m.o.l.pro.ject. – The Flyer (CD-Review)

The FlyerHinter dem m.o.l.pro.ject. steckt der Autor, Musiker, Skriptschreiber, Sänger und Komponist Markus Winter (u.a. HERTzTON) aus Düsseldorf. Bereits 1993 veröffentlichte er sein erstes Album als Sänger und Gitarrist der Düsseldorfer Band CRY. Anschließend tourte man ausgiebig durch Deutschland und beehrte auch das benachbarte Ausland. In Holland war man 1994 u.a. als Support für die belgische Band CLOUSEAU („Close Encounters“) im Einsatz, mit Titeln wie „Longing for Fire“ verbuchte die Rock/Pop-Formation sogar kleine Radio-Hits. CRY lösten sich 1995 jedoch auf. Nach ein paar Jahren kreativer Pause rief Markus im Jahr 2001 die Band HERTzTON ins Leben. Diesmal mit deutschen Texten und musikalisch eher im Gothic Rock/Melancho-Pop-Gewand erschien 2002 das Debütalbum. Der Song „Schattentänzer“ vom gleichnamigen zweiten Album (2006) mauserte sich vom Geheimtipp zum Tanzflächenfüller und wird noch heute gelegentlich in „schwarzen“ Clubs gespielt. Die beiden Alben verkauften sich gut, die Band absolvierte zahlreiche Auftritte in Deutschland. Weil Markus seit 2006 hauptberuflich (und erfolgreich) über sein eigenes Label WinterZeit Hörspiele schreibt und produziert, trat er musikalisch wesentlich kürzer. In unmittelbarer Folge trennten sich auch HERTzTON. Seitdem entstanden im Remscheider Studio von WinterZeit AUDIOBOOKS über 150 Hörspiele und/oder Hörbücher. Die Musik ließ ihn natürlich nicht los. So komponierte er z.B. auch die Scoremusik für diverse Hörspielproduktionen. 2009 schließlich erschien das Debütalbum des „m.o.lpro.ject.“, das von Markus komplett alleine eingespielt und aus leidenschaftlichem Spaß an der Sache selbst veröffentlicht wurde.

Heute, am 15.07.2016 erscheint also das zweite Album „The Flyer“ des Projektes, für das sich Markus viele Freunde und Gäste geladen hat. Als fester Stamm sind Carsten Enghardt (Ex Vanilla Ninja, aktuell Ron Evans Group) an den Drums, Oliver Mentrop (Ex- Rage Heart) am Bass sowie die beiden Musical-Darstellerinnen Jasmin und Bianca Stillger als Background- Sängerinnen dabei. 15 brandneue Tracks sind drauf. Eröffnet wird die CD mit dem Herz- und Titelstück „The Flyer“. Sauberer Retro-Wave-Hard Rock-Opener mit viel Frohsinn und Zuckerwatte. Netter Opener! Den Gesang beim Refrain mag ich nicht, ist aber Geschmackssache. Es folgt die aktuelle Auskopplung und erste Single vom neuen Album „Child of Everdream“. Netter Smoothie-Rock, gute Stimmen, tolle Erzählung, gute Atmosphäre. Perfekte Singlewahl! „Lonely as Hell“ hätte auch 10, 15 Jahre früher entstehen können. In einer Kinder-Actionheld-Serie wäre das der perfekte Soundtrack. „That Much is true“ sticht als allererstes mal etwas heraus. Bedächtig, melancholisch, interessante Melodien, etwas heldenhaftes, etwas düsterer. „4th of July“ ist mal sehr elektronisch und kommt sehr smoothy daher. Richtig toller Song! Eine leichte Hippie-Note hört man hier durchaus raus. Herrlich! „Set me free“ ist dann eher wieder ein gescheites Rockbrett mit verwegenen Lyrics und Kämpferherz. Auch hier ist der Refrain leider wieder sehr gewöhnungsbedürftig. „Run to the Shadows“ ist einfach nur eine nette Sehnsuchtsnummer mit viel Herzblut und geilen Riffs. Insgesamt lädt es sehr zum träumen ein. „Coming home“ ist die verwegene dreckige obercoole Rock-Nummer, die rotzfrech in eine Western-Bar schreitet und das absolute Egoschwein signalisiert. „Bleeding Heart“ könnte eher wieder aus einer Serie stammen. Irgendwas kultiges, altes. Tolle Perle, bekommt ein Sternchen! Derben Hard Rock mit toller Stimme und starker Atmosphäre gibt es mit „On the run“. Etwas balladesk und verrucht wird es mit „Princess of the Night“. Ebenfalls eine Perle, die etwas heraus sticht. Spannender Hard Rock, tolles Keyboard, toller Gesang, coole Stimmung. So lässt sich „Gasoline“ beschreiben. „A million Days“ trifft etwas tiefer, hier bestimmen besonders Herzblut und Melancholie mit fetter Dramatik das Klangbild. Richtig toll, fetten Daumen! Der Vorabschluss wird durch „Take it slow“ definiert. Wunderschönes Klavier, wunderschöne Männer- und Frauengesänge, Klassik, Herzblut, tolle Atmosphäre, sehr harmonisch, sehr tief gehend. Absoluter Oberfavorit! Zum Schluss lässt sich „Traces“ hören, das längste Stück mit 5:03. Markus schafft es hier, jedes einzelne Element der Platte zu einm großen Ganzen zusammen zu fassen. Wobei hier Keyboard und gegen Ende unterstützend die Drums das Klangbild schaffen. Sehr beeindruckend, tolles Lied, perfektes Ende!

Fazit: Das Herr Winter schon lange im Geschäft ist, hört man. Das er auf verschiedene Ebenen bei seiner Musik zurück greifen kann, hört man ebenso gut. Hier vereint er einfach alles, was er je gemacht hat. Durch Michael Donner bekommt das ganze noch was richtig kino-serien-filmtaugliches. Das Nachfolgewerk besticht durch zig Elemente, weiß von sich zu überzeugen und besteht die Prüfung. Hier und da muss noch was getan und ausgebessert werden, ansonsten glattes Ding und reife Leistung. Hier wurde echt was auf die Beine gestellt und es kommt gut an. Hier kann jeder mal reinhören, durch die Vielschichtigkeit wird jeder bedient.

Tracklist:

01 The Flyer
02 Child of Everdream
03 Lonely as Hell
04 That much is true
05 4th of July
06 Set me free
07 Run to the Shadows
08 Coming Home
09 Bleeding Heart
10 On the Run
11 Princess of the Night
12 Gasoline
13 A million Days
14 Take it slow
15 Traces (CD Bonus Track)

Bestellen: WinterZeit Shop

VÖ: 15.07.2016
Genre: Elektrorock, Gothic Pop
Label: WinterZeit / Soulfood

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