microClocks – Tour Before Sundown (CD-Kritik)

microClocks

Bereits im November 2016 erschien ein Album, dass viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. Die Band microClocks veröffentlichten ihr Album -Soon Before Sundown- und es ging mal sowas von an mir vorbei. Tatsächlich muss ich gestehen, dass mir auch der Bandname wenig sagt. Stilis- tisch aber an den Rock der frühen 80er angelehnt, gepaart mit harten Gitarren und einer kleinen Prise Pop sollten die vier Jungs aus Bochum allerdings in aller Munde sein. Auch wenn es in den letzten Jahren sehr still war und seit der Albumveröffent- lichung nur eine Single folgte, wollen wir den letzten Langspieler von microClocks mal genauer unter die Lupe nehmen.

„Follow the…“ ist ein klassisches Intro. Überwiegend instrumental steigert sich das Stück in seinem Verlauf und baut Stimmung auf. So weit, so gut. Nichts Besonderes, aber durch- aus solide. Mit „White Rabbit“ folgt auch gleich mein Favorit des elf Songs umfassenden Albums. Im gesetzten Tempo, aber mit ordentlich Power startet der Track und mit Einsetzen des rotzigen Gesangs erhält der Song sein i-Tüpfelchen. Durch einige Tempo- wechsel und instrumentale Schnörkel wird der Song abgerundet und wird so auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig. Der namensgebende Track „Soon before Sundown“ startet ebenfalls sehr vielversprechend. Hier wird ordentlich am Tempo angezogen und Sänger JT zeigt ein ganz anderes Stimmspektrum als im ersten Song. Sehr überraschend, aber auch sehr gelungen. Der Rhythmus ist mitreißend, einzig im Refrain wird das Tempo gedrosselt – schade eigentlich. Eine Schippe mehr in die andere Richtung wäre hier vielleicht passender gewesen. Alles in allem ist, das aber meckern auf sehr hohem Niveau. „Loves End“ startet wie eine zarte Ballade, im Hintergrund hört man allerdings schnell, wie sich die Instrumente langsam steigern und aufbauen. Alles in allem bleibt der Song auch eher ruhig gehalten, allerdings mit starken Einschüben, die temporär flotter werden. Fast schon orchestral beginnt „The Edge“. Ein Schema, das sich hintergründlich durch den gesamten Song zieht und so ein schönes Muster und Schema gibt. Hier kann mich der sonst so starke Gesang nicht wirklich überzeugen. Anders wie in „Here i am“. Wieder sehr ruhig gehalten klingt hier der Gesang im Vordergrund sehr stark und wird nur zart von den Instrumenten begleitet. Auf jeden Fall sehr schön abgemischt und auch sonst gibt es hier wenig zu meckern. „Life is Gaim“ zieht wieder etwas an, hier klingt aber leider alles etwas zu schrill und kratzig im Hintergrund, sodass das Hörvergnügen vergeht und es eher anstrengend wird dem Song zu folgen. „Confession“ kann zum Glück wieder mehr überzeugen und zieht den Hörer sofort in seinen Bann. Ein sehr durchdachter und struktu- rierter Track, der in seinem soliden Grundtempo vor sich hindümpelt, ohne allerdings langweilig oder einschläfernd zu wirken. Perfekte Mischung aus abwechslungsreichen Instrumentalparts, starken Tempowechseln und klarem Gesang. Ähnlich stark geht es in „Nothing but a Thought“ weiter. Deutlich ruhiger zwar, allerdings ist der Gesang hier sehr verspielt und mag nicht so ganz zum Tempo der Instrumente passen, dass allerdings hat hier einen ganz speziellen Reiz und kann durchaus überzeugen. Endlich wieder ein bisschen flott zur Sache geht es in „To a Friend“. Allerdings geht der Gesang hier fast ein bisschen unter. Das ist zwar schade, tut der guten Stimmung, die der Song vermittelt, aber kaum Abbruch. Schöne Gitarrensolos paaren sich mit gewitztem Keyboard und treiben so durch die Strophen. „Raptor“ ist das abschließende Stück, mit dem das Ende von -Soon Before Sundown- eingeleitet wird. Das schnelle Tempo wird beibehalten und zum Ende zeigt das Quartett aus dem Ruhrgebiet noch einmal, wo ihre musikalischen Wurzeln liegen. Wild, treibend und mit ordentlich Druck nach vorne wird der Hörer verabschiedet. Definitiv ein Ende, dass in guter Erinnerung bleiben wird.

Fazit: Mit „Raptor“ zeigen die Bochumer, was in ihnen steckt. Schade, dass sie nicht mehr in diese Richtung gezeigt haben. Die kratzige Stimme von Sänger JT passt hervorragend zu schnellen und rhythmischen Songs. Soon before Sundown wartet allerdings eher mit ruhigeren Tracks auf. Auch diese wurden nicht schlecht produziert, oder sind gar ein totaler Griff ins Klo – eher im Gegenteil, auch sie können überzeugen – aber ein bisschen mehr Tempo und Druck nach vorne hätte an der einen oder anderen Stelle sicher nicht geschadet und so vielleicht noch ein Sahnehäubchen auf den eh schon ziemlich gelung- enen Langspieler setzten können.

Tracklist:

01. Follow the…
02. White rabbit
03. Soon before sundown
04. Love’s end
05. The edge
06. Here I am
07. Life is grim
08. Confession
09. Nothing but a thought
10. To a friend
11. Raptor

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VÖ: 18.11.2016
Gerne: Rock, Alternative, Electronica
Label: Bob Media

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