RROYCE – Karoshi (CD-Review)

karoshi_In RROYCE lebt zweifelsohne der Geist der 80er Jahre weiter. Als Hauptinspirationsquelle rettet RROYCE die Einflüsse des Wave- / Elektro- / Synth-Pop unter Verwendung und Umsetzung eigener Kompositionen in die heutige Zeit. Die Musik von RROYCE kann sich eines gewissen morbiden Charmes nicht verwehren. Im Januar 2013 trat das Dortmunder Trio erstmals live auf die Bühne – anlässlich des Underground Bandcontest „UNBACO“. Hier ging RROYCE aus 64 Bands als Sieger hervor. Es folgten diverse Auftritte, wie beim Leipziger Wave Gotik Treffen (WGT), als Support von den Crüxshadows, anlässlich ihrer Europatournee, der Sieg beim „X-mas-Hexentanz“ und die Nominierung beim Deutschen Rock & Pop-Preis 2013 in zwei Kategorien, wobei RROYCE hier mit dem 1.Preis als „Beste Gothic-Wave-Band“ und dem 2. Preis als „Beste Elektropop-Band“ ausgezeichnet wurde. 2014 veröffentlichte das Trio ihr Debut-Album „Dreams and Doubts and Fears“ (Erstauflage von 300 Exemplaren) zunächst in Eigenproduktion und spielte auf dem Hexentanz-Open Air, dem Blackfield Festival und absolvierten ihre „Electronic Transformers Tour“, wo sie ihren ersten Longplayer „Dreams & Doubts & Fears“ präsentierten. Im Jahre 2015 verstärkten RROYCE ihre Live-Präsenz, teilten im Rahmen der Electronic Transformers Tour die Bühne mit Szenegrößen wie De/Vision, Solitary Experiments oder Tyske Ludder und arbeiteten fleißig an neuem Material.

Zwei Jahre nach „Dreams and Doubts and Fears“ erschien nun am 17.09.2016 ihr zweiter Longplayer Karoshi über ihr selbst gegründeten Label „KAYAL-Records“. Der neue Silberling wartet mit 10 brandneuen Tracks auf. Mit viel Glamour, Funkeln und schwarzer Schönheit präsentiert sich gleich zu Anfang eine der Singles genannt „The Principle of Grace“. Feine Melodien, eingängiger Synth Pop, tanzbar, hymnisch, geiler Gessang, tolle Stimmung, gute Lyrics. Quasi der perfekte Start für RROYCE 2016! Die zweite genannt „Who Needs“ wird gleich hinterher geschmissen. Ein richtig feiner, tief gehender Leckerbissen, der sehr nachdenklich und melancholisch daher kommt. Eine richtig feine Perle! Die Lyrics treffen genau in´s Schwarze. „(It Smells Like) War“ braucht man denke ich nicht genauer beschreiben. Das Lied verhält sich seinem Namen entsprechend. Nachdenklich, melancholisch, tief traurig, treffende Worte, bewegend, Gänsehaut erzeugend. Absoluter Geheimtipp von mir! Ein Text, der die aktuellen Beziehungsführungen vieler beschreibt. „The Dying of Your Pride“ trifft genau das, was in der Einleitung beschrieben wurde. Das Lied hätte vor 20 Jahren entstehen können. Old School, neuere Elemente, richtig feiner Gesang, hammer Instrumentierung, Wave-Electro-Synth-Pop allerfeinster Klasse, ein richtiges Goldstück! „Siamese Dreaming“ macht das Ganze noch deutlicher. Ein richtiges Old School Theaterstück. Hoch dramatisch, tief gehend, elegisch, der kalte düstere Hauch eines Mitternachtszirkus umgibt dieses Liedlein. „Pyroclastic Flow“ lädt zum innigen Pärchen-Tanz auf einem düsteren Ball ein. Entsprechend gehen Stück und Text unter die Haut. Die Dramatik gibt dem Hörer den Rest. Etwas elektronischer und pfiffig schneller wird dann eher wieder „Running with the Sheep“. Schnell, treffend, eindringlicher Gesang, geballte Elektronik, sehr kunstvoll, feine Gitarren-Elemente, starke Drums. Einfach nur wundervoll! „One Two Three Four“ kommt sehr militant und dominant daher. Ich schätze, damit könnt Ihr was anfangen. Hört doch einfach mal rein! „I Like It, When You Lie“ ist eine tiefe Verbeugung vor den Helden des Wave-Electro-Synth-Pop. Einfach nur mega, große Emotionen, fette Instrumentierung, schnell, gute Lyrics. Natürlich darf eine elegische Ballade nicht fehlen. Diese trifft doppelt so arg. Biitersüß, zerbrechlich, riesen Emotionen, kunstvoll, ganz großes Kino, zerbrechlich, seidenweich und dennoch scharf mit tausend Klingen. Was für ein grand de final! „You Don´t Belong Here“ nennt sich das Ganze.

Fazit: RROYCE verdienen sich ihre Auszeichnungen, aber so was von! Old School mit neueren Elementen des Wave-Electro-Synth-Pop mit hammergeiler Stimme und so viel Tiefgang – das kommt verdammt gut an! Der Erstling kann getoppt werden, was auch nicht allen gelingt. Balladen, Tempo, slow down, riesige Emotionen, Tonnen von Herzblut, Musik die einen träumen und gleichzeitig nachdenken lässt – das ist ein Geschenk, das man ehren muss! Einzige Kritik: DIE CD IST VIEL ZU KURZ!!!!!! Bitte um Ausbesserung! Ansonsten nix zu meckern, ich liebe die Musik, ich mag die Jungs, ich kann alles nur sehr empfehlen! Damit ende ich, bedanke mich bei RROYCE und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. The Principle of Grace
02. Who Needs
03. (It Smells Like) War
04. The Dying of Your Pride
05. Siamese Dreaming
06. Pyroclastic Flow
07. Running with the Sheep
08. One Two Three Four
09. I Like It, When You Lie
10. You Don´t Belong Here

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VÖ: 17.09.2016
Genre: SynthPop, Wave
Label: KAYAL-Records

RROYCE im Web:

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