Nachtmahr – Mit vereinten Kräften (CD-Review)

Ein General ist immer nur so stark wie seine Truppen. Sie sind das Rückgrat einer jeden Unternehmung, die Augen und Ohren, das Herzstück. Wenige Künstler im musikalischen Sektor sind sich dieser Tatsache so sehr bewusst wie Thomas Rainer, Supreme Commander des zerstörerischen Imperial Industrial Goliaths Nachtmahr: Ohne seine Anhänger, ohne seine Kameraden und Fans hätte er es nicht so weit gebracht. Er ist Nachtmahr, du bist Nachtmahr, wir alle sind Nachtmahr – und zusammen eine unbezwingbare Macht. Mit vereinten Kräften. Eine Losung, die nicht besser zu der weltweiten Nachtmahr-Armee passen könnte und nun der Titel eines ganz besonderen Albums ist. Nur wenige Monate nach dem Erfolg von „Kampfbereit“, einem grandiosen Manifest, das den apokalyptischen Untergangssound der frühen Tage sozusagen stählte und generalüberholte, wendet sich Thomas Rainer erneut an seine internationalen Truppen. Um ihnen für ihre jahrelange Treue zu danken. Um ihnen ein Denkmal zu errichten, das für alle Zeiten sagt: Nachtmahr ist mehr als ein Projekt, mehr als eine Idee. Nachtmahr ist eine Gemeinschaft, eine Lebenseinstellung. Explosiv aufgeladen durch Cover-Versionen enger Freunde, passionierter Fans oder vertrauter Bandkollegen und visuell unvergleichlich in Szene gesetzt von Euch selbst, den Nachtmahr-Klangsoldaten: Nie wurde die epochale Größe der Nachtmahr-Armee deutlicher als bei diesem Projekt. Aus allen Winkeln der Erde sandten Fans und Vertraute Bilder ein. Mädchen und Jungs in Uniform, soweit das Auge reicht – ein Manifest der starken Bindung, die der Kommandant von Anfang an zu seinen Fans aufgebaut hat. (Quelle: Trisol)

Mit vereinten Kräften erschien bereits am 28.10.2016 via Trisol. Insgesamt drehen 17 Projekte Stücke aus allen Schaffensphasen Nachtmahrs durch den musikalischen Fleischwolf. Wie sich das Ganze anhört, erfahrt Ihr jetzt: Besonders brachial bricht die Front hier auch los und zwar mit der Version von Eisenwut zu „Nachtmahr“. Militante brachiale NDH gepaart mit russischer Folklore hört man hier und trifft direkt den Sinn dieses Werks. Weiter geht es mit „War on the Dancefloor“ und das übernehmen Nitro/Noise. Der brutale, in die Knie zwingende Electro Aggrotech Rock und der derbe Gesang passen einfach perfekt und werden den Krieg auf der Tanzfläche erneut entfesseln! Nachtmahrs Kumpanen V2A kümmern sich um den „Tanzdiktator“. Klingt ähnlich, V2A bringen nur eine neue anders wirkende Dunkelheit und technoide Kälte mit ein. Von Shiv-R gibt es „Rise and fall“. Pete Crane und Ben Bulig bringen mit ihrer ganz eigenen Version von düsterem Electro ganz neue Farbe in den Song und Petes außergewöhnliche Stimme, die aggressiv und gefühlvoll auftritt, lassen das Ganze sehr neu wirken. EXTIZEs Version für „Mädchen in Uniform“ gibt es auf italienisch, so dass es jetzt „Filles en uniformes“ heißt. Sehr witzig, typisch EXTIZE . Sehr empfehlenswert und es macht Spaß! Reichsfeind übernehmen den „Sklave“. Ihr Synthie-Pop gibt dem Ganzen ein ganz besonders neues Gesicht, normalerweise knallt da ja ordentlich was los. Dennoch gut gemacht und das Album ist ja extra dafür gemacht worden! Täten alle wie Nachtmahr klingen oder nur kopieren, wäre der Sinn dahinter verloren. Besonders witzig finde ich ja auch „I believe in Blood“ von Lolita Komplex. Verrückt, crazy, abgefahren, abwechslungsreicher Männergesang, sexy Frauengesang, verschiedenste Metal-Klänge. Das Projekt aus ehemaligen Sanguis et Cinis Mitgliedern hat einfach Spaß! Chaos Rising vergnügen sich danach mit „Mein Name“. Dark-Gothic-Industrial-Electro-NDH-Metal würde ich das nennen und es wird Euch gefallen, da bin ich mir sicher! Aus dem Rahmen fällt KRANKHEITs Version von „Dämon“. Brachialer NDH-Metal mit keifendem Gesang bringt viel mehr Bösartigkeit in das Lied und KRANKHEIT ist für dieses Liedlein wie geschaffen! Man nimmt ihnen den Text einfach super ab! Nach dem ganzen Krach gibt es eine kleine sehr feine Atempause mit „Tanzt für mich“ von Katarina Gubanova. Die Dame singt nicht, sie spielt einfach nur traumhaft schön Klavier. Einfach nur traumhaft, fetten Daumen dafür! Von Omnimar gibt es „Matushka Rossiya“. Tiefgehend, bewegend, russischer Frauengesang, wunderschöne Melodien, herrlich ruhig, lädt zum träumen ein. So schön kann Musik sein! Schön dunkel-düster mit feinen EBM-Klängen wird es dann wieder mit „Ich bin“ von Gregor Beyerle. Bekannt ist der Mann unter anderem durch seine Teilnahme bei Reaper. C-Lekktor sind mit „Abre fuego“ („Feuer frei“) vertreten. Mit ihrem Hellektro werden sie dem Nachtmahr-Sound natürlich sehr gerecht, unterscheiden sich aber dennoch sehr. Alleine schon durch ihre mexikanische Herkunft und den Text, der auf spanisch vorgetragen wird. Aber natürlich auch musikalisch. Phosgore bearbeiten „Wir sind die Toten“ und hier vereinen sich die Stärken beider Bands. Phosgore machen das Stück nur deftiger. Ebenso bei „El Chupacabra“ von Circuito Cerrado, dem zweiten Standbein von C-Lekktor Markko Barrientos. Hier regnet es nur noch derbe Bässe, extrem fette Beats und verschiedenste elektronische Genres. Ein ganz besonderer Favorit von mir ist „Die Fahnen unserer Väter“ von Versus. Ihr gefühlvoller Alternative Pop macht dieses Monument noch eingängiger, tiefer und trauriger. Zum Abschluss gibt es noch „I hate Berlin“ von Kaste37. Eigentlich ist es ja keine direkte Version für Nachtmahr, sondern ein weiteres Cover von Second Decay. Da Nachtmahr es aber auch gecovert haben, gibt es eben auch noch die. Ich bin sehr froh darum, Kaste37 bringen durch ihre Version eine ganz neue Trostlosigkeit mit. Tolles Ende!

Fazit: Alle Bands haben hier echt super Arbeit geleistet, sich echt Mühe gegeben und verdienen großen Respekt! Alle werden Nachtmahr gerecht, alle machen was eigenes draus. Kommandant Rainer darf zufrieden sein! Ihr werdet es auch sein, dieses Geschenk muss einfach jeder im Schrank stehen haben! Nicht nur Nachtmahr-Fans, auch die Fans aller vertretenen Projekte und Musik-Junkies, die nach neuen Bands suchen, werden hier fündig. Mehr gibt es nicht zu sagen. Damit ende ich, bedanke mich bei allen Künstlern sowie bei Nachtmahr und Euch, sage bis bald und stay tuned! Euer Krähenkönig

Tracklist:

01. Nachtmahr (feat. Eisenwut)
02. War on the Dancefloor (feat. Nitro/Noise)
03. Tanzdiktator (feat. V2A)
04. Rise and Fall (feat. Shiv-R)
05. Filles en uniformes (feat. Extize)
06. Sklave (feat. Reichsfeind)
07. I Believe in Blood (feat. Lolita Komplex)
08. Mein Name (feat. Chaos Rising)
09. Damon (feat. Krankheit)
10. Tanzt fur mich (feat. Katarina Gubanova)
11. Matushka Rossiya (feat. Omnimar)
12. Ich bin (feat. Gregor Beyerle)
13. Abre Fuego! (Feuer frei!) [feat. C-Lekktor]
14. Wir sind die Toten (feat. Phosgore)
15. El Chupacabra (feat. Circuito Cerrado)
16. Die Fahnen unserer Vater (feat. Versus)
17. I Hate Berlin (feat. Kaste37)

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VÖ: 28.10.2016
Genre: Industrial Techno
Label: Trisol Music

Nachtmahr im Web:

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