Radiohead – A Moon Shaped Pool (CD-Review)

Radiohead_Radiohead – ein Name, der vielen ein Begriff sein sollte. Die englische Alternative Rock-Band aus Oxford um Sänger, Rhythmusgitarrist und Pianist Thom Yorke existiert seit 1985. Damals hießen sie noch On A Friday, 1989 bzw. 1992 folgte die Umbenennung in Radiohead nach dem gleichnamigen Song von Talking Heads. Noch nie gab es irgendwelche Line Up-Wechsel, was bei 31 Jahren Bandgeschichte wirklich beeindruckend ist. Das sagt ne Menge über den Fünfer aus. 8 Alben haben sie bisher veröffentlicht, das letzte erschien 2011 unter dem Namen „King of a Limb“. Wer die Jungs kennt, kennt sie hundertpro durch ihren Überhit „Creep“. Er wird aber nur noch selten gespielt und leider sind Menschen und Fans so, dass sie Bands dann nur auf wenige Titel reduzieren. Dabei ist in 31 Jahren echt viel passiert.

Am 17.06.2016 wurde das jetzt nun komplettiert durch das neue 9. Werk „A Moon shaped Pool„. 11 brandneue Tracks sind drauf. Schon der Opener „Burn the Witch“ bereitet extrem viel Freude. Elegisch, old school, feine Melodien, tolle Stimmung, toller Gesang. So klingen Radiohead 2016! Die Perle ist auch schon auf Youtube zu finden. „Daydreaming“ ist der perfekte Name für den nächsten Song. Denn er beschreibt einfach perfekt, was hier passiert. Wunderschön, elegisch, tagträumerisch, tiefgehend, federleicht, seidenzart. Einfach nur harmonisch und einladend zum Tag träumen, das passende Sonntag-Lied! Mit 6:24 auch der längste Song und die brandneue Auskopplung. „Decks Dark“ ist die einwandfreie Fortsetzung dessen. Das ist nicht nur Alternative Rock, das ist Jazz-Blues-Rock! Vertieft wird das ganze über „Desert Island Disk“, das nur noch nach Urlaub klingt und zum fallen lassen anregt. Das zweitlängste Lied mit 6:07 nennt sich „Ful Stop“. Hier wird es etwas gruseliger und düsterer. Interessante Sound-Spielereien finden hier statt und wirken ebenso kalt wie geheimnisvoll. Ein ganz besonders heraus stechendes Lied. „Glass Eyes“ hingegen ist eine wunderschöne Ballade, die man einfach zu zweit hören muss in sehr privaten Momenten. Zum Ausgleich ist „Identikit“ sehr geheimnisvoll und sehr ruhig gehalten. „The Numbers“ hat eindeutig den Namen Klassik-Rock verdient. Eingängig, melodisch, tief berührend, sehr zerbrechlich. Sehr feine Nummer! Selbes gilt auch für das eingängige „Present Tense“. „Tinker Tailor Soldier Sailor rich Man poor Man Beggar Man Thief“ reimt sich nicht nur, klingt nicht nur witzig, ist extrem lang und schließt viele Personen ein. Es ist einfach ein Stück, das im Theater aufgeführt werden könnte. Es ist herrlich erzählt und wirkt einfach so, so dass diese Beschreibung einfach perfekt passt! Das werdet Ihr besonders gegen Ende bemerken. Zu einem grandiosen Finale wird dann schlussendlich noch „True Love Waits“. Eine elegische, bewegende, rührende Ballade, die eine richtig feine Message beinhaltet. Wahre Liebe wartet. Die fällt einem nicht in den Schoß. Sucht nicht danach. Das Konzept geht nie auf. Ich weiß es. Für diese CD einfach das beste Ende!

Fazit: 31 Jahre. 31 Jahre im Musikbusiness. Und das ohne einen Wechsel im Line-Up. Das verdient Respekt! Die Jungs legen mit ihrer 9. Platte aber auch ein Werk vor, das durchaus Anerkennung verdient hat. So viele Einflüsse, so viele unterschiedliche Musik, ein reines Traumlandalbum! Hier muss man entspannen und träumen, sonst läuft was verkehrt. Ich wünsche mir die Live-Umsetzung in Konzertsälen und Theatern, vielleicht sogar in Opern. Hier wird wirklich jeder bedient, jedes Lied für sich ist eine Ode an die Glückseligkeit. Nicht unbedingt auf den Text bezogen, rein musikalisch halt. Eine reine Zuhause-CD, die an anderen Orten einfach nicht wirken würde. Außer in der Natur zusätzlich noch. Ich bin sehr ergriffen und beeindruckt, hoffe Ihr seid das danach auch.

Tracklist:

01. Burn The Witch
02. Daydreaming
03. Decks Dark
04. Desert Island Disk
05. Ful Stop
06. Glass Eyes
07. Identikit
08. The Numbers
09. Present Tense
10. Tinker Tailer Soldier Sailor Rich Man Poor Man Beggar Man Thief
11. True Love Waits

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VÖ: 17.06.2016
Genre: Alternative Rock
Label: Xl/Beggars Group

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