Parralox – Subculture (CD-Review)

Parralox, eine australische Synthpop-Band mit Sitz in Melbourne, wurde 2008 von John von Ahlen gegründet. Ursprünglich bestehend aus Lead-Sängerin Rowena „Roxy“ Martin, Produzent und Songwriter John von Ahlen und Tänzerin Nova; die Band hat eine Reihe von Lineup Veränderungen durchgemacht, vor allem der Ersatz von Lead-Sängerin Roxy durch Amii Jackson und die Zugabe von The Human League ’s Ian Burden an der Bassgitarre. Aktuell arbeitet Mastermind John von Ahlen alleine und holt sich verschiedenste Sängerinnen dazu. Ihre Debüt-Single „I fell in Love with a Drum Machine“ im Jahre 2008 schlug ein wie eine Bombe, seitdem werden sie sehr gefeiert. Neuen Alben liegen bereits vor, das letzte Werk „Holiday ’16“ erschien 2016. Live-Erfahrungen sammelten sie auf einigen Electro-Festivals in Melbourne sowie als Support von Erasure und Polly Scattergood in London.

Am 23.12.2016 erschien nun das zehnte offizielle Studioalbum namens Subculture. Ob das Album seinen Namen verdient, erfahrt Ihr jetzt. „Paradise“ feat. Marcella Detroit legt schon mal recht gut vor. Allerfeinster Frauengesang, Sounds von damals und heute, Pop-ge- schwängert, Disco Style der 70er und 80er in neuem Gewand. Macht durchaus Spaß und bringt Freude. „Electric Nights“ feat. Johanna Gervin ist eine mitreißende Disco Nummer, die gut abgeht, Stimmung macht und John auch mal hören lässt. Da kommen Erinnerungen an gute alte Electro-Zeiten auf! Hier darf auch ausgiebig getanzt werden! „Key to the Door of Heaven“ feat. Louise Love ist eine kleine, feine Trance-Synth-Ballade, die den Sommer in die Herzen bringen wird. „Gimme back my Lovin“ feat. Lilia dürfte in der bunten Electro-Szene gut abgehen. Leichtfüßig, bringt den Sommer, regt Fans dieser Musik sicher zum Tanzen an. Ist zwar echt top gesungen, die Melodien sind fein, ist allerdings Geschmackssache. Ich erkenne da nicht mal Synthpop. „Change of Heart“ wird mal von John selber vorgetragen und ist wieder etwas mehr Synthpop. Der Song hat zwar was, aber der Funke mag bei mir nicht komplett überspringen. Aber auch wieder top gesungen und diese Loopings im Klangbild sind recht cool. „A Question of Love“ feat. Louise Love kommt da schon sehr viel besser daher. Feine Ballade, tolles Duett, klasse Atmosphäre, endlich mal gescheiter Synthpop mit melancholischer Note. „Jupiter“ feat. Louise Love, hier wird es sogar mal wohlig dunkel. Muss man mal gehört haben! Auch „Pressure Point“ feat. Louise Love gefällt mir verdammt gut. Endlich wird die Musik gescheit! Feinste Elektronik, feinster Gesang, wohlige Dunkelheit, industriell. Absolut top! Bei „Overdrive“ lässt Ian Burden auch mal von sich hören! Das kann nur gut werden, ist es auch! Top gezupfter Bass, guter Gesang von John, eingängiger feiner Gesang von John, top Atmosphäre. Warum nicht gleich so! „Last Year at Marienbad“ feat. Louisa Love ist eine weitere feine Melancholie-Spätsommer-Ballade, die die beiden gemein- sam vortragen. „Last Man Standing“ feat. Peter Wilson ist ein Liedlein, das einem durch schwere Zeiten helfen wird. Hat was, komplett umhauen tut es mich persönlich aber nicht. Aber top vorgetragen. „Voyager II“ feat. Louise Love ist endlich wieder feinster Synthpop, wie er sein muss und wie es der Name vorgibt, auch sehr spacy. Also anschnallen, zurücklehnen und genießen! Ebenso auch „Rocket Science“. „86G“ feat. A7-H ist die spannendste und auffallendste Nummer der CD. Etliche elektronische Genres treffen hier aufeinander, die Sounds sind teilweise recht düster, interessante Samplings fliegen durch den Raum. Man fühlt sich, als rutsche man durch das Rohr einer Fabrik und das sind die dabei entstehenden Eindrücke. Könnte auch ein abgefahrenes Bonus-Level eines Adventure Games sein. Toller Ausklang!

Fazit: Was man allgemein festhalten kann und erwähnen muss: gesanglich und von den Fähigkeiten an den elektronischen Geräten her ist die CD absolut spitze. Ich bitte John nur INSTÄNDIGST: lass die bunte elektronische Musik weg! Ab Titel 6 ist das Album sehr empfehlenswert, die Elektronik ist gut, die Wahl der Sängerinnen und Sänger ist top. Damit möchte ich auch enden, bedanke mich bei Parralox und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Paradise (feat. Marcella Detroit)
02. Electric Nights (feat. Johanna)
03. The Key To The Door Of Heaven (feat. Lillia)
04. Gimme Back My Lovin (feat. Lillia)
05. Change Of Heart
06. A Question Of Love (feat. Louise Love)
07. Jupiter (feat. Louise Love)
08. Pressure Point (feat. Louise Love)
09. Overdrive (feat. Ian Burden)
10. Last Year At Marienbad (feat. Louise Love)
11. Last Man Standing (feat. Peter Wilson)
12. Voyager (feat. Louise Love)
13. Rocket Science
14. U86 (feat. A7-H)

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VÖ: 23.12.2016
Genre: Electro
Label: conzoom Records

Parralox im Web:

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