ROOT4 – Walk My Way (CD-Review)

ROOT4

Einzigartiger Electro-Sound, gewürzt mit Gitarre und EBM-Anteilen verbindet die außergewöhnliche Band ROOT4 und unterlegt ihre unvergesslichen Bühnen- auftritte mit Live-Instrumenten. Die Band hebt sich bei den Live-Acts klar von den Studioaufnahmen ab, was in diesem Genre kaum einer Band gelingt. In der Elektropopszene ebenso zuhause wie in der Dark- elektroszene, ist Bandgründer, Sänger und Song- writer Hauke, mit der Band seit 2014 aktiv in der Szene unterwegs. Unaufhörlich hat Hauke experi- mentiert und getextet, um den Grundstein für ROOT4 zu legen. Nach diversen Rohkonstruktionen von Songs der letzten Jahre begaben sich Hauke und Musikproduzent Chris, der letztes Jahr zur Band stiess, Ende 2016 ins Tonstudio. Sozialkritisch, authentisch und mysteriös verbindet Hauke Musik und Lyrics in einem außergewöhnlichen Sound. In seinen Texten verarbeitet Sänger Hauke aktuelle Themen. Mit dem Song «Follow me» stellt Hauke die selbsternannten Führer und Gurus in Frage, die nicht zuletzt dank der Social Medias ungefiltert Follower produzieren, ohne deren Botschaften an die Welt in Frage zu stellen. Das Album „Walk my way“ wurde teilweise auch mit Live-Lines eingespielt, um die Authentizität der Band und deren Lyrics einmal mehr zu unterstreichen. Nach drei Touren in Europa, auf denen ROOT4 mit Bands wie «Stoneman», «Combichrist», «De/Vision» und «Ost+Front» als Support unterwegs war, lässt das neue Album keine Wünsche offen. Denn die bisherigen Auftritte haben gezeigt, dass der Applaus ebenso laut war, wie bei den Hauptacts. Mit Special Effects haben sich ROOT4 in die Herzen und Ohren der Zuschauer gespielt. Und damit gehen ROOT4 bereits im Herbst als Co-Headliner mit der kanadischen Band «Decoded Feedback» auf die Bühne, um Headliner-Luft zu schnuppern. (Pressetext)

Am 01.09.2017 wird „Walk my Way“ mit 11 brandneuen Songs das Dunkellicht der Welt erblicken. Wie die klingen, erfahrt Ihr jetzt. „Stay on target“ eröffnet das ganze Spektakel. Wundervolle Elektroik trifft auf verzerrte Samples, ein klasse Beat brennt sich sofort ein, der Rhythmus reißt sofort mit. Alles in allem ein guter, überzeugender Opener in Form eines feinen Instrumentals! „Come to the other Side“ ist da schon ein anderes Kaliber. Aufge-  peppter Retro-Elektro, guter Gesang, allerfeinste Elektronik, gute Lyrik. Durchaus über- zeugend! Mit „Follow me“ wird es sanft und melodiös. Man spürt aber durchaus, dass es eine bittere Note hat (wie oben ja schon beschrieben). Die Masse wird durch feinste Gitarren- klänge, Retro-Electro und allerfeinste Lyrik bestochen und betört. Thematik prima umgesetzt, Message kommt an, dieses bitter-melodiöse kommt sehr gut an. Top! Die Melodie vom Opener kehrt zurück, es wird extrem retro und betörend. Wir hören eine Cover-Version von einem DER Szene-Gassenhauer der letzten Jahre: „Straßen“ von Ascii.Disko! Aufgepeppt, modernisiert, verdunkelt, eingängiger, nachdenklicher, aktueller denn je. Gut gecovert muss ich sagen. Lässt sich hören! „Drugs are my Master“ spricht eindeutig für sich. Zwar sind es noch die selben Stoffe, die die Menschen bis heute verführen. Doch hütet Euch vor Neuzeit-Drogen. Games, Serien. Das ist der Stoff, der heute auf dem Thron sitzt. Denkt mal drüber nach und erfreut Euch währenddessen an diesem feinen Track. Danach erwartet Euch das „Urteil“. Hier gehen Hauke und Chris nehmen Euch hier hart in´s Gericht und werfen eine Bombe auf die Tanzflächen. Das könnte ein Dauerbrenner in den Playlists der DJs schwarzer Tanztempel werden. Das Lied hat hohen Suchtfaktor! Welch passender Übergang zur Thematik vorher. Bisheriger Oberfavorit, eindeutig! Es wird wieder ruhiger, eingängiger, fast schon gefühlvoller. Bald schon melancholisch. Der Refrain klingt etwas merkwürdig, fast schon nach Schlager-Goth :O Ansonsten ist „Missverständnis“ annehmbar. Aber dieser Refrain. Schade, wäre wahrlich nicht nötig gewesen. Das gibt im Gesamtergebnis ein dickes Minus. Odin sei Dank retten sich Hauke und Chris mit „Komm in mein Versteck“ wieder und machen ihren Fehler wieder gut. Allerdings fehlt mir im Refrain ein wenig Kreativität, im Vergleich mit dem restlichen Text wirkt er doch sehr blass. Schade. Ansonsten ein klasse Lied. Mitreißend, EBM mit fetter Gitarre, höchst aktuelle Thematik. „Arschlicht“. Ernsthaft?! Das muss einfach nicht sein. Es ist ja stellenweise wirklich witzig, aber wirklich – was soll das. Es ist irgendwie peinlich, wenn Erwachsene solche Texte schreiben. Der Gedanke ist ja nett, aber es kommt einfach überhaupt nicht gut an. Aber gut, jetzt ist das Lied da. Schnell wieder vergessen und bitte nicht wiederholen. Mit „Zum Leben erwacht“ retten sich die Beiden wieder. Macht doch mehr davon! Ich bitte euch inständigst darum! Text passt, Elektronik gefällt, es ist düster und trifft sein Ziel. Mehr DAVON bitte! Ein tatsächlich richtig feines Endstück halten die Beiden noch bereit. „Follow me“ in der Akustik-Version. Ganz hervor- ragend gesungen, eingängig, gefühlvoll, mitreißend. Wirklich prima gemacht.

Fazit: Ich weiß noch nicht so ganz, was ich von all dem halten soll. Bis auf 2 1/2 Tracks sind immerhin 9 1/2 richtig gute Sachen dabei. Da wäre wirklich mehr drin gewesen. Dafür punktet das Cover wirklich gut.

Tracklist:

01 Stay on Target
02 Come to the Other Side
03 Follow Me
04 Straßen
05 Drugs Are My Master
06 Urteil
07 Missverständnis
08 Komm in mein versteck
09 Arschlicht
10 Zum Leben erwacht
11 Follow Me (Acoustic Version)

Bestellen: Amazon

VÖ: 01.09.2017
Genre: Dark Electro
Label: 7music (Membran)

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