Project Pitchfork – Look Up, I’m Down There (CD-Review)

PPcover_nZu einer Legende wie Project Pitchfork muss man nicht mehr viel sagen. Seit 1989 ziehen die Hamburger um Peter Spilles zu Felde und begeistern mit ihrem vielseitigen Electro. Ihre Live-Shows zählen zu den beliebtesten der Szene und sie werden einfach nur gefeiert. 16 Alben, etliche Singles und EP´s, unzählige Evergreens, Live-Alben, DVD´s, Best Of´s und zwei Werkschauen gehen auf ihr Konto. Unzählige Fans und überfüllte Konzerthallen zeugen von ihrem Erfolg. Pitchfork punkten einfach immer! „Das neue PROJECT PITCHFORK- Album ist in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Der Anbeginn von etwas Neuem, entstanden aus dem Fundament einer beispiellosen Karriere. „Look Up, I’m Down There“ erscheint völlig überraschend und unangekündigt zum 25. Geburtstag des Pioniers und schreibt die Ge- schichte ein weiteres Mal um. Wie nie zuvor ließ Peter Spilles sein gesamtes künstlerisches Schaffen in ein Album fließen, hieß bewusst alle Einflüsse, Eingebungen und Tonarten willkommen, die ihn seit den frühesten Neunzigern umweht haben. Ein Album, so ein- zigartig in seiner klanglichen Fülle und Dichte und doch zu jeder Sekunde ein unmiss- verständlich neues Kapitel.“

Zum 25. Geburtstag der Pioniere erschien nun am 28.10.2016 das brandneue 17. Werk Look Up, I’m Down There. 12 brandneue Tracks sind drauf. „Into Orbit“ beginnt. Die Thematik wird echt gut umgesetzt, das offenbart sich schon in den ersten Sekunden. Himmlische Stimmung, sinnliche Keyboards, starker Gesang, packende Lyrics, intergalaktisch gut! Das ist Electro Dark Wave at its best und der perfekte Start für die Hamburger 2016! Die erste Single „Titânes“ darf natürlich auch nicht fehlen. Typischer Dark Electro der Jungs, der ordentlich abgeht und musikalisch an ihre Anfänge erinnert. Roh, düster, gewaltig, Peters böses Gekeife, dumpfe Gitarren-Klänge, dröhnende Keyboards, mächtige Drums. Was für ein Epos und die perfekte Singlewahl mit ebenso epochalem Clip! Dieses Brett wird Titanen gerecht! „Propaganda Child“ setzt da natürlich auch schon thematisch eine Spitze mehr drauf. Düsterster Synth Rock erwartet uns da mit bissigen Lyrics, musikalisch angepasstem perfekt gewähltem Gesang und interessanten Melodien. Perfekt für unsere aktuelle Zeit; aus diesem Grund wird das Lied auch entstanden sein. „Blind Eye“ ist keine einfache Kost. Wunder- schöner Dark Electro mit wechselhaftem Gesang, der sehr melancholisch anmutet und ver- zweigte Klangteppiche erwarten uns hier. Das Gesamtkonzept ist einfach gigantisch und schwer greifbar, das macht es so spannend. Erster Favorit! „Open with Caution“ ist weiterer Zeuge dessen. Text und Melodien fesseln einfach nur! „Pandora“ ist eine musikalische Überraschung. Neuzeit-Elektronik mit himmlischen Melodien und sehr ergreifendem Gesang lassen Pandora in einem herrlichen Licht erstrahlen. Hier kann man sich fallen lassen, einfach abschalten und diesem Wehmut folgen. Sehr gut gemacht, weiterer Favorit und absoluter Anhör-Tipp. Pandora (griechisch Πανδώρα Pan- dṓra „Allgeberin“ aus pan „all-“, „gesamt“ und doron „Gabe“, „Ge- schenk“; traditionell jedoch als „Allbegabte“ übersetzt) ist in der griechischen Mythologie eine von Hephaistos aus Lehm geschaffene Frau. Als ein schönes Übel (καλὸν κακόν) beschreibt Hesiod die Pandora. Von Hermes wird sie zu Epimetheus gebracht – einschließlich der unheilvollen Büchse der Pandora. Das sagt glaube ich alles. Das Herz- und Titelstück „Look Up, I’m Down There“ fällt musikalisch in eine ähnliche Kategorie und klärt super darüber auf, wie der Name zu verstehen ist. Hört also genau auf die Lyrics, besonders hier ist das sehr wichtig! Weiterer Favorit! „Volcano“ ist eine kleine, feine, herzliche, warme, wunderschöne Ballade. Lieder wie diese sind es, die Pitchfork so einzigartig machen. So schwer zu greifen und dennoch schmeichelt es Herz & Seele. Das ist nicht nur Musik – Ihr müsst es fühlen! So geht Electro Dark Wave! Schon krass, wie gefühlvoll Peter doch singen kann! Dafür legt „Sunset Devastation“ umso mehr wieder los. Stampfend, düster, monströs, entsprechend fällt auch der Gesang aus (der dennoch sehr viel Gefühl mitbringt). Bevor es soweit kommt, dass diese Thematik geschieht, muss der Mensch aktiv werden und alles in seiner Macht stehende tun, um dies zu verhindern oder zumindest einzudämmen. „Furious Numbers“ ist mit 5:10 das längste Stück und besticht durch jede einzelne enthaltene Kleinigkeit. Spannend, packend, verzweigt, tief treffend, tiefgründig, obercooler Gesang, hammer Text. „Exile“ ist ein weiterer Song, mit dem Pitchfork zurück zu ihren Anfängen reisen. Anlässlich ihres Geburtstages ja auch kein Wunder. Der Text ist mal wieder eine spitz formulierte Anklage gegen Menschen und besonders gegen die, die so drauf sind. Um welche es sich konkret handelt, erfahrt Ihr nur durch´s Anhören. „Sky Eye“. Das Auge des Himmels. Ich bin mir sicher, dass es bitterlich weint. Was der Mensch dem Planeten und sich selbst antut, ist einfach unfassbar und widerspricht jeder Logik. Es schlägt längst 12 und nix verändert sich. Die Rache wird schecklich sein. Genau darum geht es hier. Mit elektronischem Dark Wave und entsprechend tiefem verzweifeltem anklagendem Gesang wird das umgesetzt. Monumentales Ende!

Fazit: Es fällt wirklich nicht leicht, diese Musik beschreiben zu können. So viele Elemente, so viele Details, so verzweigt, so wirr und doch so klar. Die Texte versteht man immer erst, wenn man sie länger und öfter wirken lässt. Erahnen lässt sich dennoch, was die Jungs hier sagen wollen. Cover, die neuen Fotos und die Thematiken weisen schon – wie immer in ihrer Laufbahn – eindeutig drauf hin. Das Puzzle ergänzt sich aber wie gesagt erst nach mehr Durchgängen. Umso besser, die Hörer sollen ja auch gefordert sein. Pitchfork faszinieren einfach. Unnachahmlich, unbrechbar, legendär, unfassbar schöne Musik, diese Vielseitigkeit, diese Treue zur Szene und einfach alles, was sie tun, machen sie so einzigartig. Auf die nächsten 25 Jahre! Es ist auch erstaunlich, welches Spektrum Peters Stimme aufweist! Sie sind einfach alle miteinander Meister ihres Fachs und auch, wenn ich nur eine Auswahl an Favoriten erwähnte – die komplette Scheibe ist ein einziger Favorit und es gibt keinerlei Grund für irgendeine Kritik. Musikalisch wird natürlich wieder eine riesen Wiese abgegrast und ich weiß: die treue Anhängerschar wird mir recht geben! Damit ende ich, bedanke mich bei Project Pitchfork und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Into Orbit
02. Titanes
03. Propaganda Child
04. Blind Eye
05. Pandora
06. Look up, I’m Down There
07. Volcano (4:26)
08. Sunset Devastation
09. Open with Caution
10. Furious Numbers
11. Exile
12. Sky Eye

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VÖ: 28.10.2016
Genre: Dark Electro / Industrial
Label: Trisol Music Group

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