beginnt auch typisch finnisch. Tieftraurig melancholisch depressives Gitarrenspiel, ein Keyboard-Sound gleicher Art, ein Hauch Klassik. Das alleine reicht für eine feine Gänsehaut. Dann aber steigert es sich zu feinstem Dark Symphonic Metal und die Gänsehaut ist perfekt! Und wie in der Einleitung erwähnt, findet auch Black Metal seinen Weg in den Song. Tiefe Growls und herzzerreißender Gesang, der direkt das Herz trifft, sind auch am Start. Also der perfekte Opener! „Wanderer“ ist erst recht eine musikalische Spielwiese, auf der sich die Jungs richtig austoben. Black Metal, Growls, Klassik, Dramatik, Speed Metal, Dark Metal, Symphonic Metal. Eine richtig kleine eigene Tragödie, die unter die Haut geht und durch ihre Vielseitigkeit besticht. Es gibt sogar eine Passage, da klingt es nach einer Mischung aus Theremin und Jazz. Höchst interessant, vielseitig, tief treffend, höchst dramatisch, sehr emotional. Einfach Finnland! Perfekt umgesetzt die Thematik in Verbindung mit der Album-Thematik würde ich sagen! „Drawn to Water – the Path“ klingt an sich schon geheimnisvoll und mystisch genug. Genau so mutet diese Perle auch an. Alles, was den Jungs an Metal gefällt, schmeißen sie hier zusammen. Und zwar so, dass es eigenständig und gut klingt! Das ist große Kunst. Starkes Lied! „Thy Scent“ ist ganz großes Kino! Riesen Emotionen, ein gigantisches Emotions-Riesenrad, rasende Wechsel zwischen den Stimmungen und Geschwindigkeiten. Richtig stark gemacht! Einer meiner absoluten Favoriten! Wer Black / Death / Dark Metal mit einem Hauch Klassik und viel Theatralik mag, ist hier genau richtig! Und wieder ist Jazz dabei. Zumindest spielt da einer Tuba. Extrem variabel einfach! „Anti-Life Saviour“ – alleine der Name ist prädestiniert für eine finnische Bande. Eingeleitet bzw. begleitet wird dieses Begräbnis durch ein entsprechendes Sample. Gerade hier passt der Vergleich mit Dimmu Borgir perfekt. Aber den brauchen die Jungs null. Die schaffen sich ihre ganz eigene Nische. Düster, packend, derbe, dennoch gefühlvoll. Die perfekte Mische! Da bleibt nur eins: Leben selbst in die Hand nehmen und keinem Saviour überlassen! Einfach nur krass, was hier in diesem einen Lied alles passiert! Richtig stark! „Map of Scars“ ist eines der derbsten Stücke der CD. Kein Licht mehr, die Apokalypse bricht aus und wütet, theatralischer Endzeit-Black Death Metal mit harmonisch himmlischen Soli donnert da auf uns zu. Auch hier gibt es eine total harmonische Stelle. Einfach nur krass diese Wechsel! Damit sind wir auch leider schon am viel zu frühen Ende angekommen. Aber diese CD wäre nicht diese CD, würde sie nicht epischst enden! Und das tut sie mit „Treasure (In Liquid Dreams Of Mirror Universe)“. Alleine der Name ist episch genug. Zu hören ist creepy Dark Black Death Symphonic Metal, der einem wahre Angstschauer über die Haut jagt und vor Dunkelheit nur so strotzt! Heilung für die „Ill-Minded“ gibt es anscheinend nicht. Aber immerhin läuft gute Musik am Funeral-Tag. Ist doch auch schön. Wahrlich episches Ende, ein wahres Feuerwerk gar!

Fazit: Ich weiß, so was hört ihr sicher oft. Aber so was wie dies hier habe ich in der Form noch nie gehört! Das macht diese Band auch so gut! Sie vereinen alles, was sie gerade parat haben und mischen das zu einem grandiosen Cocktail, der Euch extrem aus den Stiefeln wehen wird! Black Metal, Death Metal, Symphonic Metal, teilweise Power Metal, elektronische Elemente, Klassik, Jazz, Theatralik, Endzeit, Apokalypse, die Hölle auf Erden, höchst lyrische Lied-Namen. All das liefern diese Finnen, die wahre Koryphäen an ihren jeweiligen Instrumenten sind! Welch epische Inszenierung! Ich mache das selten, aber ich ziehe meinen Hut vor solch Einfallsreichtum, Vielfalt und Mischkunst!

Tracklist:

01 Lecter (Welcome)
02 Wanderer
03 Drawn To Water – The Path
04 Thy Scent
05 Anti-Life Saviour
06 Map Of Scars
07 Treasure (In Liquid Dreams Of Mirror Universe)

Bestellen: HIER (Amazon)

VÖ: 30.06.2017
Genre: Symphonic Extreme Metal
Label: Spinefarm (Universal Music)

Shade Empire im Web:

Facebook