Nachtsucher – Komm Mit Mir (CD-Review)

nachtsucher„Die NACHTSUCHER aus Hannover stehen für Rockmusik mit Anleihen aus den Bereichen Gothic, Metal und NDH, die geprägt ist von anspruchsvollen deutschen Texten und einer dennoch faszinierenden Eingängigkeit. Verzweiflung, Sehnsucht, Stärke und Hoffnung spiegeln sich in den Songs wider, die gnadenlos authentisch von der mitreißenden und kraftstrotzenden Stimme des Frontmannes Christian Fink auf der Bühne präsentiert werden. Eben dieser so eindrucksvolle Sänger schafft es sofort, das Publikum in seinen Bann zu ziehen! Jede Silbe, gar jeder Ton, entspringt einer Seele, die lange im Dunkeln gewandert ist, ohne je die Gewissheit zu verlieren, den Pfad des Lichts zu be- schreiten! Und exakt diese Stärke findet sich in der energiegeladenen wie auch zielstrebigen Darbietung der bemerkenswert synchronen Instrumentalisten an Drums, Bass und Gitarre wieder, sodass auch dem letzten Kritiker nur noch ein erstauntes WOW! über die Lippen kommt, bevor er zu tanzen beginnt!“ So lautet die Biografie der 2011 gegründeten Band und macht in jedem Fall neugierig.

Am 28.10.2016 kann das alles über das Debüt-Album Komm Mit Mir getestet werden, auf dem sich 11 Tracks finden. Wie die klingen und ob sie die hoch gelobte Einleitung bestätigen, das klären wir und ich heute für Euch. Das „Intro“ eröffnet die Platte. Mystisch anmutende Keyboard-Klänge säuseln sich da liebevoll in´s Ohr und sprechen den Hörer recht schnell an. Danach geht es direkt über in „Verlassen“. Druckvolle Gitarren, guter Bass, starke Drums, gute Melodien, der Musik angepasste kraftvolle Stimme, die selbe Keyboard-Melodie vom „Intro“. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig, mir gefällt er nicht. „In dir“ ist eine kraftvolle NDH-Nummer, die einfach nur straight nach vorne geht. Obwohl die Instrumentierung echt gut ist und der Song an sich gut abgeht, stört mich der Refrain und der Gesang. Beides wirkt flach, was den Song dadurch dünn wirken lässt. Durchaus sehr schade. Der erste Song, der mich insgesamt etwas mehr überzeugt, ist „Such nach mir“. Klasse Melodien, top Instrumentierung, der Gesang ist hier das erste mal wirklich gut. Allerdings hätte Christian im Refrain noch etwas stärker sein können. Ansonsten gut gemacht und mein erster Anhör-Tipp. Damit sind wir beim Herz- und Titelstück „Komm mit mir“. Guter handgemachter Metal, zum Metal passender Gesang, den Text finde ich schwach. Hier hätte man mehr draus machen können. Anhör-Tipp Nummero 2 ist für mich „Verlier nicht die Zeit“. Feine Melodien, top Instrumentierung, guter Rock, annehmbarer Text, hier taugt auch mal der Gesang. Eine weitere gute Rock / NDH Nummer, die mir recht gut gefällt, ist „Was du willst“. Hier ist wirklich mal alles gelungen und das Lied schafft es sogar, einen mal völlig anzusprechen. Gute Arbeit! „Wenn du kommst“ finde ich rein von der Hintergrundmusik sehr interessant. Die Melodien muten orientalisch an. Das Liedlein wäre echt gut, würden Gesang und Refrain nicht wieder so verlieren. Dafür gibt es erneut Punkte-Abzug, ansonsten kann ich die Rock-Nummer rein von der Musik her empfehlen. „Diese Nacht“. Warmherzig, das erste mal gute Emotionen, Neuzeit-Gothic (kann man mögen, ich nicht), NDH, recht mitreißend. Kann man mal gehört haben! „Helden“. Ich frage mich, warum es auch hier am Gesang scheitern muss. Das Lied ist echt gut, aber der Gesang. Der müsste gerade bei einem so packenden Text anders ausfallen. Im Refrain und gegen Ende taugt der, aber beim Rest finde ich das kraftvolle sehr unpassend. Schade, wirklich jammerschade um den sonst so guten Rest. Das Ende vom Album zeigt leider nix auf, was auch nur irgendwie positiv wäre.

Fazit: Ich muss leider sagen, dass ich das Überlob der Einleitung nicht bestätigen kann. Zur Band selbst: die Musiker sind top, Instrumentierung und Melodien sind absolut spitze. Wenn der Sänger nicht gewechselt wird, sehe ich allerdings im wahrsten Sinne schwarz für ihre Zukunft. Gesang und Lyrics sind meiner Meinung nach unakzeptabel und lassen die sonst so guten Faktoren verblassen. Das Abschlusslied zeigt das besonders deutlich: nix passt zusammen, es ist wirklich nur reine musikalische Grütze. So was schlechtes habe ich lange nicht mehr gehört. Ich fühle mich als jahrelanges Szenemitglied richtig beleidigt von der Inszenierung und der eigenen wirklich unangebrachten Selbstverherrlichung. Zusammen mit Teddybär Heinz (ein Plüschteddy aus einem „Musikvideo“) ist das einfach nur peinlich und werden diese Faktoren nicht berücksichtigt, bekommen die Musiker weder in der Szene noch im Metal noch im NDH-Bereich einen Fuß in die entsprechenden Türen. Für ein Debüt-Album sind 4 wirklich gute Songs von 11 für mich leider eindeutig zu wenig. Schade, wirklich sehr schade. Und ich frage mich, wie man abgesehen von der Instrumentierung auf den Begriff Gothic kommt. Das Gesamtpaket klingt nach hingeschmissenen Szene-Klischees, man kann auch nicht drüber lachen (wie im EBM), Selbsteinschätzung gleich 0. Wirklich sehr schade, die restlichen Musiker haben Potenzial. Sänger und Texter sind wirklich wie bereits erwähnt talentfrei und ohne jegliche Authenzität. Eine Empfehlung bleibt meinerseits diesmal aus. Damit ende ich, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01 Intro
02 Verlassen
03 In dir
04 Such nach mir
05 Komm mit mir
06 Verlier nicht die Zeit
07 Was du willst
08 Wenn du kommst
09 Diese Nacht
10 Helden
11 In das Licht hinein

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VÖ: 28.10.2016
Genre: Rock / Metal
Label: Tiefklang-Records

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